David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal

032Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch ist ein Mitbringsel von der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr. Das Cover war Blickfang genug, der Autorenname tat dann das Übrige. David Levithan hat mich einfach noch nie enttäuscht. 😉

Zum Inhalt: Jeden Morgen wacht A im Körper eines anderen Menschen auf. Für 24 Stunden nimmt er das Leben eines Anderen ein, lebt in dessen Familie mit dessen Freunden. A ist sechzehn und das weiß er vor allem deswegen, weil alle Menschen, die er zur Zeit ist, auch sechzehn sind. Eigentlich macht es A nichts aus, so zu leben. Er kennt es nicht anders. Früher einmal hat er sich gewünscht, auch ein Zuhause zu haben, Freunde, Eltern, Vertraute, aber mittlerweile weiß er, dass das einfach nicht möglich ist. Nicht für ihn.
Dann aber wacht A eines Morgens im Körper von Justin auf – und verliebt sich unsterblich und auf den ersten Blick in dessen Freundin Rhiannon. Er erlebt einen perfekten, ganz besonderen Tag, und auch Rhiannon ist hingerissen davon, wie Justin sich ihr gegenüber plötzlich verhält – ganz anders als er nämlich in letzter Zeit zu ihr war.
Eigentlich wäre all das am nächsten Tag einfach vorbei, doch A kann Rhiannon einfach nicht vergessen. Er will um ihre Liebe kämpfen, ihr das Geheimnis seines Daseins anvertrauen, es zusammen mit ihr schaffen, das alles zu überwinden, trotzdem glücklich werden – ein Paar sein. Doch natürlich ist das nicht so einfach. Würde Rhiannon ihm überhaupt glauben? Kann eine Beziehung für A überhaupt funktionieren?
Während A noch im Gefühlschaos versucht, vor sich selbst zu rechtfertigen, dass er jede seiner nächsten Identitäten mit Rhiannon zusammenbringt und damit stark in ihre Leben eingreift, was er normalerweise zu vermeiden versucht, geschieht das Unglaubliche: ein Junge, in dessen Körper A einen Tag verbracht hat, erinnert sich daran, an diesem Tag nicht er selbst gewesen zu sein. Dies ist vorher noch nie geschehen – As Besuche gehen mehr oder weniger spurlos an den Besitzern der Körper vorbei -doch nun behauptet Nathan, vom Teufel besessen gewesen zu sein. Und irgendwie gelingt es ihm, As Spur aufzunehmen. Für A ist plötzlich nichts mehr, wie es war…

Wie mir das Buch gefallen hat: Eine ungewöhnliche Geschichte, erzählt von einem Autor, der einfach erzählen kann. Der es versteht, seine Figuren zu etwas ganz Einzigartigem zu machen und sie seinen Lesern ganz nahe zu bringen. „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ist eine wunderschöne Geschichte, die mich zum Lachen gebracht hat, die mich aber auch mehrfach mit einem Kloß im Hals hat weiterlesen lassen. As Geschichte ist besonders, aber sie ist nicht einfach. Hier gibt es kein plattes und unglaubwürdiges Verdrehen der Glaubwürdigkeit der Handlung, damit am Ende eine schmalzige Liebesgeschichte mit Happy End herauskommt. Das Ende ist… das einzig mögliche. Es hat mir gut gefallen.
Wie so oft erzählt David Levithan eine Liebesgeschichte, die nicht ganz einfach nachzuvollziehen ist. Er beschäftigt sich mit dem Gefühl, dass Glück vergänglich ist, und was wir dagegen tun können – wenn es da überhaupt etwas gibt. As Perspektive ist dabei wirklich sehr interessant und man kommt doch dazu, dass Leben wirklich mal mit anderen Augen zu sehen. Mir hat das sehr gut gefallen.
Was für mich auch gut funktioniert hat, war, dass es aber nicht nur um die Liebesgeschichte zwischen A und Rhiannon geht, sondern dass A nun plötzlich auch noch das Problem hat, dass er nicht mehr unerkannt ist. Jemand weiß, was geschehen ist, und versucht, das zu verstehen. A, der sich irgendwie verantwortlich für das fühlt, was er tut, auch wenn er sich ja nun mal nicht aussuchen kann, in wessen Körper er aufwacht, muss sich auch dieser Situation stellen und mit dem Geheimnis um seine Identität vielleicht sogar endgültig rausrücken. Auch das wird spannend erzählt und ist wirklich durch und durch glaubwürdig.
„Letztendlich sind wir dem Universum egal – deswegen dürfen wir einander nicht egal sein“, ist eine schöne Aussage, die ich aus diesem Roman mitnehme, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Zadie Smith: NW

022Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir letzten Sommer in London gekauft? Wo sonst? Ich habe mich gefreut, dass es etwas Neues von Zadie Smith gibt und ein Buch, das dann auch noch London in den Mittelpunkt stellen sollte… klang doch mehr als gut!

Zum Inhalt: Leah und Natalie sind in Kilburn aufgewachsen, im Nordwesten Londons. Sie kommen beide aus Familien, die ein Außenstehender vielleicht als „sozial schwierig“ einstufen würde, sie haben gekämpft für das, was sie heute haben. Leah ist Sozialarbeiterin, Natalie sogar eine erfolgreiche Anwältin. Beide haben die Sozialwohnungen in Kilburn eigentlich hinter sich gelassen – vor allem Natalie hat, zumindest nach außen hin – den sozialen Aufstieg geschafft und ist ein ganz neuer Mensch geworden. Doch stimmt das wirklich? Hinter der Fassade der glücklichen Ehefrau und Mutter und der erfolgreichen Anwältin ist Natalie eigentlich immer noch ein Mädchen aus Kilburn, eine junge Frau, die sich ihrer Familie gegenüber gleichzeitig irgendwie schuldig und überlegen fühlt und die immer noch das Gefühl hat, den Erwartungen ihrer Familie gerecht werden zu müssen.
Ähnlich geht es auch Leah, die mit Michel verheiratet ist, im Gegensatz zu ihm aber keine Kinder möchte. Doch kann sie ihm das wirklich sagen? Man erwartet doch von ihr, Mutter zu werden, die Mutterrolle zu leben. Warum nur sträubt sich alles in ihr so dagegen?
Natalie und Leah sind Freundinnen, auch wenn sie im Verlauf ihrer Leben ganz unterschiedliche Wege gehen, sich zum Teil fremd werden, in unterschiedlichen Welten zu leben scheinen. Doch wenn es darauf ankommt, dann sind und bleiben sie Freundinnen, die sich aufeinander verlassen können, zueinander stehen und die einander verstehen. Auch das scheint der bunte, multikulturelle, vibrierende, laute Nordwesten Londons zu tun – er schweißt Menschen zusammen, und das nicht nur aus familiären Gründen oder aus Schuldbewusstsein.

Wie mir das Buch gefallen hat: „NW“ ist ein großartiges Buch, das durch und durch mit seinem Schauplatz verwachsen ist und das in keiner anderen Stadt spielen könnte. Es versetzt einen beim Lesen direkt nach London. Ich bin im Dezember das letzte Mal dort gewesen und habe zufällig in Kilburn gewohnt. Ich konnte in Smith‘ Roman Straßen, Gebäude und Plätze wirklich wiedererkennen, und durch ihre Art des Erzählens schafft sie es, dass man das Gefühl hat, auch die Gerüche und die Geräusche des Londoner Nordwestens wahrnehmen zu können. Wenn britische Zeitungen schreiben, dies sei die Geschichte ihrer Stadt, kann man ihnen genau nachfühlen, was sie damit meinen.
Der Roman ist in fünf Teile gegliedert, die ganz unterschiedlich aufgebaut sind und die zum Teil auch verschiedene Geschichten erzählen, bis im letzten Teil dann alle Stränge zusammenlaufen. Es gibt zwar zwischendurch immer wieder Verweise auf Personen oder Begebenheiten, die in anderen Teilen des Romans wichtig werden, aber erstmal stehen sie – auch erzählerisch – für sich. Dass sich sowohl der Erzählstil als zum Beispiel auch der Zeitraum, über den berichtet wird, von Abschnitt zu Abschnitt ändert, macht auch eine Faszination aus, der man sich beim Lesen schwer entziehen kann.
nwFür mich war Natalie die interessanteste Figur, auch wenn auch Leah, die Partner der beiden Frauen, ihre Familien und nicht zuletzt Felix, der einen kleinen aber traurigen Part in diesem Roman spielt, auch faszinierend waren. Natalie, die es trotz ihrer familiären Verhältnisse zumindest nach außen hin schafft, sozial aufzusteigen, die aber in ihrem neuen Leben lange nicht so glücklich ist, wie man es erwarten könnte, habe ich dennoch am liebsten begleitet. Es ist schwer, sie wirklich zu verstehen, vielleicht sogar unmöglich, aber gerade das war so spannend an ihr.
Ich musste mich ein bisschen einlesen in „NW“, sich an Smith‘ wechselnde erzählerische Techniken gewöhnen, den „Slang“ der Kilburner aufnehmen und durch das ein oder andere Kapitel kommen, das als stream-of-consciousness erzählt wird, bis ich das Gefühl hatte, dass ich wirklich in dem Roman angekommen war. Doch der Puls der Geschichte, das bunte London abseits der Touristenattraktionen und die faszinierenden Menschen, die die Metropole zu bieten hat, holen einen schnell ein.
This is London. Was Charles Dickens fürs viktorianische London getan hat, tut Smith hier für London heute. Amazing.

Sophie Divry: The Library of Unrequited Love

010Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir Ende Dezember in London bei meinem geliebten Waterstones am Trafalgar Square gekauft. Titel, Cover, Klappentext – alles klar, das brauchte ich.

Zum Inhalt: Normalerweise unbeachtet von den Bibliotheksbesuchern, die ihr viel zu wenige Fragen stellen, zu wenig ernst genommen von den Mitarbeiterinnen, die oben in der Abteilung für Belletristik arbeiten und die sich angeblich für etwas Besseres halten, kommt die Bibliothekarin, die für die Geographieabteilung zuständig ist, früh morgens zur Arbeit, um die Regale durchzuschauen und Bücher einzusortieren, die ausgeliehen gewesen waren und nun zurückgegeben wurden. Aber heute ist alles anders als sonst, denn als sie in die Bibliothek kommt, trifft sie unverhofft auf einen Besucher, der versehentlich über Nacht in der Bibliothek eingeschlossen gewesen war. Zunächst verärgert über den ungebetenen Gast, beginnt die Bibliothekarin damit, von ihrer anstrengenden Arbeit und den Besonderheiten des Ordnungssystems zu erzählen, redet sich aber immer mehr in Fahrt. Wir erfahren, wie einfach es durch ein zentrales Ordnungssystem ist, Bücher in Regalen aufzuspüren, welche Autoren sich den Respekt der Bibliothekarin verdient haben und auf welche sie herabsieht, was sie an Bibliotheken stört und was sie an ihnen liebt und letztlich hören wir noch etwa über Martin. Dieser mysteriöse Bibliotheksbesucher, dessen Nacken die einsame Bibliothekarin an einen Buchrücken erinnert und den sie deswegen so attraktiv findet, kommt seit längerer Zeit regelmäßig und scheint an einer wissenschaftlichen Arbeit zu schreiben. Jedes Mal hofft die Bibliothekarin, er möge sie wahrnehmen – als Frau. Ihr eine Frage stellen, mit ihr ins Gespräch kommen. Doch leider bleibt Martin unerreichbar.
Der Monolog de Bibliothekarin endet erst, als der Sicherheitsdienst oben die Türen aufschließt und der unfreiwillige Übernachtungsgast das Gebäude verlassen kann.

Wie mir das Buch gefallen hat: Wer sich auf „The Library of Unrequited Love“ einlässt, bekommt 92 Seiten lang einen dramatischen Monolog geliefert. Ohne Punkt und Komma redet die Erzählerin, und ohne einen einzigen Absatz läuft der Text über seine gesamte Länge. Dies fand ich zuerst etwas befremdlich, aber ist man erst einmal in die Gedankenwelt von Divrys etwas verbitterter Erzählerin eingestiegen, macht das Ganze einfach nur noch Spaß.
Erwartet hatte ich ehrlich gesagt etwas ganz Anderes, nämlich eine Art Liebeserklärung an das Lesen, an Bibliotheken und so weiter, aber die Liebe der Bibliothekarin zu Ordnung, zu Büchern, eigentlich auch zu Bibliotheken – und auch die zu Martin, sie alle sind wirklich unerwidert. Fast könnte sie einem leid tun, aber irgendwie war sie mir dazu nicht sympathisch genug. Wie eine reale Person auch, offenbart Divrys Ich-Erzählerin Facetten ihrer Persönlichkeit, die sympathisch sind, manchmal scheint sie aber wirklich auch sehr verbittert und sogar ein bisschen verrückt. Das macht beim Lesen unheimlich viel Spaß.
Richtig gut fand ich auch, dass man beim Lesen die ein oder andere interessante Information zum Thema Bibliotheken aufschnappen konnte, und ein bisschen schuldig habe ich mich tatsächlich am Frust der Bibliothekarin auch gefühlt, denn ich gehöre ja auch zu den Lesern, die Bücher immer besitzen wollen und deswegen eigentlich nichts aus Bibliotheken ausleihen. Das gebe ich ja zu. Nichtsdestotrotz gehe ich ganz gerne in Bibliotheken, weil ich die Atmosphäre in den meisten sehr mag. Wie sich die Gestaltung von Bibliotheken entwickelt hat, erzählt die Bibliothekarin hier übrigens auch zumindest kurz, und das fand ich zum Beispiel durchaus spannend.
Ein ungewöhnliches Buch, das aber durchaus lesenswert ist und uns vielleicht dazu anregen kann, unser Leseverhalten ein bisschen zu beobachten. (Nicht, dass wir das nicht ohnehin schon täten…)

Sebastian Fitzek: Noah

005Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Der neue Fitzek – hach ja! Zum Glück erschien er so kurz vor Weihnachten, und zum Glück hatte ich einen Gutschein von amazon…

Zum Inhalt: Er hat keine Ahnung, wer er ist. Er weiß nicht, woher er kommt. Wie er nach Berlin gekommen ist. Warum er eine Schusswunde in der Schulter hat. Alles, was er weiß, ist, dass Oscar, ein hilfsbereiter Obdachloser, ihn gefunden und gesund gepflegt hat. Oscar zeigt ihm, wie man im Winter auf den Straßen Berlins überlebt. Dabei ist die Kälte nur der offensichtlichste Feind – Oscar wittert überall Verschwörungen und sieht überall potenzielle Verfolger. Warum er, der jedem misstraut, sich dann ausgerechnet um einen Mann kümmert, der so offensichtlich wirklich umgebracht werden sollte, versteht Noah nicht. Noah, der nicht weiß, ob das wirklich sein Name ist. Der diesen Namen nur angenommen hat, weil auf seiner Hand dieses Wort eintätowiert ist. Warum auch immer.
Wenn er sich doch nur erinnern könnte! Noah ist verzweifelt, weil er nichts mehr von seiner Vergangenheit weiß. Und er kann sich darum auch nicht wirklich kümmern, denn er muss irgendwie versuchen, den Winter zu überleben – und gerade im Moment ist es für Obdachlose besonders schwer, denn eine Epidemie verbreitet sich auf der ganzen Welt, und der sogenannte Manila-Virus ist tödlich. Die Ansteckungsgefahr ist unvorstellbar groß und in den USA ist bereits der Flughafen JFK unter Quarantäne gestellt worden, nachdem dort Träger des Virus ausgemacht werden konnten.
Dass das alles tatsächlich irgendetwas mit Noah zu tun haben könnte, ahnt dieser nicht im geringsten; auch dann nicht, als ein Bild, das er zufällig in der Zeitung sieht, plötzlich seine Erinnerung triggert und dafür sorgt, dass er Oscars und sein gesamtes Geld in einen Anruf in die USA investiert. Kurz nachdem er das getan hat, ist nichts mehr, wie es war. Plötzlich sind jede Menge sehr gefährlicher Menschen hinter Noah her und ohne dass er wüsste, warum, muss er plötzlich fliehen. Auf dieser Flucht aber entschlüsselt er langsam aber sicher ein grausames Geheimnis, das jeden einzelnen Menschen auf der Erde betrifft, auch wenn bis auf eine Hand voll Leute niemand davon auch nur etwas ahnt.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich habe hohe Erwartungen, wenn ich einen Thriller von Fitzek in die Hände bekomme. Ich erwarte Nervenkitzel, Spannung, die mich atemlos weiterlesen lässt, wenn ich längst schlafen sollte, einen Plot, der sich lange Zeit nicht entschlüsseln lässt, und eine Auflösung, die mich zufrieden und doch etwas ratlos zurücklässt.
Das alles hat „Noah“, und trotzdem ist dieser Thriller ganz anders als jeder andere, den Fitzek bisher geschrieben hat. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet und erst recht nicht hätte ich gedacht, dass mich eine völlig andere Art Thriller von ihm so fesseln könnte. „Noah“ ist ein großartiges Buch und tatsächlich sehr viel mehr als ein Thriller.
Schnell wird klar, dass hinter dem Manila-Virus eine Verschwörung steckt, die dafür sorgen soll, dass die Bevölkerung der Erde sich halbiert (!). Ähnlich wie die Pest im Mittelalter soll das Virus dafür sorgen, dass Millionen Menschen sterben und die Situation der Erde wieder ins Gleichgewicht gerückt wird: zu viele Menschen auf der Welt verbrauchen zu viele Rohstoffe, schon jetzt hungern und leiden Millionen von Menschen und in vielen Ländern leben die Menschen unter schwersten Bedingungen, während Europa, China und die USA Rohstoffe verbrauchen wie nichts Gutes. Ein sehr schwieriges Thema, dem sich Fitzek hier angenommen hat, weil er Fragen aufwirft, auf die es keine Antworten gibt, und die uns doch alle etwas angehen. Ich bin beeindruckt davon, wie er das Thema hier aufgegriffen und verarbeitet hat, ohne dass man als Leser das Gefühl hat, ein Autor, der alles besser wisse als man selbst, erkläre einem erstmal das Leben. Das ist nicht Fitzeks Absicht und so kommt das auch nicht an. Doch neben einer Thrillerhandlung, die so voller Wendungen und so temporeich und rätselhaft ist, wie wir es von Fitzek erwarten, bekommen wir hier eben noch sehr viel mehr. Dies ist kein Thriller wie alle anderen, kein Buch, das man hinterher ins Regal stellt, und von dem man dann denkt: „Alles klar, nun das nächste.“Fitzek zeigt hier wirklich, was er drauf hat – mit „Noah“ hat er ein ganz neues Level der Thrillerliteratur erreicht. Ich bin unheimlich gespannt darauf, was wir als nächstes von ihm zu erwarten haben.

Ich lese… To the Lighthouse

virginiawoolfDas letzte Mal, dass ich Virginia Woolf gelesen habe, ist eine Ewigkeit her. Ich habe verschwommene Erinnerungen daran, dass mir „Mrs. Dalloway“ ganz gut gefallen hat (und dass ich davon überrascht war). Ich las den Roman damals auf Deutsch, kaufte ihn sogar noch mal – auf Englisch. „To the Lighthouse“ stand damals auf einer Literaturliste an der Uni. Was meine Professorin dazu erzählte, klang gut, und so legte ich mir auch dieses Buch zu. Bis jetzt wartete es im Regal auf mich.

Ich fing nicht mit einer bestimmten Erwartungshaltung an zu lesen, musste aber gleich feststellen, dass „To the Lighthouse“ nicht als Nebenbeibuch zu lesen ist. Es passiert zwar, das muss man schon sagen, an äußerer Handlung wenig, aber dafür sind die Figuren umso komplexer, und es braucht eine Weile, um sie ein bisschen kennenzulernen.
Was genau heißt das? Nun, zunächst das: auf den ersten hundert Seiten geschieht an Handlung kaum mehr als dies: die Ramsays, die wie jedes Jahr im Sommer viel Besuch im Haus haben, verleben einen Tag, an dem absolut nichts Spektakuläres geschieht; und die einzige Beziehung zum Romantitel wird durch den jüngsten Sohn James hergestellt, der sich wünscht, dass sie am kommenden Tag einen Ausflug zum Leuchtturm machen, was sein Vater aber nicht erlaubt, da es seiner Meinung nach regnen wird.

Und das ist alles? Natürlich nicht.
Im Haus der Ramsays treffen wir eine ganze Reihe interessanter Charaktere, die alle so ihre Probleme mit sich herumtragen. Da sind Minta und Paul, über die wir noch (?) nicht viel erfahren bis auf die Tatsache, dass Minta die Tochter von Freunden der Ramsays ist und Mrs. Ramsay sich Sorgen macht, dass zu viel über das Mädchen getratscht werden könnte, wenn es sich zu oft mit einem Mann sehen lässt.
Dann gibt es noch Lily Briscoe, eine eher unauffällige junge Frau, eine Künstlerin, die kein besonderes Selbstbewusstsein hat, was ihre Kunst betrifft. Sie hat Vorstellungen davon, wie ihre Kunstwerke aussehen sollen, doch nicht nur wird sie ihnen nicht gerecht, sie hat auch damit zu kämpfen, dass sie dafür kritisiert wird, dass ihre Kunst nicht versucht, die Wirklichkeit möglichst detailgetreu abzubilden. Der einzige, dem sie ihre Bilder überhaupt zeigt, ist Mr. Bankes, eine Freund der Ramsays, der Lilys Vater sein könnte, mit dem sie sich aber trotzdem besonders gut versteht.
Der auffälligste Gast ist jedoch mit Abstand Charles Tansley, ein Student, der gerade an seiner Dissertation schreibt, und der ziemlich schwierig im Umgang ist. Nicht nur fehlt ihm jedes Gespür für das Zwischenmenschliche, er redet auch endlos über seine Studien und findet Menschen, die ihm intellektuell nicht das Wasser reichen können, offensichtlich kaum des Gesprächs wert.
Dies ändert sich nur ein einziges Mal, nämlich dann, als er Mrs. Ramsay in die Stadt begleitet. Obwohl sie deutlich älter ist als er (um die fünfzig) und nicht unbedingt im klassischen Sinne schön, erliegt er ihrem Charme, was Mrs. Ramsay sehr verwundern dürfte, wenn sie es wüsste, denn sie findet Tansley unglaublich anstrengend.

[W]hen all at once he realised it was this: – she was the most beautiful person he had ever seen.
With stars in her eyes and veils in her hair, with cyclamen and wild violets – what nonsense was he thinking? She was fifty at least; she had eight children. Stepping through fields of flowers and to her breast buds that had broken and lambs that had fallen; with the stars in her eyes and the wind in her hair – He took her bag.
„Good bye, Elsie“, she said, and they walked up the street, she holding her parasol erect and walking as if she expected to meet someone around the corner, while for the first time in his life Charles Tansley felt an extraordinary pride […]; felt the wind and the cyclamen and the violets for he was walking with a beautiful woman. (p.25)

Ja, sie hat acht Kinder, sie ist verheiratet und versucht, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein, es geht ihr nicht darum, Anderen zu imponieren, aber gerade das ist es vielleicht, was die Anderen so an ihr fasziniert. Zumindest die Männer – außer ihrem eigenen Ehemann. Auch Mr. Bankes bewundert Mrs. Ramsay, und seine Gedanken zu ihr finde ich sehr bemerkenswert und sehr schön, auf eine ganz spezielle Art:

For always, he thought, there was something incongruous to be worked into the harmony of her face. She clapped a deer-staler’s hat on her head; she ran across the lawn in goloshes to snatch a child from mischief.So that if it was her beauty merely that one thought of, one must remember the quivering thing, the living thing […], and work it into the picture; or if one thought of her simply as a woman, one must endow her with some freak of idiosyncrasy – she did not like admiration – or suppose some latent desire to doff her royalty of form as if her beauty bored her and all that men say of beauty, and she wanted only to be like other people, insignificant. (pp. 47-48)

Mrs. Ramsay selbst ist viel zu beschäftigt mit ihrem Leben, um so etwas zu bemerken. Wir erfahren, dass sie all ihre Kinder liebt, aber ein besonderes Verhältnis scheint sie zu ihrem jüngsten Sohn James zu haben – dazu komme ich gleich noch. Was aber an ihr auffällt, ist, dass Mrs. Ramsay selbst (die keinen Vornamen zu haben scheint, sie wird offenbar nur über ihre Ehe definiert) zwar durchaus weiß, dass sie positiv auf andere Menschen wirkt, dass sie aber vor allem bemüht ist, dass ihrem Mann genügend Anerkennung zuteil wird.

[S]he did not like, even for a second, to feel finer than her husband; coud not bear being entirely sure, when she spoke to him, of the truth of what she said. Universities and people wanting him, lectures and books and their being of the highest importance – all that she did not doubt for a moment; but it was their relation, and his coming to her like that, openly, so that any one could see, that discomposed her; for then people said he depended on her, when they must know that of the two he was infinitely the more important and what she gave the world, in comparison with what he gave, negligible. (pp. 61 – 62)

Dies ist aber vor allem das Bild nach außen. Mrs. Ramsay versucht, alles von ihrem Mann fernzuhalten. Könnte mir vorstellen, dass sich die Beziehung der beiden noch verändern wird, zumal sie eigentlich eine selbstbewusste Frau ist, die auch zu den Arbeiten ihres Mannes eine Meinung hat, auch wenn sie die nicht immer verrät.

Am besten gefällt mir aber die Beziehung zwischen Mrs. Ramsay und ihrem jüngsten Sohn James; sie scheint auf den ersten Blick einfach nur von Herzlichkeit und Liebe geprägt, auch wenn sie von James‘ Seite so weit geht, dass er seinen Vater verabscheut und die Mutter nicht mit ihm teilen möchte.
Jedenfalls gibt es im ersten Abschnitt viele Szenen, in denen Mutter und Sohn Zeit zusammen verbringen; James schneidet entweder im Beisein seiner Mutter Bilder aus einem Katalog aus, oder er bekommt das Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ vorgelesen (ihr wisst schon: „Myne Fru, de Ilsebill, will nich so, as ik wol will…“). Interessant eigentlich – und wohl kein Zufall, dass es gerade das Märchen ist, in dem die böse Frau des Fischers immer mehr und mehr haben will, und der arme Fischer, wenn er wieder ans Wasser kommt, sich einer immer raueren und gefährlicheren See gegenübersieht… zumindest das Meer, Wünsche, unterschiedliche Wünsche unterschiedlicher Menschen, das alles kommt hier schon zum Tragen.
Und so mochte ich auch vor allem die Szenen, in denen das Meer eine Rolle spielt. Da gibt es einen Moment, in dem Mrs. Ramsay darüber nachdenkt, dass das Meeresrauschen häufig eine beruhigende Wirkung auf sie hat, dass es aber zu anderen Zeiten

had no such kindly meaning, but like a ghostly roll of drums remorselessly beat the measure of life, made one think of the destruction of the island and its engulfment in the sea, and warned her whose days had slipped past in one quick doing after another that it was all ephemeral as a rainbow […]. (pp. 27 – 28)

In alledem erscheint zumindest dem kleinen James der Leuchtturm als ein Ziel, das er erreichen möchte. Für ihn ist es der größte Wunsch, zum Leuchtturm fahren zu können; seine Mutter ist die einzige Erwachsene, die ihm diesen Wunsch erfüllen möchte, auch wenn der Leuchtturm für sie eher für Einsamkeit steht, das Abgeschottetsein von der Welt.

Soweit meine ersten Gedanken zu diesem Roman.
Den ersten von drei großen Abschnitten habe ich damit zur Hälfte gelesen. „The Window“ heißt er. Aber warum der Name des Abschnitts so passt, das hebe ich mir fürs nächste Mal auf.

Watt Key: Alabama Moon

noch68Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Bald habe ich sie durch, unsere Jugendbuchkiste, aber im Moment bin ich immer noch dran. Meine jungen Mitleserinnen und Mitleser empfehlen mir immer so viele Bücher, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll, und so dauert es manchmal etwas länger, bis ich wirklich zu allem komme.

Zum Inhalt: Die Regierung ist böse. Es ist am besten, wenn man im Wald lebt, wo man alles hat, was man braucht, und wo sie einen nicht finden. Ein Haus, einen Job, Annehmlichkeiten der westlichen Gesellschaft – all das ist unnötig, es engt einen nur ein. Das weiß Moon von seinem Vater: Paps ist schlau, und er ist Moons bester Freund. Zusammen leben die beiden in einem Bau im Wald. Hier versorgen sie sich selbst, hier bringt Paps Moon alles bei, was er wissen muss, und die beiden verlassen den Wald immer nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Gewehrkugeln müssen sie zum Beispiel kaufen, und ein paar andere Dinge gibt es in Mr. Absroscottos Laden auch immer im Tausch gegen Gemüse und andere Dinge aus dem Wald.
Moon ist sehr zufrieden mit seinem Leben, auch wenn er weiß, dass er ganz anders aufwächst als andere Kinder. Doch da er immer mit Paps zusammen ist und somit nie einsam, vermisst er auch nichts. Doch dann wird Paps plötzlich durch eine entzündete Verletzung sehr krank, und es wird schnell deutlich, dass er sterben wird. Moon ist verzweifelt, doch sein Paps macht ihm Mut: er soll sich nach Alaska durchschlagen – dort leben viele Leute genauso wie er, und dort wird Moon ein neues Zuhause finden. Und auch wenn Moon nach dem Tod seines Vaters zunächst einfach nur verzweifelt ist, macht er sich auf den Weg nach Alaska.
Aber so einfach ist diese Aktion natürlich nicht, denn die Behörden bekommen schnell Wind davon, dass Moon allein durch die Gegend irrt und keine Eltern mehr hat. Man will ihm helfen und ihn aus seiner Situation retten – das Problem ist nur, dass Moon überhaupt nicht gerettet werden will, und dass er schnell das Vertrauen in die Erwachsenen verliert, die sich jetzt seiner annehmen. Ein großes Abenteuer beginnt.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ehrlich gesagt, Cover und auch Klappentext haben mich nicht besonders angesprochen. Eine Abenteuergeschichte im Wald… na gut, das mag ja für Jungs um die zwölf ganz nett sein, aber mehr auch nicht. Wie sagt man jedoch so schön auf Englisch: „Don’t judge a book by its cover“ – und man sagt es mit Fug und Recht. „Alabama Moon“ hat mich absolut positiv überrascht.
Es gelingt Watt Key, eine Geschichte zu erzählen, die wirklich ihresgleichen sucht. Moons Leben in den Wäldern, seine Sicht auf die Welt und die Geschichte darüber, wie er nach dem Tod seines Vaters versuchen muss, sich selbst zu finden und herauszufinden, wie sein Leben weitergehen soll, ist einzigartig und sehr spannend. Key erzählt anschaulich und mit der richtigen Mischung aus Details und Überblicksinformationen, wie man sich ernährt, wenn man in Alabamas Wäldern lebt, wie man dort einen Unterschlupf baut und vor welchen Tieren man sich in acht nehmen muss. Der Kontrast zwischen Moons Leben und dem der Leser wird aber dann besonders deutlich, wenn Moon im Jugendheim oder im Gefängnis ist – dort schwärmt er von den Duschen, den weichen Betten und dem guten Essen, während dies für uns – und für alle anderen Figuren im Roman – natürlich Orte sind, mit denen man keinerlei Annehmlichkeiten verbindet.
Moon ist auch der Ich-Erzähler des Romans, eine gut gewählte Perspektive, denn so lernt man mit der Zeit, ihn zu verstehen und sich in seine Lage einzufühlen. Die Geschichte, die erzählt, wie er langsam allein zurechtkommen muss und wie er es schafft, Freunde zu finden und seinen Weg zu gehen, hat mich doch sehr viel mehr berührt, als ich es für möglich gehalten hätte.
Gerade weil die Geschichte so ungewöhnlich ist, klingt sie auch nach dem Lesen noch nach. Das finde ich sehr schön, und ich hoffe, dass dieser Roman noch viele begeisterte Leser finden wird.

Sebastian Fitzek: Der Nachtwandler

noch87Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Muss ich es bei Herrn Fitzek dazuschreiben? Vor Monaten vorbestellt, natürlich. Dann, als ich gesehen habe, dass das Buch heute erscheint, alle anfallenden Arbeiten gestern schon gemacht, damit ich heute direkt den Thriller lesen konnte, auf den ich mich seit Monaten freue. Gut, dass ich gerade noch vor Sonnenuntergang fertig geworden bin!

Zum Inhalt: In seiner Kindheit ist Leons Familie bei einem schlimmen Unfall ums Leben gekommen – er hat überlebt, aber danach große Schwierigkeiten gehabt, weil er im Schlaf Dinge tut, an die er sich im Wachzustand nicht erinnern kann. Seine erste Pflegefamilie gibt ihn weg, nachdem er eines Nachts mit einem Messer am Bett des Sohnes steht, der friedlich schläft und gar nichts merkt. Leon selbst weiß auch nicht, was ihn zu dieser Tat gebracht hat, aber seitdem hat er wahnsinnige Angst vor dem, was er im Schlaf tun könnte.
Jahre später, als er eigentlich längst denkt, dass er geheilt sei, und er in einer glücklichen Beziehung mit seiner wunderschönen Frau Natalie lebt, wacht Leon jedoch eines Nachts aus einem Albtraum auf und stellt fest, dass seine Frau gerade ihre Tasche packt. Sie ist übel zugerichtet – hat ein blaues Auge, blutige Schrammen, einen abgebrochenen Schneidezahn und sie hinkt, und Leon versteht nicht, wie ihr das passieren konnte. Als er sie fragt, warum sie sich selbst so verletzt hat, gibt sie nur zurück: „Ich?“ und dann verschwindet sie aus der Wohnung. Leon ist entsetzt. Hat er Natalie etwa so zugerichtet? Das würde er nie tun! Und er erinnert sich auch überhaupt nicht daran…
Vollkommen paralysiert von den unerklärlichen Geschehnissen versucht Leon eine Lösung zu finden. Er bestellt eine Kamera, die er an seiner Stirn befestigt und die im Schlaf dann anspringen soll, wenn er sich bewegt. Sie soll aufzeichnen, was er dann tut – und ihm verraten, wozu er in der Lage ist.
Und die Aufzeichnungen der Kamera haben es in sich. Denn als Leon sie sich am nächsten Morgen ansieht, entdeckt er, dass er im Schlaf durch eine Tür gegangen ist, die hinter seinem Wandschrank versteckt ist – und von der Leon ganz sicher ist, dass diese in Wahrheit gar nicht existiert. Doch als er den Schrank zur Seite schiebt, ist da tatsächlich eine Tür und hinter ihr ein tiefes Loch. Auf dem Grund liegt ein Handy, das ununterbrochen klingelt – es ist das Handy von Natalie. Wie kommt es dorthin? Und was ist mit Natalie geschehen?

Wie mir das Buch gefallen hat: Es gibt Autoren, deren Thriller ich niemals nach Einbruch der Dunkelheit lese. Mit „Der Nachtwandler“ hat es Herr Fitzek tatsächlich geschafft, mir am helllichten Tag Angst zu machen – herzlichen Glückwunsch! Die ersten hundert Seiten über hätte ich mir am liebsten die Hand vor die Augen gehalten, wenn das nur das Lesen nicht so schwierig machen würde…
Es ist unglaublich, was für Ideen Fitzek hat, wie er mit Erwartungen seiner Leser und mit unseren Urängsten spielt. Ich möchte lieber gar nicht so genau wissen, was ich im Schlaf rede und so weiter, und Fitzeks Vorschlag in de Danksagung am Ende des Thrillers, man könne sich ja auch mal eine Kamera an die Stirn bappen und aufzeichnen lassen, was man so macht – nein danke! Ich könnte nach „Der Nachtwandler“ kein Auge mehr zutun.
Wie man es von Fitzek kennt, weiß man als Leser nie so recht, was man glauben kann und was nicht, wem man trauen sollte und was hier eigentlich gespielt wird. Ich hatte eine Theorie, aber diese wurde am Ende dann nicht bestätigt, und alles war ganz anders. Wenn man liest, dass hier schon über eine Verfilmung nachgedacht wird, kann man unken, dass das Ende schon sehr filmreif ist – der Showdown kann so übernommen werden, aber das tut dem Thriller meiner Meinung nach keinen Abbruch. Ich war absolut gefesselt und froh, dass ich mir die Zeit genommen hatte, das Buch in einem Rutsch zu lesen.
Der Prolog ist übrigens nicht nur als Ausgangspunkt des Romans spannend, er gewinnt später im Thriller noch mal sehr deutlich an Bedeutung und war dann tatsächlich fast noch packender… und der Epilog ist typisch Fitzek – grandios.
Ich bin mal wieder absolut begeistert und hoffe, dass wir auf den nächsten Fitzekthriller nicht zu lange warten müssen. Ob ich mich traue, mir die Verfilmung von „Der Nachtwandler“ dann anzusehen, weiß ich allerdings noch nicht, zumal Fitzek davon spricht, dass die Verfilmung sich vom Buch unterscheiden müsse. Schockeffekte im Buch lassen mich schon fast durchdrehen – aber auf der Leinwand wäre mir das Ganze sicher viel zu unheimlich. Das Kopfkino bleibt lieber eingesperrt…