345 Tage buchkauffrei – Was tun, wenn einen niemand versteht? (Hörbuch 14)

Andrea Sawatzki mag ich wirklich gerne. Sie kann lustig erzählen und dass sie ihre Romane selbst als Hörbücher einliest, finde ich in ihrem Fall wirklich total gut, weil sie toll vorliest und für verschiedene Figuren auch unterschiedliche Stimmfarben drauf hat. … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei -Mein Vater ist ein Serienmörder (Buch 28)

„Der Zodiac Killer“ von Gary L. Stewart hat mich jetzt wirklich beschäftigt und ich fange jetzt einfach mal an, draufloszuschreiben, was mir dazu so durch den Kopf geht. Jetzt ist es gerade doof, dass es auf dem Kindle ist, und das … Weiterlesen

Alexandra Maxeiner: Unentschieden

017Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch ist mir zugeschickt worden und das Cover, das an Zeiten erinnert, in denen wir nicht mal ahnten, dass es das Internet eines Tages geben würde (jaja…), fand ich gleich sehr gut.

Zum Inhalt: Eigentlich ist Iris überhaupt keine Umweltaktivistin, aber als sie eines Tages mit ihrer kleinen Tochter in der Stadt unterwegs ist, findet sie sich plötzlich dabei wieder, wie sie sich nicht nur auf einer Unterschriftenliste einträgt, sondern auch wie sie aktives Mitglied zum Schutz von Fröschen wird. Als sie eines Morgens dann noch erfährt, dass sie in einer Radiosendung dabei sein und die Seite der Umweltschützer vertreten soll, ist Iris mäßig begeistert, denn mit der Argumentation und den Fakten kennt sie sich eigentlich gar nicht so gut aus.
Doch es bleibt ihr nichts Anderes übrig und so fährt Iris zum Sender, wo sie den PR-Sprecher treffen soll, der von der Gegenseite geschickt worden ist. Als Iris dem Mann gegenübersteht, ahnt sie bereits, dass das Interview und die Diskussion noch schwieriger werden werden, als sie zunächst gedacht hätte, denn sie kennt Ben Schäfer eigentlich schon lange.
Seitdem Ben nämlich das Dach von Iris‘ Playmobilbauernhof mit einem Drachen zerstört hat – und das ist schon eine ganze Weile her – haben sich die Wege der beiden immer wieder gekreuzt. Mal verstanden sie sich gut, hielten zusammen und fühlten sich einander verbunden, mal gingen sie einander schrecklich auf die Nerven und fanden einander schrecklich. Und seit einer verhängnisvollen Party in den Neunzigern haben sie einander nicht mehr gesehen. Wie sollen die beiden an die Vergangenheit anknüpfen? Geht das überhaupt?

Wie mir das Buch gefallen hat: Die Idee zu diesem Roman ist sicherlich nicht neu, aber dieses Buch hat mir trotzdem gut gefallen und mich an manchen Stellen extrem zum Lachen gebracht. Iris ist eine Ich-Erzählerin, die sich ausnahmsweise mal nicht dadurch auszeichnet, dass sie eine völlige Chaotin ist, nein, eigentlich hat sie alles ganz gut im Griff. Und das Wiedersehen mit Ben ruft Erinnerungen wach, die sie dann eben mit den Leserinnen und Lesern teilt.
So ist die Geschichte aufgebaut: sie erzählt einerseits, was Iris und Ben am Tag ihres Wiedersehens erleben, andererseits nehmen einen großen Teil des Romans Rückblicke ein, in denen wir erfahren, was Iris und Ben in den achtziger und neunziger Jahren so miteinander erlebt haben. Gerade diese Passagen waren zum Teil so lustig! Bei Iris‘ Kindheitserinnerungen erkennt man zum Teil die eigene Kindheit wieder und ich fühlte mich etwas an „Generation Golf“ erinnert, aber wie sie als Teenager beschrieben wird, hat mich manchmal laut lachen lassen. Iris, die in allem etwas Tiefsinniges sehen wollte, ganz feste Ansichten hatte und genau wusste, wie die Welt funktioniert, hat mich in mancher Hinsicht an mich selbst erinnert…
Leider ist der Roman sehr kurz, nach 192 Seiten ist alles schon vorbei, und das Ende wird recht offen gehalten. Das ist zwar stimmig und insgesamt fand ich es super, wie kitschfrei „Unentschieden“ daherkommt, aber mich hätte interessiert, wie es mit den beiden weitergeht.
Kurzweilig, lustig und für Kinder der Achtziger und Neunziger bestimmt mit hohem Wiedererkennungswert!