345 Tage buchkauffrei – Und du dachtest, es wäre Liebe (Buch 35)

Dieses Buch war auf der Buchmesse in diesem Jahr echt eine Zufallsentdeckung. Eigentlich spricht mich der Titel „Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde“ von Victoria Schwartz gar nicht an, auch das Cover finde ich nicht unbedingt toll, und neugierig machte … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei -Einmal Abrechnung mit der eigenen Kindheit, bitte! (Hörbuch 12)

Cleo von „Ich lese halt gern“ versorgte mich zu Weihnachten mit Hörbüchern und ich hörte gleich mal drauflos. Das erste Buch, das es in meine Hörliste schaffte, war „Lebenslänglich Klassenfahrt – Mehr vom Lehrerkind“ von Bastian Bielendorfer, eine gekürzte Lesung, gelesen … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – In den Fängen einer Sekte (Buch 21)

Ich hatte das Buch von Jenna Miscavige Hill schon einige Male bei Amazon empfohlen bekommen, aber ehrlich gesagt wurde mein Interesse erst wieder geweckt, als das Buch von Leah Remini erschien, in dem sie mit Scientology abrechnete. Ich stellte fest, … Weiterlesen

David Beck: Verurteilt. Ein autobiografischer Jugendroman

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Das Buch habe ich mir beim Verlag an der Ruhr auf der didacta 2015 gekauft, auf der Suche nach einfachen Lektüren, die Schülerinnen und Schüler, die gerade Deutsch lernen, lesen können. Zum Inhalt: David ist … Weiterlesen

Tim Raue: Ich weiß, was Hunger ist

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich von Amazon Vine bekommen. Da ich ganz gern mal Biographien lese, war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde.

Inhalt und meine Meinung: Heute ist er ein erfolgreicher Sternekoch mit eigenem Restaurant, eigenen Kochbüchern, Auftritten im Fernsehen und überhaupt großem Erfolg. Tim Raue hat es geschafft. Er hat das, was ihn fasziniert, zum Beruf gemacht. Und er ist nicht irgendein Koch in irgendeinem Restaurant – nein, er hat erreicht, wovon viele träumen. Und das ohne eine Kindheit mit heiler Welt, liebevollen Eltern und einer erfolgreichen Schulkarriere.
Tim Raue hatte es nicht leicht als kind. Die Eltern haben sich getrennt, der Vater hat immer mehr Interesse an anderen Menschen gehabt als am eigenen Sohn. Zudem ist Raue als Kind dadurch schwer gebeutelt, dass er Angst vor den Grausamkeiten seines Vaters hat. Auch bei der Mutter findet das Kind keine Geborgenheit und keinen geschützten Raum vor – einzig Raues Großeltern nehmen sich des Jungen an, kümmern sich liebevoll um ihn und stecken ihm Taschengeld zu, das er nur für sich selbst ausgeben darf. Und oftmals steckt Raue sein Essen in Geld. Schon als Kind stellt er fest, dass ihm Essen als solches wichtig ist – auch wenn es damals natürlich nicht um Gourmetküche geht.
Als Jugendlicher findet Raue seine Zuflucht bei den 36Boys, einer Straßengang, die nicht gerade zimperlich mit Anderen umgeht. Gemeinsam fühlen die Jungen sich stark und überlegen, sie geben einander Halt und das Gefühl von Zusammengehörigkeit. Raue lässt sich nichts sagen, hat eine große Klappe, vor allem aber hat er keine Zukunftsperspektive. Koch als Ausbildung ist eine der wenigen Möglichkeiten, die dem Jungen überhaupt bleiben. Und Raue greift zu – eine Entscheidung, die sein Leben verändert. Genauso wie Marie, seine Ehefrau, die ihm immer zur Seite steht und ihn oft auf den Boden zurückholt, wenn er in die Luft zu gehen droht.
„Ich weiß, was Hunger ist“, ist ein sehr interessantes Buch, das ich gerne gelesen habe. Es ist ehrlich und frei von der Leber weg erzählt. Hier geht es nicht darum, dass jemand über seine Kindheit jammern will. Hier geht es nicht darum zu sagen: „Schaut mal, was ich für ein toller kerl bin.“ Sondern man hat beim Lesen das Gefühl, dass hier jemand einfach seine Geschichte erzählt. Raue schämt sich nicht für seine Vergangenheit, aber er ist auch nicht bereit, über das Unrecht zu schweigen, das ihm geschehen ist. All das ist Teil seiner Geschichte, genauso wie all die Episoden, in denen Raue sich in unmögliche Situationen bringt, weil er eine zu große Klappe hat. Er passt sich nicht immer an, er geht seinen Weg – und er zeigt, dass man es zu etwas bringen kann, wenn man es nur will und wenn man bereit ist, alles zu geben.
Was mir an ihm auch gefällt, ist, dass er nicht über Kollegen herzieht, ihnen aber auch nicht unbedingt schmeichelt. Raue stellt sich nicht in die Reihe der Fernsehköche, Kochshows sind einfach nicht seine Welt. Eine Einstellung, die ich nachvollziehen kann und auch ganz sympathisch finde.
Ein unverblümtes Buch, das den Werdegang eines interessanten Menschen erzählt. Und: man erfährt sehr viel übers Essen und über Lebensmittel an sich, was ich – neben den oftmals extremen Eindrücken aus den Restaurantküchen dieser Welt – besonders gut fand. lohnt sich meiner Meinung nach.

Astrid Lindgren: Das entschwundene Land

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich mir schon sehr lange gewünscht, weil ich Astrid Lindgren so gern lese und mich ihre Geschichten sehr faszinieren. Etwas über ihr Leben zu erfahren, noch dazu von ihr selbst, das schien mir deswegen besonders verlockend. Das Buch habe ich von meinen Schwestern und Schwägern zum Geburtstag bekommen.

 Inhalt und meine Meinung: „Das entschwundene Land“ hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Es ist nicht das, was ich mir versprochen hatte, nämlich eine Biographie der Autorin mit Gedanken zu ihrem Beruf und ihrer besonderen Gabe, Geschichten für Kinder zu erzählen. Zweifellos war Astrid Lindgren eine beeindruckende und ganz besondere Frau, die viel mehr zu erzählen gehabt hätte als das, was diese gut hundert Seiten Text erzählen.
Astrid Lindgren erzählt von ihren Eltern und wie diese einander kennenlernten. Dabei wird einem als Leser zumindest deutlich, dass Frau Lindgren in ihren Büchern das beschreibt, was sie selbst als Kind vor sich gesehen hat – zumindest klingen die Erinnerungen an Erlebnisse und Landschaften so, als entstammten sie den Romanen der Autorin. Dies habe ich beim Lesen als sehr schön empfunden und auch die Tatsache, dass sie ihren Eltern durch das Erzählen ihrer Lebens- und Liebesgeschichte eine Art Denkmal setzt, finde ich durchaus schön. Nur hat mir ehrlich gesagt nicht am Herzen gelegen, mehr über diese beiden Menschen zu erfahren, ich wollte etwas über deren Tochter Astrid herausbekommen und das kommt meiner Meinung nach viel zu kurz, auch wenn deutlich wird, dass das Leben, das Astrid Lindgren als Kind führte, nicht so anders war als das, was zum Beispiel die Kinder von Bullerbü erleben. Diese Ausführungen sind schön und sie verdienen den Buchtitel „Das entschwundene Land“, denn tatsächlich gibt es das Land, das die Autorin in ihrer Kindheit erlebt hat, so nicht mehr.
Doch das war es dann auch schon mit dem, was mich an diesem Buch berührt hat. Ich hätte gern mehr über Lindgrens Werdegang als Autorin erfahren, hätte gern gewusst, wie sie beim Schreiben vorgeht, hätte gern mehr über sie als Erwachsene erfahren. Doch da ist dann nicht mehr viel zu lesen, es gibt lediglich noch Ausführungen darüber, wie Lindgren zu ihren Ideen kommt und darüber, was sie von einem Menschen, der Kinderbücher schreiben möchte, erwartet. Da sind durchaus interessante Ausführungen dabei, die mit Sicherheit viel Wahres enthalten, wie zum Beispiel Lindgrens Aussage, wer Kinderbücher schreiben wolle, müsse Kinder ernst nehmen und dürfe nicht denken, sie würden dies und das nicht verstehen, aber eigentlich habe ich mich gefragt, was ich mit diesem Kapitel anfangen sollte, denn es brachte mir die Autorin in keiner Weise näher sondern sorgte vielmehr dafür, dass ich dieses Buch plötzlich sonderbar distanziert empfunden habe.
Von Astrid Lindgren erwarte ich immer eine heile Welt, in die ich eintauchen kann, ein bestimmtes Gefühl, das ich beim Lesen ihrer Geschichten habe. Dieses Gefühl habe ich bei diesem Buch auch erwartet, einfach, weil es eben kein Buch über Astrid Lindgren ist, sondern ein Buch von ihr, aber das Gefühl blieb „entschwunden“. Schade. Deswegen insgesamt eher keine Leseempfehlung von mir.