Sara Shepard: Pretty Little Liars – Unschuldig

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ich brauchte natürlich in Wirklichkeit nichts zu lesen, als ich in der Bibliothek mit der Lieblingsbibliothekarin und einer der Lieblingsleserinnen durch die Regale schaute. Und dann blieben wir an der Serie „Pretty Little Liars“ … Weiterlesen

Karin Baron: Tote tragen keine Pelzmütze

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich vom Kosmos-Verlag bekommen. Es klang ganz interessant – und dass dieser Eindruck nicht täuscht, seht ihr quasi jetzt. Zum Inhalt: Seit der Trennung ihrer Eltern lebt Fanny eigentlich bei ihrem Vater … Weiterlesen

Charles Dickens: The Old Curiosity Shop

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch haben mir meine Eltern vor elf Jahren gekauft, als Töchterchen die Examensarbeit über Charles Dickens‘ Darstellung von London schrieb. Gelesen habe ich es aber jetzt erst (Asche auf mein Haupt und so) … Weiterlesen

Anne Hertz: Die Sache mit meiner Schwester

031Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Anne Hertz gehört nicht zu meinem klassischen Beuteschema, aber hin und wieder lese ich ihre Romane ganz gern. Als ich auf der Leipziger Buchmesse gesehen habe, dass ihr neuer Roman erschienen ist, der irgendwie anders klingt als das, was sie sonst schreiben, und dass man sein Buch auch gleich signieren lassen kann, war ich sofort dabei. 😉

Zum Inhalt: Früher haben Nele und Heike sich richtig gut verstanden. Klar gab es immer auch mal Streit, wie das bei Schwestern nun mal der Fall ist, aber eigentlich hielten sie immer zusammen. Jetzt sind sie längst erwachsen und ihre Leben verlaufen ganz unterschiedlich: Während Heike mit ihrem Mann und den Kindern in einem eindrucksvollen Einfamilienhaus lebt und die Leben ihrer Lieben managt, ist Nele nach einer kurzen gescheiterten Ehe wieder Single und scheint einfach nicht den Richtigen finden zu können. Ihr Lebensstil und der ihrer großen Schwester passen einfach nicht mehr zusammen und so sehen die beiden sich nur noch selten.
Das allein wäre vielleicht traurig genug, doch offiziell sind Heike und Nele gemeinsam ein erfolgreiches Autorinnenduo – sie veröffentlichen Liebesromane unter dem Pseudonym Sanne Gold, und sind damit richtig bekannt und sehr beliebt geworden. Was nur niemand weiß: Heike und Nele schreiben schon lange nicht mehr selbst – ein Ghostwriter erledigt die Arbeit für die zwei Schwestern, die es nicht mehr ertragen können, miteinander zu arbeiten. Nur zu gelegentlichen Fernsehinterviews kommen die Schwestern zusammen und machen gute Miene zum nicht ganz so guten Spiel.
Damit ist es eines Tages allerdings vorbei, als es in der Fernsehsendung „Drei nach drei“ zum Eklat kommt. Während der Live-Show kommen plötzlich unangenehme Wahrheiten ans Licht und Heike und Nele streiten sich vor laufender Kamera. Nach der Sendung geht der Streit in Neles Auto weiter – die Schwestern schreien einander an und die Situation eskaliert: Weil Nele sich nicht mehr auf die Straße konzentrieren kann, kommt es zu einem Unfall. Sie selbst ist kaum verletzt, aber Heike liegt im Koma.
Der Unfall verändert alles für Nele. Sie will irgendwie wieder gutmachen, was geschehen ist. Vor allem aber hofft sie, dass sie die Chance bekommen wird, sich mit Heike zu versöhnen…

Wie mir das Buch gefallen hat: Die Idee zu diesem Roman finde ich richtig gut und durchaus auch irgendwie mutig. Unwillkürlich fragt man sich ja beim Lesen, wie viel Autobiographisches in dieser Geschichte steckt. Das war beim Schreiben sicherlich auch extrem spannend für die beiden Autorinnen. Heike und Nele haben sicherlich schon die ein oder andere Gemeinsamkeit mit den Anne-Hertz-Schwestern, aber die Konstellation gibt es wiederum auch in vielen Familien, in denen die Geschwister nicht zusammen Bestseller schreiben.
Der Roman ist einerseits stellenweise sehr lustig, andererseits hat er aber auch durchaus ernste Seiten, wie man es bei diesem Thema ja auch erwarten kann. Die Mischung ist gut gelungen – weder fand ich die Geschichte zu albern, noch zu pathetisch erzählt. Gerade dadurch, dass Nele mit ihrer manchmal doch etwas chaotischen Art versucht, den streng geführten Haushalt ihrer Schwester zu übernehmen, weil sie helfen will, kommt es zu ein paar ganz lustigen Situationen.
Handlung und Charaktere passen hier gut zusammen, gerade weil weder Situationen im Geschehen noch Figuren so überzeichnet sind, dass sie lächerlich oder albern wirken würden, man aber gleichzeitig durchaus wie gesagt auch manchmal lachen muss, weil eben doch nicht alles so klappt, wie Nele denkt. Diesen Roman kann man sehr gut für gemütliche Lesestunden am Wochenende nutzen: Schokolade und Kaffee dazu und los geht’s.
„Die Sache mit meiner Schwester“ ist so ein Buch, das ich meinen Schwestern eigentlich sofort in die Hand drücken müsste. Es macht auf wirklich schöne Weise deutlich, dass man als Schwestern eben doch eine besondere Bindung zueinander hat, auch wenn man manchmal denkt, dass man grundverschieden ist. Am Ende hält man eben doch zusammen und versteht einander, egal wie oft man auch manchmal denkt, wie blöd die Andere eigentlich ist.
Ein schönes Frühlingsbuch!

Christoph Zachariae: Ödland – Der Keller

028Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Auf dieses Buch bin ich durch den Autor selbst aufmerksam geworden. Ich reagiere ja lange nicht positiv auf alle Werbeangebote, aber „Ödland“ klang wie etwas für mich…

Zum Inhalt: Sie ist nicht in der Enklave geboren, und allein das macht Mega zu etwas Besonderem. Eines Tages war sie plötzlich da – ein kleines Mädchen, über das niemand etwas wusste, und das trotzdem von den Wissenschaftlern herzlich aufgenommen und großgezogen wurde.
Und das war Megas Glück. Denn nachdem die Welt sich verändert hat, nichts mehr da ist von der einstigen Konsumgesellschaft, Rohstoffe so gut wie nicht mehr erhältlich sind und das Leben voller Gefahren ist, die es dem Einzelnen quasi unmöglich machen zu überleben, ist ihr unterirdisches Zuhause im „Keller“ eigentlich ein guter Ort. Hier haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine kleine Gemeinschaft gegründet, deren Überleben zunächst gesichert scheint. Mit Hilfe vieler Apparaturen und Erfindungen schaffen die Menschen es, ihre Gemeinschaft nicht nur weitgehend geheimzuhalten, sondern auch dafür zu sorgen, dass es hier allen eigentlich gut geht. Hier geht das Leben weiter – so nah an der Vergangenheit dran, wie es geht. Mit Geschichten, gemeinsamem Essen, geordneten Tagesabläufen.
Aber die Tage der Enklave sind gezählt, denn aufgrund der Ressourcenknappheit und der Tatsache, dass auch die Apparate der Wissenschaftler des „Kellers“ irgendwann Verschleißerscheinungen zeigen, kann es selbst hier nicht ewig so weitergehen. Immer wieder schicken die Forscher deswegen ein Mitglied ihrer Gemeinschaft hinaus an die Oberfläche, um das Ödland zu durchqueren und zu versuchen, Informationen und Hilfe zu bekommen – in einer Siedlung im Osten, von der die Wissenschaftler in Megas Zuhause gehört haben, die aber bisher niemand von ihnen je erreicht hat.
Mega hat sich immer gewünscht, den Keller verlassen zu dürfen und an der Oberfläche zu sein. Sonne und Wind zu spüren. Tageslicht zu sehen. Als sie erfährt, dass sie die nächste ist, die sich auf den Weg durch das Ödland machen soll, hat Mega allerdings genauso viel Angst wie Abenteuerlust in sich. Doch die Wissenschaftler glauben an sie – nicht zuletzt, weil Mega anders ist als alle die, die im Keller geboren wurden. Ihre Vergangenheit kann das Mädchen nicht abschütteln, und immer wieder scheinen Erinnerungen in ihr aufzukommen. Wer ist Mega? Ist sie wirklich diejenige, die die Menschen im Keller retten kann?

Wie mir das Buch gefallen hat: Endlich mal wieder eine Dystopie, die auch wirklich Dystopie ist und nicht verkappte Liebesgeschichte in einer bösen zukünftigen Welt. „Der Keller“ ist ein wirklich spannender Auftakt zu Zachariaes Ödland-Reihe.
Auffällig sind die eindrucksvollen Bilder, die im Kopf entstehen. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich ansieht, dass der Autor eigentlich Drehbuchautor und Regisseur ist: mit Bildern, die Atmosphäre schaffen, kennt er sich einfach aus. Wo immer Mega oder andere Figuren des Romans sind, man kann sich den Ort wirklich extrem gut vorstellen und atmosphärisch fand ich den Roman sehr dicht. Sowohl die bedrückende, gleichzeitig aber auch irgendwie heimelige Atmosphäre im Keller, als auch die große Weite des Ödlands, die einerseits so gefährlich ist, andererseits aber auch endlich Freiheit bietet, werden sehr eindrucksvoll beschrieben.
Die Handlung ist sehr gut konstruiert und Zachariae spielt häufig auf beängstigende Weise mit den Erwartungen der Leser. Gleich zu Anfang wird deutlich, dass Mega eine ungeklärte Verbindung zu einer weiteren Figur des Romans hat – Hagen, den ich im ersten Kapitel noch für den Protagonisten und einen der „Guten“ hielt, bis dann klar wurde, dass Hagen so ziemlich das Gegenteil von gut ist. In einem zweiten Handlungsstrang erfahren wir auch immer wieder etwas über ihn, aber je mehr man von ihm erfährt, desto unheimlicher wird er…
Mega ist eine sehr interessante Protagonistin, die noch viel Potenzial hat. Man weiß nichts über ihre Vergangenheit, aber die immer wieder auftauchenden kleinen Verweise auf Dinge, die sie wie aus der Erinnerung heraus tun kann, sind sehr spannend und deuten darauf hin, dass Mega vielleicht nicht zufällig bei den Wissenschaftlern im Keller landete. Auch die anderen Figuren fand ich glaubwürdig – manch einen, wie zum Beispiel Professor Walden, schließt man auch schnell ins Herz.
Das Ende, das sei verraten, ist so ein gemeiner Cliffhanger, dass es zum Haareraufen ist. Zum Glück gibt es Band 2 schon. 😉