Maja Nielsen: Vampire! Die wahre Geschichte von Graf Dracula

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch war auch in der Jugendbuchkiste von Stiftung Lesen. Es ist ein Jugendsachbuch aus einer Reihe, offensichtlich. Gerade das Thema Vampire ist aber für mich und meine Leserinnen und Leser schon sehr interessant.

Inhalt und meine Meinung: Vampirgeschichten boomen. Auch wenn Vampire heute eher wunderschöne Romanhelden sind, die das Ideal der unsterblichen Liebe verkörpern und deren einziger Makel eigentlich der ist, dass sie Blut trinken, sind Vampire früherer Zeiten wahre Schreckensgestalten gewesen. Davon zeugen nicht nur zahlreiche Vampirfilme, sondern vor allem auch die Mutter aller Vampirgeschichten: Bram Stokers „Dracula“.
In diesem Buch erzählt Maja Nielsen, wer Bram Stoker überhaupt war, wie er auf die Idee zu „Dracula“ kam, wie er an dem Roman arbeitete und wie zu seiner Zeit mit dem Glauben an Vampire aussah. Neben den Texten gibt es auch einige interessante Illustrationen, die zum Teil den Text unterstreichen, zum Teil Fotos oder Standbilder aus Filmen oder Abbildungen historischer Dokumente rund um Vampire und Stokers Recherchen. Das ist ganz interessant und auch ein erwachsener Leser kann hier noch Neues erfahren.
Bevor Nielsen auf den Roman eingeht, stellt sie jedoch erst einmal die historische Person vor, die später zu „Graf Dracula“ wurde. Dabei ist die Sprache wirklich der Zielgruppe angepasst, aber nicht anspruchslos, und die Grausamkeit von Vlad Tepes wird einerseits recht schonungslos, andererseits aber nicht übertrieben dargestellt. Die Kapitel vermitteln recht eindrucksvoll, warum dieser Mann das Vorbild für die heute so berühmte Vampirfigur wurde.
Auch andere Vampirgeschichten aus vergangenen und heutigen Tagen werden kurz erwähnt, an vielen Stellen gibt es hier nur kurze Informationen, die dazu einladen, in einem anderen Buch weiterzulesen und sich genauer zu informieren. An manchen Stellen hätte ich gern mehr Details gehabt, aber ich weiß, dass gerade die männlichen Leser, die ich in dem Zielgruppenalter kenne, gerade das Kurze und den knappen und informativen Stil Nielsens mögen werden.
Gut sind in dem Zusammenhang auch die Infoboxen, die sich auf den meisten Seiten finden. Hier werden historische Persönlichkeiten vorgestellt, Fakten zusammengefasst und Hintergründe erklärt. Gerade diese Infoboxen fand ich sehr hilfreich und sinnvoll, wenn man sich über das ein oder andere Thema noch genauer informieren will.
Im Anhang des Buches findet man eine Chronik zum Thema und ein paar Buch- und Internettipps zum Weiterlesen. Diese sind gut ausgesucht und auch hier ist mit Blick auf die Zielgruppe gearbeitet worden.
Ein gutes Sachbuch für Kinder und Jugendliche, das Text und Bild ansprechend verbindet und interessante Informationen zum Thema beinhaltet!

Charlaine Harris: Dead Reckoning

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Den elften Band rund um Sookie Stackhouse habe ich mir bereits letztes Jahr im März vorbestellt, um das Buch direkt bei Erscheinen lesen zu können. Ich habe es im Frühjahr begonnen und dann zur Seite gelegt, und es nun mit Hilfe einer Leserunde dann noch geschafft.

Zum Inhalt: Die Zeiten, in denen Sookie ein ruhiges Leben führen konnte, sind längst vorbei, seitdem sie sich mit Vampiren und anderen übernatürlichen Wesen eingelassen hat. Und so ist sie mal wieder in ein Beziehungsdrama mit Eric verstrickt, der irgendein Geheimnis vor ihr hat, das er partout nicht mit ihr teilen will. Sookie beginnt, ihre Beziehung zu Eric zu überdenken und kommt zu dem Schluss, dass sie sich sicher sein will, dass es nicht nur an dem magischen Bund zwischen ihnen liegt, dass sie sich Eric so nahe fühlt. Der Zauber muss gebrochen werden, das steht für Sookie fest. Doch sie ahnt nicht, welche Folgen eine solche Entscheidung für Eric und auch für sie selbst haben kann.
Die Vergangenheit holt Sookie auch in anderen Situationen immer wieder ein. Das Ausmisten ihres Hauses bringt sie einem Stück Familiengeschichte näher, das ihr bisher verborgen war und einige ihrer Kindheitserinnerungen irgendwie in Frage stellt. Überhaupt ist es für Sookie schwer zu ertragen, dass sie eigentlich nicht wirklich weiß, was sich in ihrer Familie alles so abgespielt hat – und die Anwesenheit von Claude und Dermot in ihrem Haus macht ihr Leben auch nicht gerade einfacher. Konstant und zuverlässig in allen Lebenslagen, in denen Sookie mal wieder sich und ungewollt auch andere in Gefahr bringt, sind wie immer nur Sam – und Bill, der kein Geheimnis daraus macht, dass sein Interesse an Sookie immer noch vorhanden ist. Doch Sookie liebt Eric – auch ohne einen magischen Bund zwischen ihnen. Oder?

Wie mir das Buch gefallen hat: Aus dieser Serie ist die Luft für mich raus, ich bin wirklich enttäuscht. Die ersten Bände rund um Sookie und Bill, Eric, Sam, Alcide und Pam habe ich gern gelesen und sie haben mich immer extrem gut unterhalten und mir viel Spaß gemacht. Doch jetzt ist der Spaß langsam aber sicher vorbei, ich habe das Gefühl, dass der Autorin die Ideen ausgehen und dass die Handlung der einzelnen Bände immer weniger in sich abgeschlossen ist. Das mag für Episoden einer Fernsehserie in Ordnung sein, bei einer Buchreihe nervt mich das.
Die Geschichte verkommt langsam aber sicher zu einer belanglosen und platten Story, in der es immer nur darum geht, dass alle Typen (die natürlich auch alle auf ihre Weise echt toll aussehen) auf Sookie stehen und ihr das mehr oder weniger dezent sagen. Sookie selbst ist natürlich oh-so-brav, das gute Südstaatenmädchen, und bleibt ihrem Eric treu, aber schön zu wissen, dass sie das nicht müsste.
Es fällt auch auf, dass Frau Harris offenbar nun keine Lust mehr auf Eric hat, der in diesem Band mehr als schlecht wegkommt und ich finde es ungeschickt, dass bestimmte Charaktere immer gepusht oder eben niedergemacht werden, je nachdem, mit wem Sookie als nächstes anbandeln soll. Das macht die Geschichte für mich irgendwie nicht gerade besser, ich möchte mir lieber ein eigenes Bild von den Figuren machen und gerade bei einer Serie nicht aufgedrückt bekommen, welche Meinung ich haben soll.
Die Handlung ist insgesamt sehr episodenhaft und zusammenhanglos, mit vielen vollkommen überflüssigen Szenen. Schade – aber für mich ist klar, dass ich mir dieses Mal den Folgeband nicht vorbestellen werde. Vielleicht ist es auch Zeit, dass ich BonTemps und Sookie den Rücken kehre.

Stephenie Meyer: New Moon

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Auf Deutsch habe ich die Twilight-Saga wie so viele andere auch dann gelesen, als sie erschien. Da ich die englischen Buchcover aber so schön fand, habe ich mir die ersten drei Bände dann noch mal auf Englisch gewünscht.

Zum Inhalt: Älter zu werden ist für viele Teenager genau das, was sie sich wünschen. Endlich erwachsen sein. Für Bella Swan hingegen ist genau das eher ein Albtraum, dem sie am liebsten entgehen möchte. Älter werden bedeutet in ihrem Fall dann, älter zu sein, als Edward es war, als er zum Vampir wurde. Und das kann sich Bella einfach nicht vorstellen. Doch Edward ist unerbittlich – er wird Bella nicht in einen Vampir verwandeln.
Dennoch ist das zunächst der einzige Streitpunkt zwischen den beiden – bis sich ausgerechnet an Bellas Geburtstag die Ereignisse dann überschlagen: ein harmloser Schnitt am Geschenkpapier im Haus der Cullens – und schon sieht sich Bella plötzlich ausgehungerten Vampiren gegenüber, für die sie nun schwerlich noch Edwards Freundin ist, sondern eher Abendessen. Und obwohl diese dramatische Situation vor allem dank Carlisle am Ende doch noch gut ausgeht, trifft Edward eine Entscheidung: er will sich von Bella trennen und sie nie mehr wiedersehen. Dass sie bei ihm nicht sicher ist, ist ein unerträglicher Gedanke für ihn und er denkt, dass es so besser für Bella ist.
Doch Edwards Abschied bedeutet für Bella nur eins: unerträglichen Liebeskummer, in den sie sich verkriecht und aus dem sie kaum wieder herauszukommen scheint. Sogar ihrem Vater gegenüber schafft sie es nur mühsam, eine bröckelige Fassade von Normalität vorzuspielen. Nur Jacob Black erweist sich ihr gegenüber nun als ein unverzichtbarer Freund, der in jeder Lebenslage für sie da ist und mit dem Bella erstmals nach langer Zeit wirklich wieder lachen kann… Und auch Jacob hat ein Geheimnis, dem Bella nur sehr langsam auf die Schliche kommt.

Wie mir das Buch gefallen hat: Es ist schon so, dass man Bücher nicht immer auf dieselbe Weise liest. Als ich „Bis(s) zur Mittagsstunde“ im März 2007 das erste Mal las, war ich begeistert und schrieb: „Das Buch ist großartig! Es macht richtig Spaß, in diese Geschichte einzutauchen.
Bella muss man einfach mögen und man fiebert immer mit ihr mit, auch wenn man ihr manchmal wegen ihrer Leichtsinnigkeit den Hals umdrehen könnte. Wie sich die Geschichte um Bella und Edward weiterentwickelt, ist richtig interessant. […]“.
Als ich „New Moon“ dieses Mal gelesen habe, hat es mir immer noch gefallen. Bella mochte ich allerdings nicht mehr so sehr, denn auch wenn ich ihren Liebeskummer verstehen konnte, fand ich sie oftmals zu demütig. Bella glaubt ständig, Edwards Liebe nicht würdig zu sein, und das gefällt mir überhaupt nicht. Das Wiedersehen zwischen Edward und Bella fand ich beim ersten Lesen wirklich schön, dieses Mal war ich stellenweise geradezu überrascht, wie verkitscht die Dialoge doch zum Teil sind. 😉
Dennoch: „New Moon“ noch einmal zu lesen, hat Spaß gemacht, auch wenn man weiß, wie es endet, auch wenn man sich nicht mehr fragen muss, ob Bella nicht doch lieber zu Jacob Black gehen sollte, auch wenn man sich vielleicht tatsächlich erst beim zweiten Lesen des Kitschfaktors bewusst wird. Mein Lieblingsband der Trilogie ist „New Moon“ nicht und wird es nie sein, aber nach wie vor ein schönes Buch, von dem man sich einfach ein bisschen berieseln lassen kann.

Ulrike Schweikert: Vyrad – Die Erben der Nacht

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir im Februar vorbestellt, als ich gesehen habe, dass der letzte Band der „Erben der Nacht“ diesen Herbst erscheinen würde. Als amazon.de das Buch dann geliefert hat, habe ich mich sehr gefreut, dass der letzte Band so viele Seiten hat.

Zum Inhalt: Das letzte Akademiejahr bricht für die Erben der großen Vampirclans an und es verschlägt die jungen Vampirinnen und Vampire nach London – die weltgrößte Stadt des neunzehnten Jahrhunderts und ein Ort, an dem das Leben wiederum ganz anders ist als in Irland, Wien, Paris oder Rom, wo die Erben zuvor zum Unterricht waren. Hier in London sollen die jungen Vampire ihre Fähigkeiten noch verbessern und lernen, was der Londoner Vampirclan Besonderes kann. Und das ist wirklich spektakulär!
Das viktorianische London hat allerdings noch mehr zu bieten. Es ist Schauplatz grausamer Morde – Jack the Ripper treibt in den dunklen Straßen von Whitechapel sein Unwesen – und das Rechtssystem, in dem die Vyrad kräftig mitmischen steckt noch in den Kinderschuhen. Hier schreibt Oscar Wilde an seinem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ und Bram Stoker, der sich immer noch um Latona sorgt, die einen Vampir liebt, sehnt sich ebenfalls danach, zu schreiben.
Die Erben üben sich in ihren detektivischen Fähigkeiten und sind ansonsten sehr mit sich selbst beschäftigt – zumindest einige. Luciano ist unsicher, was seine Beziehung zu der unreinen Vampirin Clarissa angeht – wie soll er sich verhalten? Und Alisa und Leo, die sich in Wien so sehr zueinander hingezogen gefühlt haben, stehen plötzlich voreinander und haben beide das Gefühl, der jeweils andere habe es sich anders überlegt… Was ist da los? Sind diese Missverständnisse wirklich nicht auszuräumen?
Am merkwürdigsten verhält sich aber Ivy-Maíre, die unreine Vampirin aus Irland. Seit ihrer Begegnung mit Dracula ist sie irgendwie verändert und ihre Freunde erkennen sie nicht wieder. Was hat es mit dieser merkwürdigen Verbindung auf sich, die seit der Entführung zwischen Ivy und Dracula besteht? Und ist diese Schuld daran, dass Ivy irgendwie so anders ist als früher?

Wie mir das Buch gefallen hat: Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, war ich schon etwas wehmütig. Immerhin ist das der letzte Band um die Erben der Nacht und ich habe diese Serie sehr gern gelesen. Aber dann entwickelt die Geschichte schnell einen Sog, der dem Schauplatz und den Vampiren würdig ist. Ich finde es einfach immer ganz besonders toll, wie es Ulrike Schweikert gelingt, historische Fakten und historische Persönlichkeiten in ihre Romane einzubetten und in die Handlung zu integrieren. Gerade in diesem Band gibt es in diesem Zusammenhang eine interessante Episode zur Entstehung von „Dracula“, die ich ganz lustig fand. Auch Jack the Ripper und seine Morde fügen sich gut in die Handlung ein – überhaupt ist das viktorianische London richtig toll und atmosphärisch dargestellt. Rundum stimmig und damit schon mal ein echter Pluspunkt.
Überhaupt ist die Geschichte hier gut weiterentwickelt worden, die Vampire und ihre Eigenheiten, wie man sie bereits liebgewonnen hat, trifft man hier in alter Form wieder und das war sehr unterhaltsam, auch wenn das Verwirrspiel zwischen Alisa und Leo für meinen Geschmack etwas zu lang hingezogen wurde – dass die beiden einander nicht kriegen, obwohl sie ineinander verliebt sind, war ja im letzten Band der Reihe doch etwas unwahrscheinlich.
Zwei andere Kritikpunkte habe ich darüber hinaus noch: der eine ist, dass Lord Byron zunächst einen Auftritt hat, dann aber plötzlich von der Bildfläche verschwindet, was ich irgendwie schade fand. Der zweite Punkt ist gegen Ende angesiedelt: es kommt zu einem sehr dramatischen Zwischenfall, bei dem etwas Entscheidendes für die Erben geschieht – und das Ganze läuft irgendwie sehr knapp und etwas nüchern ab. Die großen Emotionen hätten da doch etwas besser gepasst. 😉
Alles in allem ist „Vyrad“ aber ein gelungener letzter Band der Serie und er hat mich sehr gut unterhalten. Der Epilog lässt darauf schließen, dass man von den Figuren dieser Reihe noch einmal hören könnte und das würde mich wirklich sehr freuen.

Charlaine Harris: Dead in the Family

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Seitdem ich Weihnachten 2008 von meinen Eltern die Sookie-Stackhouse-Box bekommen habe, bin ich an dieser Serie dran. Und wenn ein neuer Band erscheint, dann wird er vorbestellt. So war es auch dieses Mal bei „Dead in the Family“.

Zum Inhalt: Noch immer hat Sookie mit den Wunden aus den vergangenen Auseinandersetzungen (um es mal so zu sagen) zu tun, in die sie verwickelt war. Immer noch denkt sie viel an das, was geschehen ist, und sie hat damit zu kämpfen, dass Eric nicht an ihrer Seite war, als sie ihn am dringendsten gebraucht hätte.
Doch Erics und Sookies Beziehung steht jetzt nicht im Vordergrund, denn beide haben mit ihren Familien schon Einiges zu tun. Zwar versteht Sookie sich endlich wieder besser mit ihrem Bruder Jason, der nun offenbar zur Vernunft gekommen ist und dem klar geworden ist, dass Sookie ein großer Teil dessen ist, was er überhaupt noch Familie hat, aber ein anderer Familienangehöriger bereitet ihr dafür etwas Kopfzerbrechen – und zwar niemand anders als Claude, der sich bei Sookie einquartiert. Angeblich möchte er einfach in der Nähe seiner Cousine sein, aber kann das wirklich stimmen?
Eric hingegen wird plötzlich mit seinem „Vater“ konfrontiert, der in Bon Temps auftaucht und dessen Willen Eric sich beugen muss, was Sookie überhaupt nicht gefällt, denn nicht nur, dass der uralte Vampir römischer Abstammung unheimlich stark ist, er hat auch noch einen nicht ungefährlichen „Bruder“ von Eric mitgebracht, der Sookie nicht nur aufgrund der Tatsache, dass es sich bei ihm um eine historische Persönlichkeit handelt, unheimlich ist…
Aber es ist natürlich nicht nur das alles, was man im zehnten Band der Reihe zu erwarten hat: die Wertiere und Gestaltwandler haben nach ihrem Aufteten in der Öffentlichkeit nach wie vor Schwierigkeiten mit der Akzeptanz der „oneys“, wie die „normalen“ Menschen inzwischen genannt werden, Sookie muss sich mit dem kleinen telepathisch veranlagten Hunter auseinandersetzen und auch das Werwolfrudel unter der Führung von Alcide kommt nicht zur Ruhe…

Wie mir das Buch gefallen hat: Endlich wieder ein Sookie-Stackhouse-Band, der mir besser gefallen hat. Also, dass das gleich klar ist, der Witz und Spaß aus den ersten Bänden ist einfach verschwunden. Schade! Aber: dieser Band hat wieder mehr mit Sookie zu tun, mehr mit dem, was sie ausmacht und wie sie die Welt sieht. Es gibt tolle Sookie-Momente, zum Beispiel die Szenen, in denen sie mit dem kleinen Hunter zusammen ist. Das macht viel Spaß zu lesen und war für mich das Beste an diesem Buch. Wobei man auch sagen muss, dass Claude erstmals ganz witzig daherkommt, und auch das ist ganz schön unterhaltsam. Auch Bills „Leben“ bekommt endlich mal eine entscheidende Wendung verpasst, was mich für ihn freut. 😉
Es wird also wieder etwas weniger mit all diesem „politischen“ Zeug und den Verfeindungen zwischen den übernatürlichen Wesen im Allgemeinen. Dafür treten wieder die Figuren stärker in den Vordergrund, was absolut positiv ist. Gut, ich habe Bubba vermisst, und manche Ereignisse (Sookie erhält von irgendwem, der verstirbt, einen riesigen Scheck, Sookie bringt irgendwen um, auf Sookies Grundstück liegt eine Leiche, …) häufen sich einfach für meinen Geschmack zu sehr. Ich weiß, dass manche Fans das als eine Art running-gag verstehen, aber mir wird es langsam etwas viel.
Natürlich werde ich auch den nächsten Band wieder lesen, sobald er erscheint, aber ich habe das Gefühl, dass diese Reihe nicht wieder zu den „guten alten Zeiten“ zurückfinden wird.

Ulrike Schweikert: Das Herz der Nacht

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir von einem Geldgeschenk, das es zu Weihnachten gab, gekauft. Da ich die „Erben der Nacht“-Reihe von Ulrike Schweikert sehr mag, war ich auf ihren anderen Vampirroman natürlich auch sehr gespannt!

Zum Inhalt: Er ist anders als die Anderen – düster, geheimnisvoll, charmant und von einem guten Aussehen, dass die Fürstin Therese von Kinsky magisch anzuziehen scheint. András von Bathory, der ungarische Graf, wird schon bald nach ihrem ersten Kennenlernen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens. Mit ihm gelingt es Therese, ihre schreckliche Ehe für ein paar Stunden zu vergessen und unbeschwert zu sein. Auch wenn es sie oft ärgert, dass András nicht wirklich durchschaubar ist und er ihr so oft Rätsel aufgibt. Und warum hat er tagsüber niemals Zeit, sie zu treffen? Immer sieht sie ihn nur nach Einbruch der Dunkelheit, und selbst dann lassen die regelmäßigen Treffen bald nach, weil András neben Therese noch eine andere Leidenschaft in sich entdeckt hat: er will das Pianoforte spielen lernen, und er beginnt bei der jungen Komponistin Karoline Stunden zu nehmen. Dort lernt er auch die kleine Sophie, Karolines uneheliche Tochter, kennen. Das Mädchen ist blind, und obwohl es in András den Tod zu erkennen meint, fürchtet sie den Fremden nicht.
Dabei wäre Vorsicht durchaus angebracht, denn in Wien geschehen unheimliche Morde, bei denen die Opfer stets blutleer mit merkwürdigen Verletzungen am Hals vorgefunden werden. Was ist das für ein Monster, das sich an wehrlosen Menschen so bestialisch vergeht? Die Ermittler gehen allen auffindbaren Spuren nach, und bald schon scheint der Verdächtige erkannt…

Wie mir das Biuch gefallen hat: Ich bin erstaunt, muss ich zugeben, denn ich hatte nicht erwartet, dass es Ulrike Schweikert gelingen würde, einen Vampirroman zu schreiben, der so anders wäre als die „Erben“-Reihe und doch Gemeinsamkeiten mit ihm haben könnte. Das beschränkt sich einerseits auf das, was Vampire „können“ und dann auf Wien und Hamburg, beide ja bereits Schauplätze aus der „Erben“-Reihe und hier doch ganz anders. Sehr gut gemacht, muss ich sagen, mir hat’s sehr gut gefallen.
„Das Herz der Nacht“ ist dann auch einfach kein Jugendbuch. Außer der kleinen Sophie gibt es erstens keine jungen Figuren, vor allem aber ist die Handlung deutlich zu düster dafür. András von Bathory ist ein Wesen, das mit seiner finsteren Existenz hadert und doch das Beste aus ihr macht. Ich fand ihn spannend und bin gern mit ihm durch Wien gezogen. Auch Sophie hat es mir angetan und ich freue mich darauf, in einem Folgeband dann zu erfahren, was aus ihr wird. Zwar ist die Idee, dass das blinde Mädchen seine anderen Sinne besser nutzen kann als Andere, nichts Neues, aber Frau Schweikert hat diese Idee einfach sehr gut umgesetzt. Gerade Sophie macht auch einen Reiz dieses Romans aus.
Auch wenn insgesamt einige Teile der Handlung schon vorhersehbar sind, wenn man den ein oder anderen Vampirroman schon gelesen hat, schafft es die Autorin immer wieder, ihre Leser zu überraschen, und sei es damit, dass Figuren sterben, bei denen man es nicht erwartet hätte – zumindest ging es mir so. 😉
Da es am Ende des Buches eine Leseprobe für den Folgeband gibt, warte ich nun gespannt darauf, wie es mit András weitergeht… und ich wünsche ihm ein bisschen mehr Glück als in diesem Roman!

Charlaine Harris: A Touch of Dead

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Die Kurzgeschichten um Sookie Stackhouse habe ich von meinen Schwiegereltern zu meinem 30. Geburtstag bekommen.

Inhalt und meine Meinung: Das Buch kostet in der Taschenbuchausgabe, die ich bekommen habe, 12.99 £. Gut, jetzt kann man sagen, ich hab das ja nicht selber bezahlt, also was soll’s, aber ich muss jetzt einfach sagen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis hier nicht stimmt. Groß gedruckt und mit illustrierten (nicht unbedingt besonders schönen) Titelseiten für jede der fünf Geschichten, kommt das Buch auf 192 Seiten. Ich bin ein Fan dieser Serie und hab die Bände gern gelesen, aber ich finde das teuer.
Die Geschichten hängen nicht unbedingt zusammen und gehören in verschiedene Zeiträume zwischen den einzelnen Bänden der Sookie-Reihe. Das hat mich beim Lesen etwas durcheinander gebracht, denn wenn man bei bestimmten Sachen schon weiß, wie sie ausgehen oder weitergehen, ist es komisch, etwas zu lesen, was zu einem vorherigen Zeitpunkt spielt.
Was bekommen Fans? Sie bekommen Geschichten mit den beliebtesten Charakteren der Sookie-Reihe. Man trifft auf altbekannte Gesichter, auf Claude und Eric, auf Sam und Amelia. Zwei der Geschichten (Lucky, Dracula Night) haben mir ganz gut gefallen, sie sind von der Idee her witzig und die Umsetzung ist ebenfalls stimmig. In „Lucky“ geht es zum Beispiel um einen Versicherungsvertreter, der sehr erfolgreich ist – viel erfolgreicher als alle seine Kollegen in seinem Umfeld, was daran liegt, dass er seinem Glück auf magische Art und Weise nachgeholfen hat. „Dracula Night“ handelt von einem bedeutenden vampirischen Feiertag, nämlich dem Geburtstag von Graf Dracula, und dieser soll im Fangtasia gefeiert werden – nicht nur das, Eric hofft, dass er die Ehre haben wird, den echten Grafen auf seiner Feier begrüßen zu dürfen, denn jedes Jahr taucht Dracula unverhofft bei irgendeiner der Feiern ihm zu Ehren auf…
Die Geschichten haben zum Teil den typischen Humor der Reihe, sind stimmig erzählt und ganz nett. Mehr aber auch nicht. Vielleicht liegt es an der Kürze der Texte, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Diese kurzen Geschichten rund um Sookie waren irgendwie nicht das Richtige für mich, und wenn da noch hinzukommt, wie der Verlag diese Geschichten aufbereitet, dann kommt es mir so vor, als versuche man, Fans, die auf den nächsten Band der Reihe warten, Geld aus der Tasche zu ziehen. Muss ja nicht sein. Genau wie diese Texte.

Franziska Gehm: Die Vampirschwestern – Eine Freundin zum Anbeißen

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Beim Stöbern bei amazon bin ich auf dieses Buch gestoßen und kurz danach wurde es in meiner fünften Klasse zur Klassenlektüre gewählt. Also habe ich es mal als erste gelesen. 😉

Zum Inhalt: Mihai Tepes würde für seine Frau Elvira alles tun. Der transsilvanische Vampir liebt die Menschenfrau so sehr, dass er sogar eines der größtmöglichen Opfer für sie bringt: er verlässt seine Heimat und zieht mit ihr und den beiden Töchtern Daka und Silvania nach Deutschland.
In Deutschland ist alles anders. Nur Elvira fühlt sich wirklich wohl – klar, sie ist ja auch ein Mensch. Mihai tut sich ziemlich schwer damit, nicht mehr nachts seine Heißhungerattacken zu stillen, und Daka und Silvania sind total genervt. Plötzlich sollen sie nachts schlafen und tagsüber zur Schule gehen, wo der Unterricht total langweilig ist und wo sie keine Freunde haben. Fliegen dürfen sie nicht, nicht mal floppsen (das geht so ähnlich wie beamen und könnte Menschen ziemlich erschrecken). Zentimeterdick sind sie mit Sonnencreme eingeschmiert und sie tragen auch bei Regen Sonnenhüte und Sonnenbrillen. Auch sonst sind sie ganz anders angezogen als die anderen Schüler.
Aber das ist natürlich nicht alles. Die Zwillinge schlafen dauernd in der Schule ein. Sie reden in einer fremden Sprache miteinander (klar, von den Mitschülern kann keiner Vampwanisch!), und überhaupt verhalten sie sich komisch. Daka baumelt in einer Sportstunde kopfüber vom Schwebebalken – und als Silvania einmal aus für Menschen unerklärlicher Ursache in Ohnmacht fällt, kennt nur Daka eine wirkungsvolle und mehr als ekelhafte Methode, um ihrer Schwester zu helfen.
Es ist einfach gar nicht so leicht, in Deutschland zu leben. Straßenbahnen funktionieren einfach anders als Pferdekutschen und Treppen, die sich von selbst bewegen – wo gibt es denn sowas? Und dann ist da noch der geheimnisvolle Nachbar Dirk van Kombast, vor dem sich die Familie Tepes lieber in acht nehmen sollte… Können Daka und Silvania damit fertig werden und darüber hinaus noch ihren Wunsch erfüllen und eine beste Freundin finden?

Wie mir das Buch gefallen hat: Vampirgeschichten gibt es ja momentan an jeder Ecke und eigentlich kann ich sie schon nicht mehr sehen. Dennoch finde ich, dass Franziska Gehm mit dieser Geschichte ein toller Auftakt zu einer Jugendbuchreihe gelungen ist. Die Geschichte ist witzig erzählt, oftmals auch mit Randbemerkungen, die eher lesende oder vorlesende Erwachsene verstehen werden als die eigentliche Zielgruppe. Die Familie Tepes wird sehr liebevoll dargestellt und die unterschiedlichen Zwillinge bieten für junge Leser wahrscheinlich gute Identifikationsfiguren.
Obwohl sie so verschieden sind, ist keine der beiden eindeutig „blöder“ oder unbeholfener als die andere. Das gefällt mir. Die Autorin macht etwas Neues mit alten Vampirmythen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Als störend habe ich persönlich die Druckfehler (gerade im Bereich der Silbentrennung) empfunden, da ich der Meinung bin, dass das in einem Kinder- und Jugendbuch unbedingt vermieden
werden sollte.

Charlaine Harris: Dead and Gone

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir im Februar 2009 vorbestellt, nämlich gleich, nachdem ich Band 8 der Sookie-Stackhouse-Reihe gelesen hatte. Über ein Jahr später schickte Amazon dieses Buch dann zu mir nach Hause…

Zum Inhalt: Die Vampire sind schon lange keine Geheimnis mehr. Vor Jahren haben sie sich geoutet und sind ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden. Nun drängt es auch die Gestaltwandler ans Licht – doch nicht alle Menschen sind begeistert von dieser Enthüllung. Die <i>Fellowship of the Sun</i>, die bisher nur gegen die Vampire vorgegangen ist, möchte natürlich auch keine Gestaltwandler dulden.
Und dann geschieht etwas Grauenhaftes: Crystal, Sookies ehemalige Schwägerin, wird ermordet, und ihre Leiche wird ausgerechnet an Sookies Arbeitsplatz, dem Merlotte’s, gefunden: man hat sie gekreuzigt. Unter Verdacht gerät natürlich Sookies Bruder Jason, doch trotz all der Auseinandersetzungen, die die Geschwister hatten, ist Sookie natürlich von seiner Unschuld überzeugt. Sie beginnt, sich umzuhören, weil sie natürlich herausfinden will, wer Crystal getötet hat.
Aber das ist nicht Sookies einziges Problem. Während sie mal wieder der Frage nachgeht, wie sich eigentlich ihre Beziehung mit Eric weiterentwickeln soll, zumal Eric sie mit einem Ritual am Anfang dieses Bandes an sich bindet, und Sookie nicht weiß, was sie davon halten soll. Ist Eric der Richtige für sie?
Und es wäre ja keine Sookie-Stackhouse-Geschichte, wenn Sookie nicht mal wieder in Lebensgefahr schweben würde, weil irgendwer sie umbringen möchte. Dieses Mal sind es die Elfen, denn auch unter diesen Zauberwesen gibt es jene, die nur „Reinblüter“ akzeptieren können und deswegen Menschen hassen, die einen gewissen Prozentsatz Feenblut in sich tragen – so wie Sookie eben.
Es ist eine Menge los in Sookies Leben. Ob FBI, ehemalige Freunde, Familienprobleme oder die ewige Frage, wer denn nun der Richtige für sie ist, Sookie kommt einfach nicht zur Ruhe.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich war ein bisschen enttäuscht. Charlaine Harris kündigte an, dass dieser Band düsterer werden würde, aber es ist nicht nur das, es ist auch, dass der Humor zu sehr verloren geht (düsterer oder nicht, der Humor war ein wichtiger Bestandteil der Serie!). Sookies Charme ist einfach nicht mehr, was er einmal war, und diese ständige Eric-oder Bill-oder Alcide-oder Quinn-oder Sam-Geschichte, das kann auch jetzt langsam mal gut sein. Mir kommt das alles sehr aufgesetzt vor, zumal ja mehr oder weniger klar scheint, dass es irgendwann auf eine Beziehung mit Eric hinauslaufen wird.
Auch die Tatsache, dass Sookie mittlerweile in jedem Band eine Leiche entsorgen muss und außerdem ständig von irgendwem umgebracht werden soll, wird doch langsam etwas langatmig. Man fragt sich, ob Frau Harris für Sookie einfach nichts mehr einfällt…
Schade. Ich hoffe, dass die Serie im zehnten Band wieder besser wird und die Geschichte wirklich mal vorangetrieben wird. Ich bin gespannt.