345 Tage buchkauffrei – Du hättest einen Hype verdient, Septimus! (Buch 48) 

Es ist schon fast zehn Jahre her, dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. „Magyk“ von Angie Sage ist der Auftakt zur Heptalogie um Septimus Heap, einen jungen Zauberer mit großen magischen Kräften. Ich erinnere mich noch, dass ich damals … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – Zu Besuch im Koselbruch (Buch 17)

„Krabat“ von Otfried Preußler ist mein Weihnachtsbuch. Ich habe es früher geliebt und immer zu Weihnachten gelesen. Für mich ist es ein Weihnachtsbuch, auch wenn Weihnachten so in etwa der einzige Feiertag ist, der in „Krabat“ keine Rolle spielt. Der … Weiterlesen

Wolfgang Zickler: Der siebte Kristall

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir auf der Leipziger Buchmesse direkt beim Autor selbst gekauft.

Zum Inhalt: Immer mehr Menschen haben unerklärliche Albträume, die jede Nacht wiederkehren und die das schlimmste sind, das sich der Betroffene vorstellen kann. Psychologen und andere Wissenschaftler können sich dieses Phänomen nicht erklären, denn keiner ahnt, dass Satan höchstpersönlich seine Dämonen ausgesandt hat, um die Traumwelt der Menschen zu zerstören. Nur der Auserwählte, der an einem ganz bestimmten Tag zu einer ganz bestimmten Zeit geboren und zudem noch reinen Herzens sein muss, kann diese Welt noch retten.
Und der elfjährige Basti Hagenbeck hätte niemals damit gerechnet, dass ausgerechnet er einmal diese Geschichte von einem mysteriösen Fremden erzählt bekommen würde. Der alte Walusaar geht aber noch weiter – er erzählt Basti, dass dieser selbst der Auserwählte sei; und wenn er sich dazu entschließen kann, das Abenteuer, das natürlich nicht ganz ungefährlich werden würde, auf sich zu nehmen, würde ihm das an seinem zwölften Geburtstag möglich sein. Dass Basti sich dieser Aufgabe stellen wird, ist für den Jungen nach kurzem Zögern klar – wer wäre er denn, wenn er diese Aufgabe ablehnen würde? Und seine beiden Freunde, der kluge und wissbegierige Floh und der verfressene Pepe, stehen ihm so gut sie können zur Seite.
Schon bevor die drei Jungen sich aber überhaupt auf diese abenteuerliche Reise machen können, wird es ziemlich spannend und gefährlich für sie in dem eigentlich so gemütlichen und beschaulichen Dorf. Da es den Dämonen nicht verborgen geblieben ist, dass Basti der Auserwählte sein soll, versuchen sie sofort, den Jungen unschädlich zu machen. Lediglich seinem Mut, einem magischen Amulett und nicht zuletzt der Graugans Bertha, die den Hof der Hagenbecks unsicher macht, ist es dann zu verdanken, dass Basti und seine beiden Freunde die Reise in eine Welt wagen können, die für die Menschen unsichtbar und doch von so großer Bedeutung ist…

Wie mir das Buch gefallen hat: Mit „Der siebte Kristall“ ist Wolfgang Zickler ein Jugendbuch gelungen, das ich gern gelesen habe und das mich gut unterhalten hat. Auch wenn das Ende einen möglichen zweiten Band offenlässt, ist die Geschichte komplett in sich abgeschlossen und schon allein das ist in den Zeiten der unzähligen Trilogien und Reihen schon mal schön.
Die Charaktere des Romans waren mir sympathisch, vor allem die drei Protagonisten sind typische Jugendbuchhelden – auch in ihrer Zusammensetzung. Basti ist mutig und der eigentliche Held, sein Freund Floh ist superschlau und hält nicht nur gern Vorträge über sein Wissen, er hat auch in schwierigen Situation oft die richtige Lösung parat, und Pepe ist der verfressene Dicke, der stark an „Klößchen“ von TKKG erinnert (so wie Floh an Karl Vierstein aus derselben Serie) und der auch schon mal den ein oder anderen derben Spruch raushaut. Zusammen sind sie ein gelungenes Trio und ihr Abenteuer zu verfolgen, macht Spaß.
Die Idee hinter dem Abenteuer selbst finde ich auch gut. Die Vorgeschichte, bis es ins Traumland geht, ist recht lang, aber trotzdem hat sie mir auch sehr gut gefallen, gerade die kleinen Episoden auf dem Hof der Hagenbecks fand ich lustig zu lesen; hier ist es Wolfgang Zickler sehr gut gelungen, eine sympathische Großfamilie abzubilden, die üblichen Geschwisterstreitereien zwischen Basti und seiner Schwester eingeschlossen.
Das Ganze hat einen christlichen Touch, was ich aber durchaus passend fand. Es wird auch deswegen nicht irgendwie esoterisch oder irgendwas, aber es wird deutlich, dass Basti und seine Freunde auch deswegen geeignet sind, das Abenteuer zu bestehen, weil sie glauben, weil sie Nächstenliebe leben und so weiter.
Sprachlich ist der Roman eindeutig ein Jugendbuch; die Ausdrucksweise der Jugendlichen ist zwar manchmal beim Lesen etwas viel des Guten, aber insgesamt glaubwürdig. In den ersten Kapiteln hatte ich zum Beispiel an machen Stellen das Gefühl, dass es zu viele Redebegleitsätze gab (einige waren unnötig – man wusste, wer sprach), aber ich will nicht kleinlich sein – es sind Sachen, die ein Lektorat in einem großen Verlag sicher noch geschliffen hätte, aber dieses Phänomen legt sich auch so schnell und ich fand die Geschichte von dieser Kleinigkeit abgesehen auch wirklich gut erzählt. Sie hat trotz ihrer Länge keine Längen oder langweilige Stellen, es passiert eigentlich immer irgendwas und die Kapitel sind schnell gelesen.
Eine Besonderheit dieses Buches sind die Illustrationen, die der Autor mit Hilfe eines Fotografen erstellt hat und die wichtige Textstellen unterstreichen. An diesen Illustrationen erkennt man noch einmal deutlich, wie viel Herzblut und Arbeit in dieser Geschichte steckt, und deswegen sind sie für mich ein echter Pluspunkt.
Mein Fazit: eine spannende Geschichte über eine Freundschaft und eine magische Reise, bei der die drei Helden über sich hinauswachsen müssen.