345 Tage buchkauffrei – Das Buch, das alle Menschen berührt. Nur mich nicht. (Buch 26)

Ja, ich gebe es zu. Ich habe bis vor wenigen Tagen zu den Menschen gehört, die nicht „Der kleine Prinz“ gelesen haben. Noch nie. Weder zu Schulzeiten, als alle meine Freundinnen es lasen, sich „Man sieht nur mit dem Herzen … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – Eine Reise in die eigene Kindheit (Buch 13)

Es gibt Bücher, die ich als Kind so oft gelesen habe, dass ich wirklich nicht mehr weiß, wie oft, aber ich weiß, dass es bei „Manchmal leicht wie Sonnenschein“ von Fanny Hedenius eine Ewigkeit her sein muss, seitdem ich das … Weiterlesen

Astrid Lindgren: Rasmus, Pontus und der Schwertschlucker

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: So, das war jetzt das vorletzte Astrid-Lindgren-Buch. Lange habe ich es vor mir hergeschoben, weil es wieder eins war, das für mich keine Kindheitserinnerungen mitbringt. Zum Inhalt: Der Jahrmarkt ist in der Stadt und Rasmus … Weiterlesen

Astrid Lindgren: Rasmus und der Landstreicher

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich aus der Astrid-Lindgren-Box, die ich Weihnachten 2013 geschenkt bekommen habe. Es ist das vorletzte: nach den beiden Rasmus-Geschichten fehlt nur noch „Kalle Blomquist“. Zum Inhalt: Rasmus hat keine Eltern und muss … Weiterlesen

Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Es ist mal wieder Zeit, etwas aus meiner Astrid-Lindgren-Box vorzustellen, und deswegen habe ich in diesem Monat unter anderem mal „Pippi Langstrumpf“ gelesen. Zum Inhalt: Es gibt eine schwedische Kleinstadt, die nicht ist wie alle … Weiterlesen

Astrid Lindgren: Erzählungen & Märchen

023Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Es wird mal wieder Zeit für ein Buch aus meiner Astrid-Lindgren-Box. Und viele der Geschichten in diesem Buch wecken schöne Kindheitserinnerungen…

Inhalt und meine Meinung: Der Sammelband enthält Geschichten und Märchen aus insgesamt fünf verschiedenen Büchern der Autorin, die auch durchaus unterschiedlich gut sind. Es geht los mit Die Kinder aus der Krachmacherstraße und der längeren Erzählung Lotta zieht um. Diese Geschichten mag ich ganz gern, die kleine freche Lotta ist eine der Figuren von Astrid Lindgren, die ich besonders mag. Was ganz Besonderes sind sie für mich nicht, eher eine Mischung aus „Wir Kinder aus Bullerbü“ und „Madita“, und auch die Geschichte davon, wie Lotta auszieht von zu Hause, gibt es in einer der anderen Sammlungen noch mal sehr ähnlich mit einem kleinen Jungen namens Pelle. Die Kinder aus der Krachmacherstraße sind niedlich erzählt und ganz nett, aber für mich keine besonderen Highlights in Astrid Lindgrens Gesamtwerk.
Es folgt die Sammlung der Erzählungen aus Sammelaugust und andere Kinder – für mich mit Abstand die schwächste Sammlung von Erzählungen. Die Geschichten sind nicht vergleichbar mit Lindgrens Märchen oder ihren fröhlichen Erzählungen mit einem guten Ende für Kinder, denen es schlecht geht – sie sind oft sehr traurig, wie zum Beispiel die Geschichte der kleinen Märit, die sehr arm ist, und die ihr Leben gibt, um einen Jungen zu retten, in den sie heimlich verliebt ist – kurz nach der Beerdigung haben die Mitschülerinnen und Mitschüler Märit schon völlig vergessen. Ähnlich erschreckend sind auch einige der anderen Erzählungen, oder zumindest sehr traurig, und das gefällt mir nicht so. Es sind schon gute Geschichten, aber ich als Erwachsene musste bei manchen schon schlucken, und Kindern würde ich sie nicht vorlesen, glaube ich. Es gibt genügend schönere.
Märchen ist der schönste Band dieser Sammlung. Ja, an diesen Geschichten hänge ich auch deswegen, weil ich sie schon als Kind gelesen und geliebt habe, aber sie sind auch einfach zu schön. Ich liebe „Nils Karlsson Däumling“, der dem kranken Bertil die Zeit versüßt, in der dieser allein zu Hause ist, „Die Prinzessin, die nicht spielen konnte“ ist meiner Meinung nach eine der allerschönsten Lindgrengeschichten: eine Prinzessin lernt, ihre Fantasie zu gebrauchen… ganz niedlich. Aber auch „Die Puppe Mirabell“ und „Die Elfe mit dem Taschentuch“ haben es mir sehr angetan – wobei es in diesem Band wirklich keine einzige Erzählung gibt, die ich nicht schön finden würde, auch wenn zum Beispiel „Allerliebste Schwester“ auch recht traurig ist.
Richtig traurig wird es dann auch erst bei den Geschichten aus Klingt meine Linde. Hier geht es samt und sonders um Kinder, die sehr arm sind und sehr schwere Schicksale schultern müssen. „Die Schafe auf Kapela“ und „Junker Nils von Eka“ sind dabei zwar etwas weniger traurig, können aber mit „Sonnenau“ und „Klingt meine Linde“ absolut nicht mithalten. Sowohl Malin, die ihre Seele einem Lindenbaum schenkt, als auch „Sonnenau“, eine herzergreifende Geschichte über ein sehr armes Geschwisterpaar, das einen magischen Ort entdeckt, an dem es endlich glücklich sein kann, sind Erzählungen, die in einem nachklingen und die sehr schön sind. Alle Geschichten aus diesem Band sind sehr traurig und beschäftigen sich auf irgendeine Weise mit dem Thema Tod, sie sind aber seltsam tröstlich und einfach sehr warmherzig erzählt.
Die in diesem Sammelband getragenen Geschichten dürfen wirklich in keiner Astrid-Lindgren-Sammlung fehlen. Ich denke, hier wird jeder genau die eine Erzählung finden, die ihn besonders berührt. Lustig, schön, manchmal traurig. Hier bekommt man die große Bandbreite von Astrid Lindgrens Können zu sehen. Lesenswert.

Astrid Lindgren: Die Kinder aus Bullerbü

009Wie ich zu dem Buch bekommen bin: Ach ja, Buch Nummer 4 aus meiner schönen neuen Astrid-Lindgren-Box. Acht Bücher liegen hier also noch und warten auf mich. Schön, schön…

Zum Inhalt: Ach, wie schön ist es in Bullerbü, diesem kleinen Dorf, das nur aus drei Bauernhöfen besteht: dem Nordhof, dem Südhof und dem Mittelhof. Hier gibt es sechs Kinder, die zusammen richtig viel Spaß haben – auch wenn die Mädchen die Jungen manchmal ganz schön doof finden – und umgekehrt. Lisa jedenfalls ist von ihren Brüdern Lasse und Bosse manchmal doch genervt, vor allem, weil Lasse immer denkt, dass er alles bestimmen kann, nur weil er der Älteste ist. Aber dann wieder ist es  auch einfach schön, wenn sie zu sechst losziehen können, die Kinder von Bullerbü, um große Abenteuer zu erleben.
So sind Lasse, Bosse, Ole, Britta, Inga und Lisa mehr als einmal auf Schatzsuche, sehen einen Wassergeist, legen sich mit dem bösen Schuhmacher Nett an, backen Zuckerkuchen und erkunden die Gegend rund um Bullerbü. Es gibt ja so viel zu entdecken! Wenn Lisas Eltern immer wüssten, was ihre Tochter für Felsen und Bäume erklimmt, wären sie vielleicht erschrocken, aber was soll man machen, wenn es doch in Bullerbü so schön ist und es so viel zu tun gibt? Deswegen können sich Lisa und Inga auch nie einigen, wann es in Bullerbü eigentlich am schönsten ist. Vielleicht im Sommer, wenn man ein Seeräuber sein und schwimmen gehen kann? Wenn man sein Geld mit dem Verziehen von Rüben verdienen kann? Wenn man Mittsommer feiern kann? Oder vielleicht ist es auch im Frühling am schönsten, wenn man nachsehen kann, ob schon Leberblümchen wachsen, wenn die Natur erwacht, die Lämmchen geboren werden und Ostern kommt? Weihnachten allerdings ist auch besonders schön, finden die Kinder aus Bullerbü. Und wenn man in der Silvesternacht das neue Jahr mit Fruchtsaft und Äpfeln begrüßen kann, dann ist das doch auch etwas ganz Besonderes.
Eines ist es jedenfalls nie in Bullerbü – und das ist: langweilig. Wer möchte schon in Stockholm leben, wenn es doch in Bullerbü so unglaublich schön ist?

Wie mir das Buch gefallen hat: Ach, Bullerbü… einer meiner liebsten Orte im Astrid-Lindgren-Kosmos. Was mir an „Die Kinder aus Bullerbü“ so gut gefällt, sind auch tatsächlich die verschiedenen Kinder, die alle so liebenswert sind. Natürlich hat Ich-Erzählerin Lisa vielleicht einen kleinen Vorteil, weil ihre Erzählstimme mir so gut gefällt, aber ich glaube, am liebsten mag ich Lasse, dem einfach immer etwas einfällt, der nie um eine Antwort verlegen ist und der die anderen Kinder mit seinen verrückten Ideen immer bestens unterhält.
In Bullerbü ist die Welt noch in Ordnung, aber auch wirklich auf eine schöne Art und Weise. Ich finde es total schön, in diese Welt zu versinken und für eine Weile dort unterzukommen. In diesem Buch erfahren wir nicht viel über die Welt der Erwachsenen, und es gibt nicht wie bei „Madita“ Hinweise auf Missstände im Land oder auf wirklich arme Menschen, hier ist einfach ein Stück heile Kindheit zu finden, und das ist einzigartig. Die Geschichten sind mir immer noch ganz nah, jede weckt irgendwie Erinnerungen, und ich erinnere mich gern daran, dass ich auch gern wie Lisa ein Lämmchen gehabt hätte, das mich zur Schule begleitet, dass ich auch gern wüsste, wo die beste Stelle für Walderdbeeren ist und wie groß Bosses Vogeleiersammlung in Wirklichkeit ist.
Den Kopf geschüttelt habe ich nur ein einziges Mal, als nämlich Lasse ein schwarzes Bild malt und zu Britta sagt, auf dem Bild sähe man „fünf schwarze Neger“ in einem dunklen Raum. Der Satz hat eine Fußnote bekommen und eine Erklärung, dass der Begriff früher in Ordnung gewesen sei, man heute aber „Schwarze“ sage. Na gut, das ist mir immer noch lieber als eine völlige Neuübersetzung, die eine ganz andere Sprache heraufbeschwören könnte. Ausgerechnet bei den Lindgren-Büchern immer auf diese „political correctness“ hinzuweisen, finde ich übertrieben, denn gerade Astrid Lindgren war ja nun wirklich absolut keine Rassistin, aber nun gut. Das nur am Rande.
Für mich ist „Die Kinder aus Bullerbü“ ein Stück Kindheit, und ich lege es allen ans Herz, die es noch nicht kennen und denen, die es schon kennen und vielleicht lange nicht gelesen haben. Wiederlesen lohnt sich.