345 Tage buchkauffrei – Das Leben ohne dich (Buch 38)

  Ich wollte schon lange mal „The Lovely Bones“ von Alice Sebold lesen – auch wenn ich immer auch ein bisschen davor zurückgeschreckt bin, das zu tun. Als hätte ich geahnt, dass dieser Thriller mir zusetzen würde. Denn genau das hat … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei -Mein Vater ist ein Serienmörder (Buch 28)

„Der Zodiac Killer“ von Gary L. Stewart hat mich jetzt wirklich beschäftigt und ich fange jetzt einfach mal an, draufloszuschreiben, was mir dazu so durch den Kopf geht. Jetzt ist es gerade doof, dass es auf dem Kindle ist, und das … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – In den Fängen einer Sekte (Buch 21)

Ich hatte das Buch von Jenna Miscavige Hill schon einige Male bei Amazon empfohlen bekommen, aber ehrlich gesagt wurde mein Interesse erst wieder geweckt, als das Buch von Leah Remini erschien, in dem sie mit Scientology abrechnete. Ich stellte fest, … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – Vom Leben auf dem Land (Buch 18)

  Woran denkt ihr zuerst, wenn ihr an das Leben auf dem Land denkt? Glückliche Kühe? Apfelbäume? Kinder in Gummistiefeln? Blühende Kirschbäume? An das Leben fernab vom Stress des Alltags? Gar nicht so leicht, darauf eine Antwort zu geben, finde ich. … Weiterlesen

Carolin-Therese Wolf: Die Räuber – REMIXED

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Tjaja, das Hörbuch gab es im letzten Monat kostenlos bei „Audible“ und da dachte ich, man könnte ja nicht so viel falsch machen. 😉 Inhalt und meine Meinung: Ich habe „Die Räuber“ von Friedrich Schiller … Weiterlesen

Emma Brockes: Sie ging nie zurück

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch ist mir im Juni zugeschickt worden. Ich habe es erst fälschlicherweise für einen Roman gehalten und dachte noch, dass ich auf eine neue Familiensaga gerade keine Lust habe, doch dann habe ich festgestellt, … Weiterlesen

Roddy Doyle: Mary, Tansey und die Reise in die Nacht

noch106Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich als Leseexemplar bekommen. Roddy Doyle war mir als Kinderbuchautor nicht bekannt, aber ich dachte, das könnte ganz interessant werden.

Zum Inhalt: Eigentlich ist Mary gerade schlecht drauf, denn ihre beste Freundin weggezogen und außerdem liegt ihre geliebte Oma im Krankenhaus. Oft fährt Mary mit ihrer Mutter hin, um die alte Frau zu besuchen, aber es ist schwer, denn Emer ist immer sehr müde und ihr Zustand verschlechtert sich. Mary – und auch ihre Mutter – fürchten sich auch vor diesen Besuchen, aber sie halten im Gegensatz zum Rest der Familie daran fest und lassen die alte Frau im Krankenhaus nicht allein. Emer erfährt viel Liebe von ihrer Tochter und ihrer Enkelin, auch wenn der Abschied merklich näherrückt.
Und dann trifft Mary diese merkwürdige Frau auf der Straße. Tansey sieht irgendwie altmodisch aus, auch wenn sie gar nicht alt ist. Sogar jünger als ihre eigene Mutter. Es dauert ein Weilchen, bis ihr und auch ihrer Mutter klar wird, dass es sich bei Tansey eigentlich gar nicht um einen Menschen handelt, sondern dass sie der Geist von Emers Mutter ist, die sehr früh verstarb. Jetzt, wo Emers Ende naht, taucht sie auf, um ihrer Tochter den Abschied vom Leben leichter zu machen, und schließlich sind alle vier Frauen der Familie, die kleine Mary eingeschlossen, zu einem großen Abenteuer unterwegs.

Wie mir das Buch gefallen hat: Im Original heißt der Roman „A Greyhound of a Girl“, was den Schwerpunkt auf Emer legt, die als Mädchen immer mit den Windhunden verglichen wurde, die die Familie hielt. Eigentlich ist es auch sie, die im Mittelpunkt des Geschehens steht, auch wenn sie selbst als Figur natürlich wenig agieren kann – anfangs fand ich den englischen Titel merkwürdig, im Nachhinein aber sehr schön und passend. Dass der deutsche Titel den Schwerpunkt auf Mary und Tansey legt, ist verständlich, und auch das passt. Man wünscht sich fast, dass die Übersetzung in irgendeinem Land Marys Mutter Scarlett in den Fokus nimmt, denn auch das wäre möglich und würde passen.
In diesem sehr kurzen Roman macht Roddy Doyle etwas, das wir aus Literatur für Erwachsene längst kennen: er erzählt eine Familiensaga, die deutlich macht, wie stark alle Mitglieder dieser Familie miteinander verbunden sind. Nur dauert es hier nicht 800 Seiten, sondern etwas über 200 – und trotzdem gelingt es ihm, einem die Figuren näherzubringen und der Geschichte Wärme und eine Botschaft zu geben. Und das, obwohl das Buch eines ganz und gar nicht ist: kitschig. Es ist liebevoll erzählt und liest sich sehr schön, aber es wird nicht auf die Tränendrüse gedrückt. Selbst das Ende, das von Anfang an abzusehen ist, ist nicht unendlich traurig, sondern einfach friedlich und passend.
Einziger Minuspunkt: Mary betont ständig, dass das, was sie gerade gesagt hat, nicht vorlaut gemeint war. Ab Seite 180 in etwa haben mich diese Bemerkungen so genervt, dass ich fast dazu übergegangen wäre, sie zu zählen. Dass Mary das immer sagt, ist in einem Gespräch mit ihrer Mutter begründet, trotzdem wurde mir das wirklich zu viel.

John Irving: Garp und wie er die Welt sah

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Mein Mann ist der Irving-Sammler im Haus und als wir zusammengezogen sind, sind seine Irving-Romane in mein Bücherregal eingezogen. Jetzt habe ich „Garp und wie er die Welt sah“ in einer Leserunde gelesen.

Zum Inhalt: Ungewöhnlichere Umstände als die, unter denen der kleine T.S. Garp zur Welt kommt, kann es eigentlich nicht geben, doch seine Mutter Jenny Fields tut alles, um dem Jungen alles zu ermöglichen, wovon er nur träumen könnte. Garp zuliebe entfernt Jenny sich von ihrer eigenen Familie und arbeitet jahrelang als Krankenschwester in einer Schule für Jungen, um sicherzustellen, dass Garp diese Schule einmal wird besuchen können.
Und es gelingt ihr, aus Garp einen ganz außergewöhnlichen Jungen zu machen. Garps Blick auf die Welt ist manchmal mehr als ungewöhnlich, aber wer wollte ihm das bei der Familie auch verübeln? Und schließlich entdeckt Garp ganz unverhofft auch das Schreiben für sich – für seine zukünftige Frau Helen beschließt er, Schriftsteller zu werden, und tatsächlich hat er damit auch Erfolg. So speziell, wie Garp auch manchmal auf die Welt schaut und so pragmatisch, wie er manche Situationen auch sieht, Garp ist immer ehrlich sich selbst gegenüber und er versucht, seine Weg zu gehen. Dabei steht er sich selbst oft im Weg und verhindert so manches Mal das vermeintlich große Glück – aber auch das Schicksal meint es nicht immer nur gut mit Garp und er muss einige Widrigkeiten in seinem Leben bewältigen, um seine Ziele zu erreichen. Dabei lernt Garp Schritt für Schritt das zu schätzen, was er hat, und er lernt, mit großen Schmerzen, schweren Schicksalsschlägen, abstrusen Situationen und auch mit sich selbst umzugehen.

Wie mir das Buch gefallen hat: Meine Meinung zu diesem Buch ist total gespalten. Ich war am Anfang absolut begeistert. Dies ist der dritte Roman, den ich von John Irving gelesen habe, und ich liebe seine Art zu erzählen, die vielen Kleinigkeiten in den Romanen, die humorvollen Bemerkungen, Irvings Umgang mit Situationen und Menschen. Auch „Garp“ hat mich in seinen Bann gezogen. Gerade die Tatsache, dass es hier nur einen großen Handlungsstrang gibt, dass es immer Garps Sicht auf die Welt ist, das fand ich besonders an diesem Irving-Roman und das hat mir sehr gut gefallen. Ich war wirklich einfach beeindruckt, wie Irving es schaffte, mir Garps Sicht, die so anders ist als meine, nahezubringen. Es war wirklich spannend und amüsant zu lesen. Richtig gut.
Sechs Kapitel vor Schluss wendete sich für mich beim Lesen dann das Blatt irgendwie. Nachdem eine entscheidende Situation im Roman eintritt und man diese als Leser zusammen mit Garp verdaut hat, fiel der Roman für mich irgendwie ab. Auch wenn Garps Geschichte da noch nicht zuende erzählt ist, hatte ich beim Lesen manchmal das Gefühl, dass jetzt nicht mehr wirklich was kommen kann. Das hat dann dazu geführt, dass es mir beim Lesen manchmal schwerfiel, dranzubleiben. Auch wenn es bis zum – viel zu lang geratenen – Epilog immer wieder Szenen gab, die ich spannend, interessant, lustig, tragisch oder anrührend fand, konnte mich der Roman auf den letzten 150 Seiten nicht mehr so richtig fesseln und überzeugen. Zwar bleibt am Ende die Tatsache, dass „Garp und wie er die Welt sah“ ein guter und durchaus lesenswerter Roman ist, aber hinter „Das Hotel New Hampshire“ und vor allem hinter „Zirkuskind“ bleibt dieser Roman meiner Meinung nach schon deutlich zurück.

Ally Condie: Cassia & Ky – Die Auswahl

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich von meinem Mann zum Nikolaustag 2011 geschenkt bekommen. Ich hatte es schon mal in der Bibliothek angelesen und es mir seitdem gewünscht.

Zum Inhalt: Cassia ist unendlich aufgeregt, als ihr siebzehnter Geburtstag endlich gekommen ist. Denn heute ist nicht einfach irgendein Geburtstag, nicht nur der Eintritt ins Erwachsenenleben in der Gesellschaft, nein, an ihrem Geburtstag soll Cassia bereits am Paarungsbankett teilnehmen. An diesem Abend wird sie erfahren, wer ihr perfekter Partner ist, wen die Gesellschaft für sie auserwählt hat, wen sie heiraten und mit wem sie Kinder haben wird. Und dieses große Ereignis wird in der Stadthalle gefeiert, wo Cassia und etliche andere Teenager nicht nur „gepaart“ werden, sondern wo sie auch ein außergewöhnliches Essen bekommen werden und zu dem sie auch etwas Anderes als die übliche Zivilkleidung tragen dürfen.
Der Abend ist ein voller Erfolg. Nicht nur das Essen ist großartig – auch Cassias perfekter Partner scheint es zu sein. Zum Erstaunen und zur Begeisterung aller ist es Xander, mit dem sie schon seit ihrer frühesten Kindheit befreundet ist. Cassia ist aufgeregt und überglücklich – und der Mikrochip, der ihr überreicht wird und der alle wesentlichen Informationen über Xander enthält, scheint ihr zunächst vollkommen überflüssig.
Doch dann möchte Cassia doch erfahren, welche Informationen die Gesellschaft ihr gerne geben möchte, und sie öffnet die Dateien. Ein Bild erscheint – doch das ist nicht Xander! Was hat das zu bedeuten? Warum erscheint plötzlich Ky, mit dem Cassia ebenfalls lose befreundet ist, auf dem Bildschirm?
Das Leben der Siebzehnjährigen gerät in Aufruhr – und als der Großvater kurz vor seinem Tod noch zu ihr sagt, dass sie versuchen soll, nicht in den Worten der Gesellschaft zu sprechen, sondern nur in ihren eigenen, da versteht Cassia erst nicht, was er meint. Doch nach und nach entfaltet sich ein ganz neues Leben vor ihr – eines, das ihren Großvater sicher stolz gemacht hätte, aber gleichzeitig der Regierung ein Dorn im Auge ist…

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich bin zugegebenermaßen sehr erstaunt darüber, wie sehr dieses Buch mich begeistern konnte. Mal ehrlich, es ist im Moment nicht gerade das Einzige seiner Art auf dem Markt. Eine dystopische Gesellschaft, in der alles kontrolliert wird (Orwell und Huxley lassen grüßen), und mittendrin ein Mädchen, das sich seiner Liebe wegen gegen diese Gesellschaft auflehnt, das hatten wir schon öfter mal. Das kann es also nicht sein. Was macht dann das Besondere an „Cassia und Ky“ aus?
Für mich ist es einerseits das Gefühl, dass die Autorin alles bedacht hat. Dass sie Begründungen für das gefunden hat, was in der neuen Gesellschaft anders ist als bei uns. Dass sie in ihrer Welt Literatur und Kunst rigoros auf „Hundert Gedichte / Bilder / Geschichtslektionen…“ kürzen lässt und dann wieder aufzeigt, was Zensur eigentlich bedeutet. Und wie arm eine Gesellschaft ist, in der jeder zwar tippen und lesen kann, aber niemand weiß, was ein Stift ist und wie man mit der Hand schreibt, skizziert oder zeichnet. Sie führt ihren Lesern vor Augen, für wie selbstverständlich wir Dinge halten, die in einer anderen Welt ein kostbarster Schatz wären. Das fand ich unheimlich gelungen und es hat mich sehr beschäftigt. Die Auseinandersetzung mit Natur, die es unberührt nicht mehr zu geben scheint, mit Nahrungsaufnahme, dem Tod, mit Arbeit und Lernen, all das hat Ally Condie durchdacht bis hin zum großen Thema Liebe.
Cassias und Kys Liebesgeschichte ist schön, tragisch, spannend und überschäumend, so wie es bei einer Geschichte um die große Liebe sein sollte. Dennoch fand ich es genauso interessant zu lesen, wie auch die Familienmitglieder von Cassias Familie einander lieben und was diese Liebe sie manchmal riskieren lässt. Den Aufstand im Kleinen zu sehen, wie er sicherlich in totalitären Regimen immer auftritt, fand ich an diesem Roman wirklich auch besonders und gerade im Hinblick auf Cassias Großvater und ihre Mutter sehr schön.
Natürlich muss ich wissen, wie es mit den beiden weitergeht, zumal ich mich frage, ob die Autorin es schaffen wird, an diese toll erzählte Geschichte noch einmal heranzureichen.