Sophie Kinsella: Wedding Night

20130703-145621.jpgWie ich zu dem Buch gekommen bin: Es geschah letzten Samstag bei Waterstone’s in Cardiff. Ich stöberte in den Regalen und eher zufällig stieß ich dabei auf die Reihe mit den Romanen von Sophie Kinsella. Erstaunt stellte ich fest, dass es ein neues Buch von ihr gibt. Aber ich blieb standhaft. Den ganzen Samstag. Und den halben Sonntag…

Zum Inhalt: Er wird ihr einen Antrag machen! Sie weiß es einfach. Lottie hat sich für das Mittagessen mit ihrem Freund Richard extra chic gemacht. Nun sitzt sie mit ihm in einem tollen Restaurant und wartet darauf, dass er ihr die Frage aller Fragen stellt. Nur leider hat sie Richards Andeutungen zu der Frage, die ihm unter den Nägeln brennt, falsch verstanden und statt eines Heiratsantrags will Richard einfach nur wissen, für welches Reiseziel Lottie gern seine Bonusmeilen aus dem Vielfliegerprogramm einsetzen würde. Lottie ist entsetzt!
Da Richard und sie offenbar nicht dasselbe wollen, beschließt Lottie, dass die Beziehung einfach keinen Sinn mehr hat und kurzerhand trennt sie sich von ihm. Nicht nur Richard trifft diese Nachricht vollkommen unerwartet, auch Lotties Schwester Fliss ist vollkommen entsetzt, als sie diese Neuigkeit erfährt. Das kann doch nicht Lotties Ernst sein!
Doch es wird noch schlimmer. Um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken, geht Lottie zu einem Date mit ihrer Jugendliebe Ben. Mit Ben hat sie den schönsten Sommer ihres Lebens verbracht und nun werden Erinnerungen wach. Ben, der immer noch fantastisch aussieht, erklärt Lottie nun auch gleich, dass er sie nie vergessen konnte und dass die fünfzehn Jahre ohne sie verlorene Zeit waren. Immer habe er an sie gedacht, sagt Ben, und es sei falsch gewesen, dass sie mit achtzehn gedacht hatten, dass ihre Liebe eine räumliche Distanz nicht überwinden könnte. Er macht Lottie einen Heiratsantrag – und überwältigt vor Glück sagt sie ja. Die beiden beschließen, dass sie so schnell wie möglich heiraten wollen, und Lottie kann überhaupt nicht verstehen, warum Fliss nicht auch durchdreht vor Glück. Ganz im Gegenteil – Fliss beschließt, alles daran zu setzen, dass diese Hochzeit niemals stattfindet…

Wie mir das Buch gefallen hat: Sophie Kinsella war mal wieder jeden Cent wert. Ich habe beim Lesen manchmal richtig lachen müssen und gleichzeitig ist die Geschichte nicht total oberflächlich und seicht. Die Mischung macht es.
Kinsellas Heldinnen Lottie und Fliss mochte ich beide, obwohl mir Fliss deutlich näher war. Sie versucht, ihre Trennung zu verarbeiten und mit der Tatsache klarzukommen, dass andere Leute sie für verbittert halten, obwohl sie einfach nur ihr Recht will. Fliss ist außerdem darauf aus, Lottie um jeden Preis zu beschützen. Und an diese wiedergefundene Jugendliebe glaubt sie erst recht nicht. Lottie hingegen mochte ich wegen ihrer Naivität und ihrem Glauben an das Gute (im wahren Leben könnte ich sie allerdings kaum ertragen…).
Die beiden Schwestern erzählen mehr oder weniger abwechselnd, und das gibt der Handlung einen guten Dreh. Zwischen dem Himmel voller Geigen, den wir mit Lottie erleben, und der pragmatischen Sicht von Fliss liegen Welten, gerade das hat mir gefallen.
Dass alles irgendwie gut ausgeht und am Ende alle glücklich und zufrieden sind, weiß man ja schon, bevor man überhaupt anfängt zu lesen. Von Sophie Kinsella will man doch vor allem eines: eine Geschichte, bei der man nicht zu viel denken muss, die einen unterhält und ein bisschen berieselt. Genau das macht „Wedding Night“, und zwar gut.
Klassische Kinsella-Lektüre, man kriegt, was man erwartet. Ich bin sehr zufrieden.

Sophie Kinsella: I’ve Got Your Number

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich bereits letztes Jahr vorbestellt – wie immer kann ich Sophie Kinsellas Büchern einfach nicht widerstehen. Und auch dieses Mal habe ich mich schon gleich über das schöne Cover gefreut.

Zum Inhalt: Poppys Leben ist so aufregend wie nie zuvor. Gerade erst seit einem Monat ist sie mit Magnus zusammen, da zieht er plötzlich bei einem Essen eine Schachtel mit einem Ring aus der Tasche und macht ihr einen Heiratsantrag. Poppy schwebt im siebten Himmel, auch wenn ihre zukünftigen Schwiegereltern nicht gerade das sind, was sie unkompliziert nennen würde. Wanda und Anthony sind berühmte Professoren und sie verwickeln Poppy immer wieder in Gespräche, in denen sie sich ein bisschen dumm vorkommt. Und dass Magnus nun das Familienerbstück an Poppys Ringfinger gesteckt hat, das scheint seinen Eltern gar nicht zu gefallen.
Aber das ist nicht das Schlimmste. Schlimm wird es erst, als Poppy mit ihren Freundinnen feiern geht, jede der Frauen mal den Ring anprobieren möchte und plötzlich der Feueralarm losgeht. In dem ganzen Chaos verlieren alle den Überblick – und Poppy verliert ihren Ring. Schlimmer geht es nicht – denkt man! Doch während sie alles absucht und in völliger Panik jedem Mitarbeiter des Hotels ihre Handynummer in die Hand drückt, kommt es tatsächlich noch schlimmer: Poppys Handy wird gestohlen. Wie soll man sie jetzt erreichen, wenn sie ihren Ring wiederbekommen könnte? Panik.
Doch dann hat Poppy doch noch Glück im Unglück: in einem Hotelmülleimer findet sie ein Handy, über das sie schnell herausfindet, dass eine Frau namens Violet es kurzerhand weggeworfen hat – genau wie ihren Job. Violets ehemaliger Boss, Sam Roxton,  ist ziemlich wütend – und zwar nicht nur auf seine ehemalige Assistentin, sondern auch auf Poppy, die dieses Handy auf keinen Fall wieder rausrücken kann. Eigentlich will sie ja nur ihr eigenes Leben mit Hilfe dieses Geräts in den Griff bekommen, aber sie kann es einfach nicht lassen, die E-Mails und SMS zu lesen, die schon auf dem Handy drauf sind. Und schnell weiß Poppy mehr über Sam, als sie je vermutet hätte.

Wie mir das Buch gefallen hat: Klar, die Geschichte ist weit hergeholt. Das verlorene Familienerbstück bringt Poppy schon in genügend schräge Situationen. Das im Mülleimer gefundene Handy setzt noch mal eine weit hergeholte Geschichte obendrauf. Aber dann kommt Sophie Kinsella und macht daraus ein Buch, das mir zwei sehr schöne Lesenachmittage beschert hat. Poppy ist eine recht typische Kinsella-Heldin, wenn auch nicht so chaotisch wie Becky Bloomwood, Magnus und Sam sind typische Kinsella-Männer und Magnus‘ Eltern sind herrlich überzeichnet und haben mich schon sehr unterhalten.
Die Geschichte, erzählt von Poppy, in SMS und in E-Mails, schreitet schnell voran und macht einfach Spaß, auch wenn man am Ende nicht überrascht ist. Dass Poppy ihr Happyend bekommt, weiß man, und man wünscht es ihr auch von ganzem Herzen – ich zumindest mochte Poppy sehr. Der Humor, der von ihr ausgeht, ist wirklich manchmal umwerfend, das Buch hat mich mehrfach wirklich zum Lachen gebracht.
Interessant fand ich vor allem den Aspekt des „geteilten“ Handys – Poppy leitet Sam alle Nachrichten weiter, die er noch auf diese Nummer bekommt, aber sie liest auch alle und weiß darum mehr über ihn als eigentlich alle anderen Menschen in seinem Umfeld. Wer würde sein Handy mit einer anderen Person teilen, egal wem? Wer möchte, dass jemand alle Nachrichten liest, die man so bekommt? Und so unterschiedlich Poppy und Sam auch in ihrer Art zu kommunizieren sind, ihre Privatsphäre hätten sie eigentlich schon gern.
Ein sehr unterhaltsamer, lustiger Roman, der in typischer Sophie-Kinsella-Manier daherkommt und meine Erwartungen nicht enttäuscht hat. Ich hab mich bestens unterhalten gefühlt. 😉

Sophie Kinsella: Swimming Pool Sunday

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ich habe mir dieses Buch bei Amazon gekauft, weil ich dort irgendwie gedacht habe, es sei ein neues von Sophie Kinsella. In Wirklichkeit gehört „Swimming Pool Sunday“ zu ihren Madeleine Wickham-Romanen, die jetzt alle noch mal neu erscheinen und vermutlich kommerziell erfolgreicher werden. 😉

Zum Inhalt: Einmal im Jahr ist im Haus der Delaneys einiges los, denn dann lädt das Ehepaar das ganze Dorf zu sich nach Hause zum „Swimming Day“ ein. Die Spenden der Gäste gehen immer an einen guten Zweck und die Leute aus Melbrook haben viel Spaß. Für Hugh und Ursula Delaney, die erst vor wenigen Jahren ihren einzigen Sohn verloren haben, gehört dieser besondere Tag fest zu einem Jahr dazu und ist nicht wegzudenken.
Ähnlich empfinden auch Louise Kember und ihre beiden Töchter Katie und Amelia. Die drei sind jedes Jahr zu dem Event gegangen und als es dieses Jahr so weit ist, hätten sie es fast vergessen. Bei den Kembers läuft gerade nämlich nichts nach Plan, seitdem Louise und ihr Mann Barnaby sich getrennt haben und Louise einen neuen Freund hat, den smarten Anwalt Cassian. Nun jedenfalls steht eigentlich Hughs Wochenende mit den Mädchen an und er hat sich vorgenommen, mit ihnen angeln schwimmen zu gehen. Aber dann kommt alles ganz anders, die Kembers geraten in Streit und letzten Endes sind sie dann doch alle bei den Delaneys, was sich allerdings als schlimme Fehlentscheidung entpuppen soll, denn Katie hat einen schrecklichen Unfall, der das Leben ihrer Familie und das Leben der Delaneys nachhaltig verändern soll.

Wie mir das Buch gefallen hat: Die Madeleine-Wickham-Romane sind ja etwas ernsthafter als die Sophie-Kinsella-Bücher, und das ist auch bei „Swimming Pool Sunday“ zu spüren. Die Geschichte ist interessant und wirft einige Fragen auf. Wie würde man sich verhalten, wenn so etwas dem eigenen Kind passiert? Wie wäre das, wenn ein fremdes Kind bei einem selbst im Haus so einen schlimmen Unfall hätte? Wie ginge es mir, wenn meine Schwester so etwas erleben würde? Madeleine Wickham hat sich mit diesem Thema zunächst richtig gut auseinandergesetzt. Da sind die Anwälte, denen schon die Dollarzeichen (oder Pfundzeichen?) in den Augen blinken. Da sind die erschütterten Eltern, deren jüngste Tochter vielleicht für immer behindert bleiben wird, die Nachbarn, die Freunde, die Delaneys, die sich plötzlich einem Gerichtsprozess gegenübersehen. Und irgendwie kann man jeden verstehen – und dann auch wieder nicht.
Zwei Drittel des Romans fand ich trotz der schwierigen Geschichte gut zu lesen und unterhaltsam. Man muss allerdings sagen, dass die Handlung schon recht vorhersehbar ist. Und am Ende ging es mir dann irgendwie plötzlich alles zu glatt. Natürlich habe ich das auch irgendwie erwartet, immerhin ist das ja nicht mein erster Roman dieser Autorin, aber irgendwie war mir das Ganze dann doch zu einfach. Es hat irgendwie einfach nicht zu der Geschichte gepasst, dass erst alles so auswegslos erschien und die Autorin sich Mühe zu geben schien, Katies Unfall realistisch dazustellen, und dann alles am Ende doch eitel Sonnenschein war. Wie gesagt, das weiß man ja vorher, aber… 😉

Sophie Kinsella: Sleeping Arrangements

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Als ich gesehen habe, dass alle Romane, die Sophie Kinsella unter ihrem richtigen Namen (Madeleine Wickham) geschrieben hat, neu aufgelegt werden, habe ich angefangen, diese Titel vorzubestellen. „Sleeping Arrangements“ ist der erste aus dieser Reihe.

Zum Inhalt: Sie brauchen diesen Urlaub dringend. Chloe ist permanent im Stress und arbeitet in ihrer Brautkleidschneiderei bis zum Umfallen. Ihr Freund Phillip weiß gerade nicht, ob er seinen Job behalten wird oder ob er in wenigen Wochen arbeitslos ist. Das Angebot von Chloes altem Freund Gerard, in seiner spanischen Villa Urlaub zu machen, kommt für die beiden und ihre beiden Söhne Sam und Nat genau richtig.
Auch sie brauchen dringend Urlaub: Hugh, beruflich ein Überflieger, privat eher ein hoffnungsloser Fall, und seine Frau Amanda brauchen dringend eine Auszeit. Hugh von seinem Job, Amanda von den Renovierungsarbeiten in ihrem Haus. Die gemeinsamen Töchter, denen der Vater fast völlig fremd ist, sind natürlich auch dabei – sowie Jenna, das unkonventionelle Kindermädchen, das Amanda einen Teil der Arbeit abnehmen soll. Sie freuen sich auf die spanische Villa ihres Freundes Gerard…
Und dann stehen sie dort plötzlich – beide Familien, per Zufall zum selben Zeitpunkt angereist. Wirklich nur ein Zufall? Denn die beiden Familien sind einander nicht so fremd, wie die meisten Familienmitglieder zu denken scheinen. Hugh und Chloe waren nämlich vor vielen Jahren mal ein Paar – und viele Dinge sind zwischen ihnen unausgesprochen geblieben. Ist das jetzt ihre Chance für eine Aussprache? Oder hat Gerard versucht, ein Revival dieser alten Liebe zu inszenieren?
Jedenfalls wird dieser Urlaub ganz und gar nicht so entspannt, wie es sich alle erhofft hatten. Gerards Plan, den er so perfide eingefädelt hat, scheint aufzugehen…

Wie mir das Buch gefallen hat: „Sleeping Arrangements“ ist eine nette Lektüre für zwischendurch, aber mehr auch nicht. Das Buch liest sich ganz nett, aber mit keiner der Figuren konnte ich richtig warm werden. Chloe ist zu sehr auf Sympathieträgerin angelegt, als dass ich sie wirklich hätte mögen können, bei den anderen Figuren klappt das auch nicht immer so. Die Geschichte ist nett, ganz gute Idee eigentlich, einige Wendungen und mehr oder weniger unerwartete Begebenheiten, aber das ist einfach kein Buch, bei dem man hinterher denkt, dass man es nie vergessen wird und dass es einen irgendwie nachhaltig beeindruckt hätte. Schade, denn Sophie Kinsella ist für mich eigentlich eine Garantie für sehr gute Unterhaltungsliteratur und auch ihren anderen Wickham-Roman, den ich gelesen habe („The Wedding Girl“) fand ich sehr gut.
Sicherlich ein Buch mit einer Geschichte für Abende am Kamin oder Tage im Strandkorb oder Liegestuhl, aber mehr ist das einfach nicht. Nett. Aber nichts Besonderes.

Sophie Kinsella: Mini Shopaholic

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Seitdem ich Sophie Kinsella im Winter 2003 für mich entdeckt habe, habe ich jedes ihrer Bücher immer gleich vorbestellt und gelesen. Nach all den Jahren ohne Neuigkeiten von Becky Bloomwood habe ich mich nun auch wieder sehr darauf gefreut zu lesen, wie es mit meiner Lieblingskaufsüchtigen weitergeht!

Zum Inhalt: Becky und Luke Brandon sind nun seit zwei Jahren Eltern der kleinen Minnie. Und Minnie ist ein ganz süßes, reizendes kleines Mädchen. Manchmal ein bisschen wild, manchmal ein bisschen frech, aber im Großen und Ganzen ein ganz normales kleines Mädchen. Gut, ja, zugegeben, sie wurde bereits viermal in Kaufhäusern von Treffen mit dem Weihnachtsmann ausgeschlossen, weil sie ein klein wenig außer Kontrolle geriet. Aber ansonsten… es ist doch nicht ungewöhnlich, dass ein kleines Mädchen außer „Mummy“ und „Daddy“ noch Wörter wie „Starbucks Muffin“, „Shops“ und „Visa“ drauf hat, oder?
Becky zumindest findet dies in keinster Weise merkwürdig. Nur Luke ist mal wieder viel zu ernsthaft und besorgt und beschließt, dass jemand in die Erziehung seiner Tochter eingreifen muss. Jemand, der Minnie mal Regeln und Disziplin beibringt. Aber Becky beschließt, dass, wenn sie diese Personen schon nicht abwenden kann, ihnen das Leben nicht leicht zu machen!
Aber natürlich ist Beckys Kindererziehung nicht das einzige, das Luke und Becky von Zeit zu Zeit aneinander geraten lässt. Luke behauptet doch tatsächlich, Becky würde manche der Sachen, die sich kauft, nie anziehen! Lächerlich! Jeder weiß doch, dass Becky immer Wert darauf legt, nur sinnvolle Dinge zu kaufen, die sie wirklich braucht! Doch Lukes Aussage bringt Becky dazu, eine Wette mit ihm einzugehen, die sie später noch mehr als einmal bereuen wird…
Ein weiteres Thema ist dann auch noch der Hauskauf. Der scheint irgendwie wie verhext und keines der Häuser, die sich für das Ehepaar Brandon interessant anhören, hält, was es zunächst verspricht. Das wäre an sich nicht ganz so dramatisch, denn Luke und Becky haben sich bei Beckys Eltern ganz gut eingerichtet, doch die wären gern mal wieder für sich…
Außerdem ist da noch Lukes Geburtstag am siebten April. Ein Tag, den Luke nie feiert und um den er sich meistens auch gar nicht kümmert. Doch in diesem Jahr möchte Becky Luke mit einer riesigen Party überraschen – und natürlich werden die Partyplanungen zu einem einzigen Chaos. Nur gut, dass Becky wenigstens in ihrem Job als personal shopper einen Weg gefunden hat, die Finanzkrise, die nun auch England heimgesucht hat, abzuwenden! Wenigstens hier scheint alles zu funktionieren, selbst als eines Tages eine Kundin auftaucht, mit der Becky nie im Leben gerechnet hätte…

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich fand „Shopaholic and Baby“ eher mittelgut und war deswegen etwas skeptisch, was nun mit dem sechsten Band der Serie sein würde. Doch ich denke, Ms. Kinsella hat ihre Becky-Pause sehr gut genutzt – der sechste Band kann mit den ersten wieder mithalten und ist ein wunderschöner, sehr lustiger Zeitvertreib – genau richtig für das regnerische Herbstwetter draußen.
Becky hat sich auch als Mutter nicht wirklich verändert – aber gerade das macht dieses Buch wirklich lustig. Mir zumindest hat das Chaos um sie herum sehr gut gefallen, und all dieses etwas Übertriebene fand ich durchaus sehr unterhaltsam.
Schön ist es doch, die Figuren aus den vergangenen Shopaholic-Romanen wiederzusehen, zu lesen, was aus Suze und Tarquin oder Jess und Tom geworden ist, von Luke natürlich gar nicht erst zu reden – immer wieder fragt man sich beim Lesen, wie er es nur mit Becky aushalten kann, sie ist schon ein nicht einfacher Charakter, auch wenn man natürlich sagen muss, dass Ms Kinsella ihrer Heldin auch viele sehr liebenswerte Eigenschaften zugeschrieben hat.
Der Roman hat die typischen „Becky-Bloomwood-Momente“, das übliche Chaos, das dann am Ende doch in ein Happy-End mündet, aber durch die Art, wie er geschrieben ist, ist er dann eben doch irgendwie besonders – besonders lustig, besonders unterhaltsam. Der trockene Humor, mit dem die Autorin immer wieder aufwartet, ist einfach das, was ihre Romane ausmacht, und nachdem ich „Mini Shopaholic“ gelesen habe, warte ich nun wieder auf das nächste Buch von Sophie Kinsella.

Sophie Kinsella: Can You Keep a Secret?

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir im Dezember 2003 in London bei Waterstone’s auf der High Street Kensington gekauft. Es war einer der Bestseller des Jahres. Der Klappentext klang gerade richtig für Entspannung nach dem Examen, und so wanderte das Buch in meinen Einkaufskorb und begleitete mich ins Hotel.

Zum Inhalt: Wie jede Frau hat Emma ihre kleinen Geheimnisse, von denen niemand weiß. Zumindest, bis sie bei Turbulenzen während eines Fluges plötzlich das Gefühl bekommt, sie müsse alles beichten. Dies tut sie auch – sie vertraut ihrem Sitznachbarn alles an. Als das Flugzeug sicher landet, ist Emma dies alles schrecklich peinlich – doch sie tröstet sich mit der Gewissheit, dass sie den Fremden nie wiedersehen wird. Doch unverhofft kommt eben oft und – als Leser ist einem das ja eh klar – Emma sieht den Fremden nicht einfach nur wieder, nein, er ist sogar der Chef des Konzerns, für den sie arbeitet. Als wäre dies nicht schon Katastrophe genug, verliebt Emma sich auch noch in Jack Harper. Und damit fängt das lustigste Chicklitabenteuer erst an…

Wie mir das Buch gefallen hat: Von allen Büchern, die man mal eben in den Ferien zur Entspannung lesen kann, ist dies mindestens unter den ersten dreien. Ich fand es wieder mal richtig schön, lustig, mitreißend – und ich glaube, dass ich Emma jedes weitere Mal beim Lesen mehr ins Herz schließen werde.

Madeleine Wickham: The Wedding Girl

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir diesen Monat gekauft, weil ich meinen SuB so schön abgebaut hatte. Im September erscheinen alle Romane von Madeleine Wickham, die unter ihrem Pseudonym „Sophie Kinsella“ deutlich bekannter ist, unter eben diesem, und ich wollte zumindest einen Teil der Romane mit Originalnamen haben.

Zum Inhalt: Milly ist achtzehn, hat gerade die Schule hinter sich und verbringt den Sommer in Oxford. Dort ist Milly zum ersten Mal frei, weit weg von ihrer Familie, von allen Verpflichtungen. Und sie lernt das schwule Paar Rupert und Allan kennen. Die beiden sind für Milly das absolute Traumpaar und sie ist froh darüber, dass die beiden sich mit ihr anfreunden und viel Zeit mit ihr verbringen. Die Drei sind unzertrennlich – und dann hat Allan eine ungewöhnliche Bitte: da er Amerikaner ist, müsste er das Land verlassen, wenn er nicht einen guten Grund hätte, zu bleiben. Er bittet Milly, eine Scheinehe mit ihm einzugehen, und Milly, die nur daran denkt, dass sie einen Tag lang ein Brautkleid tragen wird, sagt sofort und begeistert ja.
Auf den Stufen des Standesamts posieren Allan für Fotos für die Touristen, die von dem Paar ganz begeistert sind. Kurz danach gehen Rupert und Allan nach London. Milly bleibt am Bahnsteig zurück und freut sich auf das nächste Wiedersehen mit den beiden – zu dem es nicht kommen wird.
Zehn Jahre später bekommt Milly von ihrem Freund Simon einen Heiratsantrag. Sie sagt ja, und löst eine Riesenwelle der Organisation aus – Millys Mutter überschlägt sich nahezu dabei, dieses Ereignis zu planen, es gibt kein anderes Thema mehr in der Familie. Alles soll ganz besonders sein – und ganz besonders teuer, denn Simon ist der Sohn des Millionärs Harry Pinnacle und Millys Mutter möchte vor all ihren Verwandten zeigen, dass sie nun alle zur High Society gehören.
Doch abgesehen davon, dass Simon Milly immer noch für eine gebildete und intellektuelle Frau hält, die Seifenopern und billige Schuhe verabscheut, hat Milly ja auch ein noch größeres Geheimnis, von dem sie aber glaubt, dass sie es geheimhalten kann. Immerhin hat sie seit zehn Jahren nichts von Allan gehört, niemand weiß von ihrer Hochzeit. Also wer sollte sie daran hindern, Simon zu heiraten? – Das Kartenhaus stürzt zusammen, als der Hochzeitsfotograf zu einem Probeshooting kommt und Milly wiedererkennt, denn er hat seine ersten Schnappschüsse rein zufällig vor zehn Jahren vor dem Oxforder Standesamt gemacht…

Wie mir das Buch gefallen hat: „The Wedding Girl“ hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist wirklich gut und glaubwürdig erzählt. Milly ist zwar erschreckend naiv und man fragt sich kopfschüttelnd, wie man mit so einer Vemeidungsstrategie durchs Leben kommen kann, dennoch ist Milly keine Kinsella-Heldin: Sie ist nicht tollpatschig, ihr passieren keine Missgeschicke im Stil von Becky Bloomwood und Co. Die Geschichte ist durchaus ernst erzählt, und Millys Zweifel und Ängste werden dabei sehr deutlich.
Auch Millys Schwester Isobel und die anderen Figuren des Romans sind keine blassen Charaktere. Jeder hat seine eigene Geschichte, und vor allem seine eigenen Probleme, die er am liebsten verstecken und geheimhalten würde. Es gibt keine Schwarz-Weiß-Malerei, man kann jede dieser Figuren in ihrem Handeln irgendwie verstehen (bis auf eine ).
Zu Sophie Kinsellas Romanen passt „The Wedding Girl“ zwar nicht, aber eins hat dieser Roman mit den Kinsellas gemeinsam: er lässt sich sehr gut lesen, ist gut geschrieben und sehr unterhaltsam. Ich werde definitiv auch noch die anderen sechs Romane lesen, die Wickham unter ihrem echten Namen veröffentlicht hat.