Mike Gayle: His ’n‘ Hers

noch40Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ich habe vor einer Ewigkeit mal einen Roman von Mike Gayle gelesen, und ich hatte diesen als ganz gut in Erinnerung, als ich beim Stöbern in einer der winzigen Buchhandlungen in Hay-On-Wye dann dieses Buch für unschlagbare 2 Pfund entdeckte. Also musste es mitgenommen werden.

Zum Inhalt: Seit Jahren haben Alison und Jim nicht mehr miteinander gesprochen und dies sogar für eine gute Idee gehalten. Die beiden lernen sich in der Universität in Birmingham kennen, verstehen sich erst gar nicht gut, aber dann – es ist eine dieser „Boy meets Girl“-Geschichten. Alison und Jim verlieben sich ineinander, sind ein glückliches Paar, gehen durch die Höhen und Tiefen ihres Studiums zusammen. Erste gemeinsame Wohnung, erster gemeinsamer Urlaub, erster Job. Und das Gefühl, dass nichts auf der Welt diese große Liebe erschüttern kann. Die beiden heiraten kurz entschlossen, das Leben scheint perfekt. Niemand kennt Alison so gut wie Jim, niemand versteht Jim so gut wie Alison. Während alle ihre Freunde noch Singles sind, scheint es immer klarer, dass die beiden zusammengehören; es passt einfach. Jim kann sein Glück kaum fassen, dass er Alisons Herz gewinnen konnte, und Alison hat das Gefühl, dass sie trotz all der Eigenheiten, die Jim und sie unterscheiden, den Menschen gefunden hat, der zu ihr passt.
Und dann ist plötzlich alles aus. Die beiden sind erst Ende zwanzig, als ihre Ehe zerbricht. Es funktioniert einfach nicht mehr und so gehen sie getrennte Wege. Sie beginnen beide ein neues Leben.
Doch ein Ereignis, das beide hart trifft – der Tod ihrer einst gemeinsamen Katze Disco – führt die beiden wieder zusammen. Ausgerechnet beim Tierarzt, der ihnen die traurige Mitteilung macht, dass ihr Haustier gestorben ist, stehen Jim und Alison nun wieder zusammen. Und plötzlich haben beide das Gefühl, dass sie vielleicht versuchen sollten herauszufinden, warum es damals nicht mit ihnen geklappt hat…

Wie mir das Buch gefallen hat: In „His’n’Hers“, das Gayle Jim und Alison mehr oder weniger abwechselnd erzählen lässt, gibt es keine einzige unerwartete Wendung, das Romanende kann man sich schon denken, noch bevor man das Buch zum ersten Mal aufgeschlagen hat, die Figuren – und damit meine ich nicht nur die Protagonisten – sind ganz gewöhnliche junge Erwachsene, „boy and girl next door“. Hollywood könnte aus dem Stoff einen Film drehen, der in den Neunzigern typischerweise mit Tom Hanks und Meg Ryan besetzt worden wäre.
Und trotzdem habe ich diesen Roman ziemlich in einem Rutsch gelesen. Was also hat er?
Ich glaube, es ist vor allem das Gefühl, dass man sich mit Alison und Jim wirklich identifizieren kann. Jeder, der schon mal eine ähnliche Geschichte erlebt hat (und die Trennung von einer großen Liebe, von der man nie gedacht hätte, dass sie mal enden würde, kennen doch wahrscheinlich die allermeisten von uns), weiß, wie sich das anfühlt, und die große Frage, ab wann alles schiefging und warum letzten Endes nichts mehr zu retten war, ist eine, die jeden nach einem Beziehungsende umtreibt. Wenn man also Jims und Alisons Geschichte liest, ist man immer auf der Suche. So viele Situationen, die sie erleben, scheinen einfach nur schön zu sein, aber wenn Gayle beschreibt, wie der Alltag einsetzt und die beiden sich immer mehr verlieren und streiten, merkt man unweigerlich, dass es dem Ende zugeht. Ich habe es als schön empfunden, wie der Autor die Geschichte – auch die der Trennung – erzählt, gerade weil es Gayle gelingt, Stimmungen richtig einzufangen. Wenn Alison und Jim glücklich sind, ist die Erzählung lustig, ich musste oft wirklich lachen, aber als es zum Thema Trennung kommt, wird der Ton nicht albern oder flapsig, sondern man kann wirklich mit den beiden mitleiden, und das fand ich wirklich schön. Ich mag es nicht, wenn es in einem Roman zu kitschig wird oder wenn hier zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt wird, aber Gayle gelingt diese Gratwanderung.
„His ’n‘ Hers“ ist sicherlich kein tiefgründiger Roman, der einen zu völlig neuen Erkenntnissen führen kann, aber die Geschichte hat mir trotz allem gut gefallen und als Roman für einen heißen Sommernachmittag im Garten ist dieses Buch auf jeden Fall mehr als gut geeignet.

Wiebke Lorenz: Allerliebste Schwester

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch war ein sehr überraschendes und sehr schönes Geburtstagsgeschenk von der lieben Cleo, die in all den Jahren ein ziemlich gutes Gespür für Bücher zu haben scheint, die mir dann auch wirklich gut gefallen!

Zum Inhalt: Jetzt will ich euch ein Geheimnis erzählen, das kein Mensch außer mir kennt. Dies ist der erste Satz aus Astrid Lindgrens Erzählung „Allerliebste Schwester“, einer Geschichte, die auch die beiden Zwillingsschwestern Eva und Marlene als Kinder immer wieder lesen und die sie sehr lieben – die Geschichte von Barbro, die eine geheime Zwillingsschwester hat, Ylva-Li, die unter einem Rosenbusch in einem magischen Reich lebt.
Evas Zwillingsschwester ist früher einmal nicht geheim gewesen, aber vor nunmehr drei Jahren hat Marlene sich das Leben genommen; eine Tat, die niemand, der sie kannte, verstehen kann, denn gerade Marlene wirkte immer glücklich und ausgeglichen. Kurz vor ihrem Tod hat Marlene versucht, Eva anzurufen, doch die ging nicht an ihr Handy – eine Schuld, mit der sie auch jetzt immer noch nur schwer leben kann. Vielleicht hätte sie Marlene retten können. Vielleicht hätte sie die richtigen Worte gefunden…
Aber das geht nicht mehr – und so hat Eva statt dessen auf nahezu unheimliche Weise Marlenes Leben übernommen: ihre Arbeit in der kleinen Buchhandlung, ihren Kinderwunsch, ihren Ehemann… und das, obwohl Eva beim besten Willen nicht sagen kann, dass sie Tobias liebt. Aber was hätte sie tun sollen? Es schien alles so richtig zu sein. Doch seit kurzem, seit Eva ihr  Baby verloren hat, ist dieses neue Leben nicht mehr so einfach zu ertragen. Und plötzlich erscheint Eva immer wieder ihre tote Zwillingsschwester und scheint sie ermutigen zu wollen, auszubrechen und einen Neubeginn zu wagen – vielleicht ja mit dem attraktiven Simon, den sie in der Buchhandlung kennengelernt hat?

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich habe vor zwei Jahren bereits „Was? Wäre? Wenn?“ von Wiebke Lorenz gelesen und es sehr gut gefunden, darum habe ich mir auch von „Allerliebste Schwester“ sehr viel versprochen. Und wieder war ich auch begeistert und konnte diesen Roman stellenweise überhaupt nicht aus der Hand legen.
Die Protagonistin Eva ist sympathisch genug, als dass man sich mit ihr identifizieren könnte, aber von Anfang an schwingt eben auch bei ihr mit, dass mit ihr irgendwas nicht stimmt. Den Mann der eigenen Schwester heiraten und dann quasi deren Leben weiterführen? Das ist komisch, und da man auch schnell mitbekommt, dass Eva Tobias eigentlich gar nicht liebt, bekommt man als Leser schnell das Gefühl, dass hier irgendwas überhaupt nicht stimmt und dass mehr hinter dieser Geschichte stecken muss. Dies verstärkt sich dann nur noch mehr, als Eva anfängt, sehr überstürzte Entscheidungen zu treffen und plötzlich Marlene vor sich stehen sieht, mit der sie sich dann immer öfter zu beraten beginnt. Die Dialoge der Schwestern sind besonders gelungen, weil man durch sie und durch einige Rückblicke mehr über die Vergangenheit der Zwillingsschwestern erfährt und darüber Informationen erhält, wie die beiden aufgewachsen sind und wie sie sich – nicht zuletzt durch das sehr extreme Verhalten ihrer Eltern – ganz unterschiedlich entwickelt haben.
Dadurch, dass Eva offensichtlich psychisch angeschlagen ist, wurde sie mir als Erzählerin immer lieber, ich mag es, wenn ich selbst überlegen muss, was ich dem Erzähler glauben kann und was besser nicht, und ich fand es sehr unterhaltsam zu lesen, wie Eva oftmals Handlungen, die man selbst nicht einfach nachvollziehen konnte, für sehr gelungen hielt. Gerade dadurch wurden einige Szenen mit Tobias und ihr sehr komisch, auch wenn ich sagen muss, dass er mir von Anfang an eher unheimlich war und ich aufgeatmet habe, als Marlene ihrer Schwester zum ersten Mall riet, abzuhauen…
Die Handlung ist toll konstruiert, kommt mit einigen überraschenden Wendungen daher, und das bis zum Schluss, womit ich nicht mehr gerechnet hatte, und sie ist sehr spannend zu verfolgen. Wiebke Lorenz bleibt also für mich eine der Autorinnen, nach deren Romanen ich Ausschau halten werde – und zwar vor allem dann, wenn sie Wiebke Lorenz und nicht eine Hälfte von Anne Hertz ist. 😉

Stefanie Gerstenberger: Das Limonenhaus

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich von Thore bekommen, weil ich mich seiner erbarmt und seine Steuererklärung gemacht habe. Im Sommerurlaub 2010 auf Langeoog wurde das Buch dann natürlich gleich gelesen.

Zum Inhalt: Lella Bellone arbeitet im italienischen Restaurant ihrer Eltern in Köln. Sie lebt allein und sehnt sich zwar nach einer Veränderung in ihrem Leben – zum Beispiel würde sie sich gern gemeinsam mit ihrer besten Freundin selbständig machen, aber ihr Vater hat ihr mehrfach klargemacht, dass er sie in seinem Betrieb haben will, und Lella bekommt den Absprung nicht wirklich hin. Sie ist eben ganz anders als ihr Zwillingsbruder Leon, der bis zu seinem Tod vor knapp drei Jahren in Italien gelebt hat – nicht nur weit weg von den Eltern, sondern auch ganz explizit gegen ihren Willen. Der Vater hat Leon quasi verstoßen, und wann immer Lella ihren Bruder sehen wollte, reiste sie heimlich nach Italien, wo Leon mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter Matilde lebte.
Nun ist auch Lellas Schwägerin gestorben und für Lella ist klar, dass sie ihre Nichte zu sich holen möchte – nicht auszudenken, dass das kleine Mädchen bei der Familie Grazias leben sollte, die sich Lellas Meinung nach überhaupt nicht richtig um das Mädchen kümmert und ihm nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. Also macht Lella sich auf den Weg nach Sizilien, wo sie nicht nur endlich eigenständige Schritte in ihrem Leben macht, sondern ganz unverhofft auch auf Puzzleteile ihrer Familiengeschichte trifft, von denen sie bislang nicht einmal etwas geahnt hatte. Ein Ereignis in der Vergangenheit, das man Lella immer verschwiegen hat, wirft seine Schatten bis in die Gegenwart und sorgt dafür, dass die junge Frau plötzlich einige Dinge in ihrem Leben ganz anders sieht, als es bisher der Fall war.
Aber das ist noch nicht alles, denn bereits auf dem Flug nach Italien lernt Lella Phil kennen, eine Fotografen, den es in die Heimat seiner Freundin Brigida zieht. Während diese in Deutschland ihre Galerie leitet und ganz auf Frau von Welt macht, sehnt Phil sich danach, auf den Spuren Brigidas zu wandeln, die aus der Zeit stammen, als sie noch ein Kind war. Ganz genau hat er sich ausgemalt, wie er sie mit seinen Erkundigungen und den dabei entstandenen Fotos überraschen möchte. Doch seine Pläne scheitern, als Lella ihn um einen Gefallen bittet, denn sie braucht Phils Hilfe, um Matilda aus den Fängen der Familie ihrer Mutter zu befreien…

Wie mir das Buch gefallen hat: „Das Limonenhaus“ ist ein schönes Buch, um es im Sommer im Strandkorb oder in einem Liegestuhl zu lesen. Die Geschichte ist ganz gut erzählt und in sich stimmig, auch die Figuren fand ich zum Teil ganz interessant, Phil ehrlich gesagt weniger, aber Lella, die gerade anfangs als ziemlich besitzergreifend beschrieben wird, was ihren Zwillingsbruder betrifft, fand ich eigentlich schon ganz gut dargestellt. Von dieser Obsession ihrem Bruder gegenüber mal abgesehen, hat sie allerdings einen sehr, sehr guten Charakter, der für meinen Geschmack noch ein paar mehr Ecken und Kanten vertragen hätte.
Die Geschichte ist recht vorhersehbar, auch das Familiengeheimnis kann man sich stellenweise denken (ganz nicht, da ein wichtiges Puzzlestück erst ziemlich am Ende offenbart wird), was aber dem Lesevergnügen nur wenig Abbruch tut, wenn man einfach mal auf der Suche nach einem Buch ist, mit dem man es sich im Sommer gemütlich machen kann.
Ganz unerwartet hat das Buch mir Lust auf Sizilien gemacht – und auf die italienische Küche, die man abseits von Pizza und Pasta findet. Zwar enthält das Buch keine Rezepte, aber die Beschreibungen der Gerichte machen trotzdem Lust aufs Nachkochen.
Fazit: Ein schön zu lesendes Sommerbuch.

Sabine Weiß: Die Buchdruckerin

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich bei vorablesen „historead“ gewonnen. Historische Romane lese ich ganz gerne und dann noch einer über den Buchdruck… das kann man sich doch nicht entgehen lassen!

 Zum Inhalt: Die Geschichte um die Druckerin Margarethe Prüß beginnt um 1520 in Straßburg. Hier wächst das Mädchen quasi mit dem Beruf der Druckerin auf, denn ihrem Vater gehört eine Druckerei und das wissenshungrige Mädchen interessiert sich von klein auf für die Abläufe und Vorgänge beim Drucken eines Buches. Margarethe darf sogar für ihren Vater Korrektur lesen, und so sorgt er dafür, dass seine Tochter nach seinem Tod die Hälfte der Druckerei zugesprochen bekommt. Dieser Schritt macht ihren Bruder sehr wütend, und Margarethe muss feststellen, dass es nicht einfach ist, als Frau in diesem Beruf Fuß zu fassen.
Doch mit Hilfe ihres ersten Ehemanns Reinhard Beck gelingt ihr dies dann doch, und die beiden führen die Druckerei erfolgreich gemeinsam. Dabei begeben sie sich aber öfter in Gefahr, denn es ist die Zeit der Reformation und Martin Luthers Thesen verbreiten sich in rasender Geschwindigkeit – natürlich gerade auch wegen des Buchdrucks. Plötzlich wollen alle Menschen die Texte über den Glauben selbst lesen und sich selbst ein Bild machen – einfach nur zu hören, was der Klerus zu sagen hat, das gilt nun nichts mehr.
Es ist eine gute Zeit für die Drucker – und eine gefährliche, denn viele Schriften, die nun von allen möglichen Reformatoren und Predigern verfasst werden, gelten als ketzerisch und gefährlich. Nur im Verborgenen können sie gedruckt und verbreitet werden – und dies ist ein wirklich gefährliches Unterfangen.
In dieser aufregenden, aber auch schwierigen Zeit, wird Margarethe erwachsen, sie muss ihre immer größer werdende Familie versorgen, schwere Schicksalsschläge überwinden und mehrfach ihre Meinung über Menschen, die sie zu kennen glaubte, revidieren. Aber Margarethe ist eine starke Frau, die sich immer wieder aufrappelt und die ihren Weg weitergeht und sich für das einsetzt, an das sie glaubt.

 Wie mir das Buch gefallen hat: Trotz des klischeehaften „Die + Berufsbezeichnung“-Titels, der ja so vielen historischen Romanen anhaftet, verbirgt sich hinter diesem Titel kein einfach gestrickter historischer Roman, bei dem die Geschichte eigentlich nur Kulisse für die Liebesgeschichte der Protagonistin ist. Im Gegenteil: „Die Buchdruckerin“ ist ein Roman, dem man schnell anmerkt, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Sabine Weiß versteht es, die historischen Fakten interessant und spannend in ihren Roman zu integrieren und gerade das, was man über den Buchdruck erfährt, fand ich sehr spannend und es hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Im Nachwort habe ich dann festgestellt, dass es neben vielen der Reformatoren, die ihren Auftritt in diesem Roman haben, tatsächlich auch Margarethe Prüß und ihre Familie wirklich gab. Auch wenn über deren Leben nicht viele Informationen erhalten sind, finde ich es großartig, dass der Protagonistin dieses Romans eine „echte Person“ zugrunde liegt, der so ein tolles Denkmal gesetzt wurde.
Die Handlung des Romans ist spannend und gut erzählt, sodass man damit viele schöne Lesestunden verbringen kann. Ein toller historischer Roman, der auf jeden Fall lesenswert ist!

Angie Sage: Magyk

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ich bin zufällig eines Tages beim Stöbern auf der amazon.de Seite auf das Buch aufmerksam geworden. Die Beschreibung klang spannend und die Rezensionen waren so positiv, dass ich es gleich auf meinen Wunschzettel setzte. Das war auch gut so, denn wenig später schon bekam ich es zu Weihnachten – und kann nun voller Stolz sagen, dass ich es auf einer Zugfahrt von Salzgitter nach Wilhelmshaven komplett durchgelesen habe.

Zum Inhalt: In der Nacht, in der Sarah Heap ihren siebten Sohn zur Welt bringt, dem eigentlich Großes prophezeit worden ist, wird im Schloss auch die Tochter des Königs geboren. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch Schreckliches geschieht: die Hebamme erklärt Sarahs Sohn für tot, und die Königin wird ermordet. Wenig später findet Silas Heap ein wimmerndes Baby an der Schlossmauer. Nicht ahnend, dass es sich um die Prinzessin handelt, nimmt er das Baby mit nach Hause und so wird die kleine Jenna bei den Heaps groß.
Alles könnte so einfach sein, doch das Schicksal will es anders. Als sie zehn Jahre alt ist, wird Jenna von den Feinden ihrer Mutter aufgespürt und muss fliehen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, bei der Jenna auch den mysteriösen Jungen 412 kennen lernt, der der Jungarmee entwischt ist. Was hat es mit diesem Kind auf sich?

Wie mir das Buch gefallen hat: Oft wird gesagt, dass Septimus Heap wie Harry Potter sei. Der Vergleich ist allerdings ziemlich lächerlich, denn Septimus und Harry haben gleich mal so gar nichts gemeinsam. Und auch die Geschichten, die die beiden erleben, unterscheiden sich erheblich voneinander. Ich fand das Buch wirklich gut, überzeugend und sehr interessant erzählt. Es ist toll zu lesen und wirklich eine großartige Ferienlektüre.

Jonathan Coe: Das Haus des Schlafes

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Eine Freundin von mir hat dieses Buch gelesen und war davon total begeistert. Was sie mir davon erzählte, klang gut und somit habe ich es mir dann auch gekauft. Dieses ist nun also das zweite Mal, dass ich das Buch gelesen habe, nachdem es mir beim Einräumen der Bücherregale zwangsläufig wieder in die Hände fiel.

Zum Inhalt: Die Studienzeit geht zu Ende und für eine Gruppe von Studenten auch eine lange Freundschaft und mehr oder weniger schöne Erinnerungen. Als Terry, Filmliebhaber und später Journalist, in eine Klinik für Schlafstörungen kommt, erkennt er in einem der Ärzte seinen ehemaligen Kommilitonen Gregory Dudden. Dieser scheint sich inzwischen vollkommen der Wissenschaft hingegeben zu haben und der Realität zum Teil beängstigend weit entrückt. Doch was ist aus Sarah und Robert geworden? Und was weiß Dr. Madison darüber, die angeblich mit Robert verwandt ist? Das erfährt man als Leser erst nach und nach – und genau das macht die Geschichte so spannend (es ist schwer, mehr zum Inhalt zu sagen, ohne etwas zu verraten).

Wie mir das Buch gefallen hat: Einfach toll! Das Buch ist spannend, gut durchdacht und die Geschichte ist wirklich interessant konstruiert. Dabei ist es aber nie so, dass einem das Ganze zu gestellt vorkommt, im Gegenteil, man ist immer wieder überrascht und wenn sich Vermutungen bestätigen, dann ist es umso schöner. Ganz toll! Man kann es kaum aus der Hand legen!

Sophie Kinsella: Can You Keep a Secret?

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir im Dezember 2003 in London bei Waterstone’s auf der High Street Kensington gekauft. Es war einer der Bestseller des Jahres. Der Klappentext klang gerade richtig für Entspannung nach dem Examen, und so wanderte das Buch in meinen Einkaufskorb und begleitete mich ins Hotel.

Zum Inhalt: Wie jede Frau hat Emma ihre kleinen Geheimnisse, von denen niemand weiß. Zumindest, bis sie bei Turbulenzen während eines Fluges plötzlich das Gefühl bekommt, sie müsse alles beichten. Dies tut sie auch – sie vertraut ihrem Sitznachbarn alles an. Als das Flugzeug sicher landet, ist Emma dies alles schrecklich peinlich – doch sie tröstet sich mit der Gewissheit, dass sie den Fremden nie wiedersehen wird. Doch unverhofft kommt eben oft und – als Leser ist einem das ja eh klar – Emma sieht den Fremden nicht einfach nur wieder, nein, er ist sogar der Chef des Konzerns, für den sie arbeitet. Als wäre dies nicht schon Katastrophe genug, verliebt Emma sich auch noch in Jack Harper. Und damit fängt das lustigste Chicklitabenteuer erst an…

Wie mir das Buch gefallen hat: Von allen Büchern, die man mal eben in den Ferien zur Entspannung lesen kann, ist dies mindestens unter den ersten dreien. Ich fand es wieder mal richtig schön, lustig, mitreißend – und ich glaube, dass ich Emma jedes weitere Mal beim Lesen mehr ins Herz schließen werde.

Sabine Weigand: Das Perlenmedaillon

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch stammt von Thores und meinem Beutezug durch die Mängelexemplartische vom „Gedankenflieger“ in Wilhelmshaven an Ostern 2008. Da ich schon sehr viel Positives über das Buch gehört hatte, musste es auch nicht lange auf dem SUB warten, sondern wurde bald in Angriff genommen.

Zum Inhalt: Helena Brandauerin ist die einzige Tochter einer reichen Kaufmannsfamilie aus Nürnberg im 15. Jahrhundert. Behütet ist sie aufgewachsen und immer in Gesellschaft ihres Vetters Niklas, den die Familie bei sich aufgenommen hatte. Als Helena und Niklas heranwachsen, sind sie nur Freunde – doch eines Tages verändert sich das Verhältnis zwischen den beiden: sie verlieben sich unsterblich ineinander und zeugen sogar ein Kind.
Als Helena ihrer Mutter dies beichten muss, da sie nicht weiß, was sie tun soll, und hofft, dass ihre Eltern sie mit Niklas verheiraten werden, kommt es zum Eklat: Niklas wird von Helenas Vater aus der Familie verstoßen und muss Nürnberg sofort verlassen. Betäubt von Trauer und Verzweiflung schließt Niklas sich einer Händlerkolonne an, die nach Venedig unterwegs ist…
Helena selbst wird von ihren Eltern für ein Jahr in die Obhut eines Klosters gegeben: hier soll sie das Kind heimlich zur Welt bringen, das dann umgehend zur Adoption freigegeben wird. Nach ihrer Rückkehr wird Helena dann mit Konrad Heller verheiratet, einem reichen, aber sehr grausamen Kaufmann, der kein Geheimnis daraus macht, dass er Helena verabscheut und ihr nicht den kleinsten Funken Respekt entgegenbringen kann.
Helena ist überzeugt davon, dass es ihr so schlecht ergeht, seitdem sie das Perlenmedaillon, eine Reliquie der heiligen Walburga, in der Nacht verlor, in der sie ihre Schwangerschaft beichtete. Dieses Medaillon befindet sich, ohne dass Helena davon weiß, in den Händen der Hübschlerin Anna. Diese ist nach einer schrecklichen Tragödie in der großen Stadt Nürnberg auf sich allein gestellt und muss ihr Geld als Hure verdienen, weil sie keine andere Arbeit findet. Sie ist an dem Abend, als Helena ihren Eltern alles beichtet, in deren Haus, nimmt das Medaillon an sich und hofft, dass es ihr Glück bringen wird.
Spätestens von diesem Punkt an sind die Leben der zwei unterschiedlichen Frauen auf wundersame Weise verbunden, auch wenn keine von beiden es zu dem Zeitpunkt ahnt.

Wie mir das Buch gefallen hat: Super! Ich lese ganz gern mal historische Romane, und das ist wirklich ein richtig guter. Das Buch ist spannend, verbindet Fakten und Fiktion auf eine echt interessante Weise und ist stellenweise sehr lustig oder traurig. Nicht nur die Geschichte um Helena und Niklas ist interessant, auch die anderen Handlungsstränge sind echt gut und gelungen. Ich werde noch mehr von dieser Autorin lesen, das Buch hat mich überzeugt!

Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch hat mich letztes Jahr während der Sommerferien bei Weiland in Hannover angelockt. „Weltbestseller“ stand auf einem Aufkleber auf dem Buch, von dem ich noch nie gehört hatte. Da mir der Klappentext ganz gut gefiel, nahm ich das Buch als Urlaubslektüre mit. (Gut, es wurde erst ein Jahr später zur Urlaubslektüre, aber immerhin!)

Zum Inhalt: Daniel ist zehn Jahre alt, als ihm eines Abends plötzlich bewusst wird, dass er sich nicht mehr an das Gesicht seiner verstorbenen Mutter erinnern kann. Er ist verzweifelt, doch sein Vater weiß, wie er den Jungen auf fröhlichere Gedanken bringen kann. Er zeigt ihm einen geheimen Ort in Barcelona, von dem Daniel niemandem außer seiner Mutter im Himmel erzählen darf: den Friedhof der vergessenen Bücher. An diesem Ort darf sich Daniel ein Buch aussuchen und adoptieren. Nie darf er es hergeben, so lange er lebt.
Ganz ehrfürchtig wählt Daniel das Buch Der Schatten des Windes von einem gewissen Julian Carax. Er liest es innerhalb einer Nacht vollständig durch und hat das Gefühl, noch nie etwas so Schönes gelesen zu haben. So macht er sich auf die Suche nach mehr Werken dieses Autors – und stellt ziemlich schnell fest, dass diese Suche nicht ganz ungefährlich ist.
Es stellt sich heraus, dass Daniels Leben auf seltsame Weise mit dem Roman verwoben zu sein scheint. Und so fesselt ihn die Suche nach dessen Autor immer mehr. Immer tiefer gerät der Junge in ein Labyrinth aus Rätseln und Lügen, lernt dabei sich selbst kennen und erfährt, was Liebe und Freundschaft wert sind.

Wie mir das Buch gefallen hat: Schon von Anfang an hat der Roman einen ganz besonderen Zauber inne, der sich auf den Leser überträgt. Der Erzählstil ist sehr atmosphärisch, sodass man das Gefühl hat, man dürfe wirklich mit Daniel Sempere und den anderen Figuren durch die Straßen Barcelonas ziehen. Es ist so, als ob der Erzähler (Daniel) einem die Geschichte persönlich erzählt. Die Handlung wird ebenfalls immer dichter und ist spannend, auch wenn sie auf „Knalleffekte“ verzichtet. Am Ende des Romans hatte ich eine Gänsehaut – es war unbeschreiblich schön.
Ein rundum wundervolles, lesenswertes, einmaliges Buch!