Michel de Montaigne – How We Weep and Laugh at the Same Thing

Jetzt habe ich schon drei Penguins vorgestellt und man sieht schon, wie unterschiedlich die Genres sind, die man bei Penguin für die Black Classics ausgewählt hat. Der vierte Band aus der Reihe war Michel de Montaignes „How We Weep and … Weiterlesen

Oscar Brenifier & Jacques Després: Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Auch dieses Buch war im Jugendbuchpaket der Stiftung Lesen. Es ist für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert worden, was mich beim ersten Blick auf das Buch wunderte, aber dann…

Inhalt und meine Meinung: „Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?“ ist ein ganz besonderes Buch. Es hat gar nicht so viele Seiten, enthält gar nicht so viel Text, und trotzdem braucht man einige Zeit um es zu lesen, die Illustrationen zu betrachten und es auf sich wirken zu lassen. Es ist ein Buch, das Fragen beantwortet, zum Denken anregt und das Fragen aufwirft. Nicht auf alles gibt es eine Antwort; nicht auf jede Frage, die es in diesem Buch steht, wird jeder Leser die gleiche Antwort finden. Und gerade das macht es spannend.
Das Buch ist so aufgebaut, dass es jeweils Gegensätze gegenüberstellt, denn „diese großen universellen Gegenüberstellungen“, so sagt Brenifier gleich zu Anfang des Buches, „ermöglichen es unserem Geist überhaupt zu denken“. Um über den Begriff „Einheit“ nachzudenken, braucht man „Vielheit“, um über „Zeit“ nachzudenken, braucht man die „Ewigkeit“. Wenn die Gegensätze gegenübergestellt sind, stellt der Autor eine Frage, die dann auf der nächsten Seite wiederum besprochen wird, aber ohne dass man als Leser das Gefühl vermittelt bekäme, dass dieser Text die ganze Wahrheit der Welt enthielte. Es sind Denkanstöße, Gedanken, Hilfestellungen, um eine eigene Antwort zu finden. Das finde ich sehr gelungen und ich denke, dass das Buch sehr zum Nachdenken und Diskutieren anregen kann.
Und so kommt es, dass die riesengroßen Themen wie „Eines und Vieles“, „Endlich und Unendlich“, „Sein und Schein“, „Freiheit und Notwendigkeit“, „Vernunft und Leidenschaft“ und sieben andere Gegensätze mehr hier erwähnt werden, ohne dass man trotz der Kürze der Texte das Gefühl hätte, hier ginge man oberflächlich mit diesen Themen um. Das macht das uch so besonders. Es ist unglaublich interessant gestaltet und nicht nur für Kinder und Jugendliche ein liebevoll durchdachter Einstieg in die Philosophie.
Unbedingt zu erwähnen sind die unglaublich tollen Illustrationen, die die Texte nicht nur illustrieren, sondern auch ergänzen. Sie sind einerseits schlicht, andererseits enthalten sie auch einige ganz tolle Details – allein die Illustrationen sind das Buch schon wert; und das habe ich glaube ich noch nie über ein Buch gesagt. Ein Buch, das es vollkommen zu Recht auf die Nominierungsliste für den Deutschen Jugendbuchpreis geschafft hat, und das auch den LUCHS, den Jugendbuchpreis der ZEIT und Radio Bremen, absolut verdient hat.