345 Tage buchkauffrei – Wie man „guilty pleasure“ übersetzt (Buch 25)

„How to Fall in Love“ schenkte mir meine Freundin Christina bei unserem Mädelswochenende in Bremen vor nunmehr fast zwei Jahren. Wir waren das ganze Wochenende unterwegs, shoppten, redeten, tranken Kaffee und Cocktails und es war einfach total schön. Natürlich redeten … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – Manche Bücher sind wie Lego… (Hörbuch 8)

  Diesen Satz, dass manche Bücher wie Legosteine seien, habe ich mir nicht selbst ausgedacht, aber ein anderer Leser erklärte mir damit mal seine Verachtung für eine bestimmte Form von Literatur. Seitdem habe ich diese Aussage nicht vergessen, denn manchmal trifft … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – Ich erlebe mein blaues Wunder (Buch 6)

Vor ein paar Jahren habe ich Ildikó von Kürthy immer gerne gelesen. Ihre Bücher waren etwas für einen entspannten Abend auf dem Sofa. Einfach mal abschalten, einfach mal lachen, den Kopf schütteln, wissen, wie es ausgeht, und sich genau darauf … Weiterlesen

Lauren Weisberger: Revenge Wears Prada

noch43Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Ein paar Mal hatte ich das Buch im Urlaub in der Hand, denn „Der Teufel trägt Prada“ habe ich eigentlich ganz gern gelesen, auch wenn es schon drei Jahre her ist. Also dachte ich, die Fortsetzung wäre sicher ganz nett. Am Ende habe ich das Buch sehr günstig auf dem Bücherflohmarkt an der Londoner Southbank bekommen.

Zum Inhalt: Zehn Jahre ist es her, dass Andy ihren Job bei Miranda Priestley hingeschmissen und das Magazin „Runway“ verlassen hat. Inzwischen ist ihre einstige Gegnerin Emily ihre beste Freundin, und die beiden leiten zusammen ein erfolgreiches Magazin rund ums Thema Heiraten. Andy ist stolz auf das, was sie geschafft hat, und sie ist glücklich in ihrer Beziehung zu Max, dem Erben eines großen Unternehmens. Als sie am Tag ihrer Hochzeit erfährt, dass sich ihre Schwiegermutter eigentlich eine andere Schwiegertochter gewünscht hätte – und das verunsichert sie natürlich.
Überhaupt ist plötzlich irgendwie alles schwierig. Die Beziehung zu Max ist nicht mehr so einfach wie vor der Hochzeit. Andy fragt sich plötzlich, ob sie ihrem Mann überhaupt vertrauen kann, und ob sie beide überhaupt dieselben Vorstellungen vom Leben haben – und dann stellt Andy fest, dass sie schwanger ist. Das wirft alles über den Haufen und bringt wiederum alles durcheinander.
Auch mit Emily waren Dinge schon mal einfacher, denn plötzlich – nach all der Zeit – steht Miranda plötzlich wieder im Leben der beiden Freundinnen. Sie und ihr Verlagshaus möchten das Hochzeitsmagazin von Andy und Emily kaufen – und das zu einem ganz unglaublichen Angebot. Aber gleichzeitig würde das bedeuten, wieder für Miranda zu arbeiten, und das kann sich Andy eigentlich überhaupt nicht vorstellen. Sie hat nicht vergessen, was sie durchgemacht hat, als sie für diese Frau gearbeitet hat. Und das soll sich jetzt einfach alles so wiederholen dürfen? Denn Miranda hat sich, findet Andy, überhaupt nicht verändert. Warum das keiner außer ihr zu verstehen scheint, weiß sie auch nicht. Und dann ist da noch ihr Exfreund Alex, der ihr immer öfter im Kopf herumspukt. Wo soll das alles nur hinführen?

Wie mir das Buch gefallen hat: Und wieder mal ein Buch, bei dem man sich fragt, wie es zu seinem Titel gekommen ist. „Revenge Wears Prada“, das ließ mich vermuten, dass Miranda Priestley im Vordergrund der Handlung stehen würde und vor allem, dass es um das Thema Rache gehen würde. Würde Miranda in diesem Band nun versuchen, es Andy heimzuzahlen, dass sie sich Jahre zuvor in Paris so urplötzlich aus dem Staub gemacht hat? Nö.
Es ist mit diesem Buch so: Es ist keine schlechte Fortsetzung der Geschichte. Es geht recht glaubwürdig weiter; dass Andy sich als Figur weiterentwickelt und dass ihr Leben alles Andere als einfach verläuft, ist interessant und war für mich stimmig. Andy als Figur fand ich ganz sympathisch, aber nicht besonders interessant. Das ist ja häufig so, wenn Figuren so angelegt sind, dass man sich möglichst mit ihnen identifizieren soll.
In einer Szene in diesem Roman blickt Andy zurück auf das, was sie erreicht hat, und sagt, dass sie nie gedacht hätte, dass sie mit 35 das erlebt haben würde, was sie erlebt hat. Das fand ich interessant und es hätte für mich Potenzial, wenn das der Aufhänger des Romans wäre. Dass aber damit geworben wird, dass Miranda hier eine zentrale Rolle spielen würde und dass diese Frau dann eigentlich nur eine Nebenfigur ist, über die insgesamt dann auch noch mehr geredet wird, als dass sie selbst mal auftauchen würde, das war dann schon eine Enttäuschung. Immerhin ist das Buch ganz anders aufgemacht und der englische Untertitel besagt dann auch noch: „The Devil Returns“. Miranda ist jedoch nur eine Person, die Andy Sorgen macht, und ich persönlich habe den Handlungsstrang um Max, Andy und ihre Ehe als sehr viel präsenter empfunden.
Insgesamt ist der Roman ganz nett zu lesen, aber leider nichts Besonderes. Das Ende fand ich recht vorhersehbar und auch bis dahin geschehen wenig Dinge im Verlauf der Handlung, die wirklich überraschen. Man bekommt ziemlich genau das, was man von einem Roman dieses Genres erwartet, aber nicht das, was der Titel verspricht, der auch schon das reißerischste an der ganzen Geschichte ist. Wenig aus der Fortsetzung gemacht. Ganz nett, mehr aber auch nicht.

Sophie Kinsella: Wedding Night

20130703-145621.jpgWie ich zu dem Buch gekommen bin: Es geschah letzten Samstag bei Waterstone’s in Cardiff. Ich stöberte in den Regalen und eher zufällig stieß ich dabei auf die Reihe mit den Romanen von Sophie Kinsella. Erstaunt stellte ich fest, dass es ein neues Buch von ihr gibt. Aber ich blieb standhaft. Den ganzen Samstag. Und den halben Sonntag…

Zum Inhalt: Er wird ihr einen Antrag machen! Sie weiß es einfach. Lottie hat sich für das Mittagessen mit ihrem Freund Richard extra chic gemacht. Nun sitzt sie mit ihm in einem tollen Restaurant und wartet darauf, dass er ihr die Frage aller Fragen stellt. Nur leider hat sie Richards Andeutungen zu der Frage, die ihm unter den Nägeln brennt, falsch verstanden und statt eines Heiratsantrags will Richard einfach nur wissen, für welches Reiseziel Lottie gern seine Bonusmeilen aus dem Vielfliegerprogramm einsetzen würde. Lottie ist entsetzt!
Da Richard und sie offenbar nicht dasselbe wollen, beschließt Lottie, dass die Beziehung einfach keinen Sinn mehr hat und kurzerhand trennt sie sich von ihm. Nicht nur Richard trifft diese Nachricht vollkommen unerwartet, auch Lotties Schwester Fliss ist vollkommen entsetzt, als sie diese Neuigkeit erfährt. Das kann doch nicht Lotties Ernst sein!
Doch es wird noch schlimmer. Um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken, geht Lottie zu einem Date mit ihrer Jugendliebe Ben. Mit Ben hat sie den schönsten Sommer ihres Lebens verbracht und nun werden Erinnerungen wach. Ben, der immer noch fantastisch aussieht, erklärt Lottie nun auch gleich, dass er sie nie vergessen konnte und dass die fünfzehn Jahre ohne sie verlorene Zeit waren. Immer habe er an sie gedacht, sagt Ben, und es sei falsch gewesen, dass sie mit achtzehn gedacht hatten, dass ihre Liebe eine räumliche Distanz nicht überwinden könnte. Er macht Lottie einen Heiratsantrag – und überwältigt vor Glück sagt sie ja. Die beiden beschließen, dass sie so schnell wie möglich heiraten wollen, und Lottie kann überhaupt nicht verstehen, warum Fliss nicht auch durchdreht vor Glück. Ganz im Gegenteil – Fliss beschließt, alles daran zu setzen, dass diese Hochzeit niemals stattfindet…

Wie mir das Buch gefallen hat: Sophie Kinsella war mal wieder jeden Cent wert. Ich habe beim Lesen manchmal richtig lachen müssen und gleichzeitig ist die Geschichte nicht total oberflächlich und seicht. Die Mischung macht es.
Kinsellas Heldinnen Lottie und Fliss mochte ich beide, obwohl mir Fliss deutlich näher war. Sie versucht, ihre Trennung zu verarbeiten und mit der Tatsache klarzukommen, dass andere Leute sie für verbittert halten, obwohl sie einfach nur ihr Recht will. Fliss ist außerdem darauf aus, Lottie um jeden Preis zu beschützen. Und an diese wiedergefundene Jugendliebe glaubt sie erst recht nicht. Lottie hingegen mochte ich wegen ihrer Naivität und ihrem Glauben an das Gute (im wahren Leben könnte ich sie allerdings kaum ertragen…).
Die beiden Schwestern erzählen mehr oder weniger abwechselnd, und das gibt der Handlung einen guten Dreh. Zwischen dem Himmel voller Geigen, den wir mit Lottie erleben, und der pragmatischen Sicht von Fliss liegen Welten, gerade das hat mir gefallen.
Dass alles irgendwie gut ausgeht und am Ende alle glücklich und zufrieden sind, weiß man ja schon, bevor man überhaupt anfängt zu lesen. Von Sophie Kinsella will man doch vor allem eines: eine Geschichte, bei der man nicht zu viel denken muss, die einen unterhält und ein bisschen berieselt. Genau das macht „Wedding Night“, und zwar gut.
Klassische Kinsella-Lektüre, man kriegt, was man erwartet. Ich bin sehr zufrieden.

Cecelia Ahern: One Hundred Names

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Lassen wir es Amazon.de selbst erzählen: „Bestellt von Mareike. Sie haben diesen Artikel am 01. März 2012 gekauft.“ Und da hieß er noch „Untitled“. Amazon hat mir den Titel auch bis zum Schluss nicht verraten. Selbst in der Versandbestätigung hieß das Buch noch „Untitled“. 😉

Zum Inhalt: Katherine Logan ist eine erfolgreiche Journalistin. Gewesen. Sie hat gern beim Fernsehen gearbeitet, aber da will man sie nicht mehr – denn Katherine hat einen schrecklichen Fehler gemacht; einen Lehrer zu Unrecht vor laufender Kamera des sexuellen Missbrauchs an Schülerinnen angeklagt, ihn an den Pranger gestellt, sein Leben zerstört. Nur weil sie auf der Jagd nach einer großen Story nicht gründlich genug recherchiert hat.
Jetzt tut Kitty sich vor allem selbst leid. Ihre Karriere ist am Ende, ihre Beziehung auch, sie hat keine Ahnung, wie es weitergehen soll, und die Freunde und Angehörigen des Opfers ihrer Hetzkampagne machen ihr das Leben zur Hölle. Ihr bester Freund Steve erkennt seine Freundin Kitty nicht wieder – sie scheint nur noch an sich selbst zu denken. Und das ist auch der Grund, aus dem sie ihre Freundin Constance so lange nicht im Krankenhaus besucht hat; obwohl diese nicht mehr lange zu leben hat.
Bei ihrem letzten Gespräch bittet Constance Kitty, eine Story für ihre Zeitschrift zu schreiben, die Constance selbst nun nie mehr wird schreiben können. Sie sagt Kitty, dass diese einen Umschlag holen soll, der die Informationen zu der Geschichte beinhaltet; doch Kitty und Constance sehen einander nie wieder und Kitty steht hilflos vor dem Inhalt des Umschlags: einer Liste mit hundert Namen, die weder alphabetisch geordnet sind, noch sonst irgendeine Verbindung aufweisen. Wie um Himmels Willen soll Kitty daraus eine Story machen? Und sie hat nur diese eine letzte Chance für eine Story – wenn sie die nicht schafft, ist sie auch diesen Job los. Es steht viel auf dem Spiel – und gleichzeitig ist es genau das nicht, ein Spiel…

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich bin eine treue Cecelia Ahern-Leserin. Wenn es einen neuen Roman gibt, kaufe ich ihn. Und ich freue mich immer auf diese besondere Art des Erzählens, die Frau Ahern mitbringt. Auch diese Geschichte hat den üblichen Ahern-Touch, die Protagonistin, die wieder zu sich selbst finden muss, die Menschen, die Schweres durchgemacht haben und nun neuen Mut schöpfen, einen kleineren oder größeren Funken Magie, ein klein bisschen Kitsch und auch mal was zu lachen.
Die Geschichte ist deswegen nicht überraschend. Man weiß, worauf man sich einlässt, und genau das bekommt man auch. Vielleicht bin ich gerade deswegen dieses Mal nicht so sonderlich begeistert. Die Geschichte ist nett, das Buch liest sich locker und leicht, aber es ist nichts wirklich Neues mehr und es täte Cecelia Ahern gut, nun auch mal einen Roman zu schreiben, dessen Ende nicht so zuckerwattig ist und dessen Figuren ein paar mehr Ecken und Kanten haben.
Gerade Katherine bzw. Kitty Logan blieb mir irgendwie zu flach. Wie es mit ihr ausgehen würde, wusste man einfach ab der zweiten Seite und das ist mir wirklich zu wenig. Auch die anderen Figuren waren so gestrickt, wie man es erwartet hat. Niemand sticht aus der Menge heraus und jede Figur könnte auch in einen anderen Ahern-Roman gesetzt werden, ohne dass es auffallen würde. Das finde ich schade, denn ich halte Cecelia Ahern eigentlich wirklich für talentiert und ich mag ihre Erzählstimme sehr; aber langsam müsste sie sich für meinen Geschmack mal etwas weiterentwickeln, etwas bissiger werden vielleicht.
Jedenfalls ist mein Fazit dieses Mal dies: ein ganz netter Roman für zwischendurch, der alle Erwartungen an einen Roman dieser Autorin erfüllt, gerade weil er nichts Neues bietet und genauso ist, wie jedes Klischee über dieses Genre es behauptet. Schade, denn dadurch wirkt eine gute Idee etwas verschenkt.

Christiane André: Mensch, Amor!

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich zugeschickt bekommen und da es mir eine perfekte Urlaubslektüre zu sein schien, ist es auch gleich mit mir in den Urlaub gefahren.

Zum Inhalt: Willi ist eine Amorette und eigentlich ist der Job ganz schön: auf Erden wandeln und Menschen miteinander verkuppeln, das klingt doch erstmal ganz gut und auch nicht allzu schwierig. Aber der Job erfordert Geschick und Präzision, und dass ihm diese Capulet-Montague-Geschichte damals schiefgegangen ist, das hängt Willi immer noch nach.
Jetzt ist seine letzte Chance gekommen – und Willi soll die alleinerziehende Mutter Irma unter die Haube bringen. Irma ist Anfang dreißig, sieht ganz gut aus und ist auch ziemlich nett – trotzdem hat sie in Beziehungsdingen immer wieder Pech gehabt. Jetzt soll es mit der großen Liebe endlich mal klappen, und das Ganze liegt in Willis Hand.
Tatsächlich hat er auch schon einen Plan – Irma soll mit seinem Kollegen bei der Polizei (dort arbeitet Willi, um seine wahre Identität zu verbergen) verkuppelt werden. Doch Willis Schuss geht daneben und ein fremder Mann wird getroffen. Leonhard Wolf ist zwar immerhin nicht verheiratet und hat auch sonst keine Eigenschaften, die ihn von der Amoraktion ausschließen würden, aber jetzt muss Willi Leonhard und Irma ganz schnell zusammenbringen, damit sie sich auch ineinander verlieben können. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer, denn Irma und Leonhard haben eigentlich keinerlei Berührungspunkte und würden einander einfach so nie begegnen. Wie soll es also gelingen, dass die beiden ihre große Liebe finden und Willi gleichzeitig endlich seinen Platz im Olymp einnehmen kann?

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich lasse mich zwischendurch ja gern mal von ein bisschen sogenannter Frauenliteratur berieseln und da kam mir „Mensch, Amor!“ gerade recht. Im Urlaub will man sich schließlich auch einfach mal zurücklehnen und sich ein bisschen unterhalten lassen. Der Klappentext ließ mich allerdings zunächst zweifeln. Willi, die Amorette, mit dem Auftrag, zwei Menschen zu verkuppeln – okay, dachte ich, das ist echt nichts für mich. „Albern“, dachte ich zunächst. „Das kann ja nichts geben.“
Aber das Wetter war gut und ein Kaffee im Sonnenschein mit diesem Buch schien mir dann doch einen Versuch wert. Und schnell musste ich mein Vorurteil revidieren, denn „Mensch, Amor!“ ist eine leicht und locker erzählte Geschichte, in die man schnell reinfindet und die dann wirklich Spaß macht. Erzählt durch einen personalen Erzähler, der mal Willi, mal Irma und mal Leonhard begleitet, erlebt man diese turbulente Verkupplungsgeschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln und sieht dadurch manches Ereignis dann im wahrsten Sinne des Wortes auch noch mal mit anderen Augen. Das hat mir gut gefallen, weil es der Geschichte einfach noch mal was Besonderes gibt.
Erfreulicherweise kann man dann noch das Prädikat „kitschfrei“ vergeben, da wir uns hier nicht mit abgedroschenen Liebesszenen und vielem mehr beschäftigen müssen. Leonhard und Irma sind zum Glück recht bodenständig und verlieren sich nicht in absurden Ideen und Tagträumen. Das ist noch mal ein echtes Plus. Leonhard wird bei den Leserinnen auch sicherlich schnell viele Fans gewinnen, denn er ist schon ein wirklich toller Mann, ohne dass man das Gefühl gehabt hätte, dass hier alle Klischees bedient werden, und ein unrealistischer Traumtyp erschaffen wird.
Für aufkommende Frühlingsgefühle und einen Lesenachmittag im Sonnenschein absolut zu empfehlen!

Sophie Kinsella: I’ve Got Your Number

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich bereits letztes Jahr vorbestellt – wie immer kann ich Sophie Kinsellas Büchern einfach nicht widerstehen. Und auch dieses Mal habe ich mich schon gleich über das schöne Cover gefreut.

Zum Inhalt: Poppys Leben ist so aufregend wie nie zuvor. Gerade erst seit einem Monat ist sie mit Magnus zusammen, da zieht er plötzlich bei einem Essen eine Schachtel mit einem Ring aus der Tasche und macht ihr einen Heiratsantrag. Poppy schwebt im siebten Himmel, auch wenn ihre zukünftigen Schwiegereltern nicht gerade das sind, was sie unkompliziert nennen würde. Wanda und Anthony sind berühmte Professoren und sie verwickeln Poppy immer wieder in Gespräche, in denen sie sich ein bisschen dumm vorkommt. Und dass Magnus nun das Familienerbstück an Poppys Ringfinger gesteckt hat, das scheint seinen Eltern gar nicht zu gefallen.
Aber das ist nicht das Schlimmste. Schlimm wird es erst, als Poppy mit ihren Freundinnen feiern geht, jede der Frauen mal den Ring anprobieren möchte und plötzlich der Feueralarm losgeht. In dem ganzen Chaos verlieren alle den Überblick – und Poppy verliert ihren Ring. Schlimmer geht es nicht – denkt man! Doch während sie alles absucht und in völliger Panik jedem Mitarbeiter des Hotels ihre Handynummer in die Hand drückt, kommt es tatsächlich noch schlimmer: Poppys Handy wird gestohlen. Wie soll man sie jetzt erreichen, wenn sie ihren Ring wiederbekommen könnte? Panik.
Doch dann hat Poppy doch noch Glück im Unglück: in einem Hotelmülleimer findet sie ein Handy, über das sie schnell herausfindet, dass eine Frau namens Violet es kurzerhand weggeworfen hat – genau wie ihren Job. Violets ehemaliger Boss, Sam Roxton,  ist ziemlich wütend – und zwar nicht nur auf seine ehemalige Assistentin, sondern auch auf Poppy, die dieses Handy auf keinen Fall wieder rausrücken kann. Eigentlich will sie ja nur ihr eigenes Leben mit Hilfe dieses Geräts in den Griff bekommen, aber sie kann es einfach nicht lassen, die E-Mails und SMS zu lesen, die schon auf dem Handy drauf sind. Und schnell weiß Poppy mehr über Sam, als sie je vermutet hätte.

Wie mir das Buch gefallen hat: Klar, die Geschichte ist weit hergeholt. Das verlorene Familienerbstück bringt Poppy schon in genügend schräge Situationen. Das im Mülleimer gefundene Handy setzt noch mal eine weit hergeholte Geschichte obendrauf. Aber dann kommt Sophie Kinsella und macht daraus ein Buch, das mir zwei sehr schöne Lesenachmittage beschert hat. Poppy ist eine recht typische Kinsella-Heldin, wenn auch nicht so chaotisch wie Becky Bloomwood, Magnus und Sam sind typische Kinsella-Männer und Magnus‘ Eltern sind herrlich überzeichnet und haben mich schon sehr unterhalten.
Die Geschichte, erzählt von Poppy, in SMS und in E-Mails, schreitet schnell voran und macht einfach Spaß, auch wenn man am Ende nicht überrascht ist. Dass Poppy ihr Happyend bekommt, weiß man, und man wünscht es ihr auch von ganzem Herzen – ich zumindest mochte Poppy sehr. Der Humor, der von ihr ausgeht, ist wirklich manchmal umwerfend, das Buch hat mich mehrfach wirklich zum Lachen gebracht.
Interessant fand ich vor allem den Aspekt des „geteilten“ Handys – Poppy leitet Sam alle Nachrichten weiter, die er noch auf diese Nummer bekommt, aber sie liest auch alle und weiß darum mehr über ihn als eigentlich alle anderen Menschen in seinem Umfeld. Wer würde sein Handy mit einer anderen Person teilen, egal wem? Wer möchte, dass jemand alle Nachrichten liest, die man so bekommt? Und so unterschiedlich Poppy und Sam auch in ihrer Art zu kommunizieren sind, ihre Privatsphäre hätten sie eigentlich schon gern.
Ein sehr unterhaltsamer, lustiger Roman, der in typischer Sophie-Kinsella-Manier daherkommt und meine Erwartungen nicht enttäuscht hat. Ich hab mich bestens unterhalten gefühlt. 😉