345 Tage buchkauffrei – Du willst es nicht, aber es lässt dich nicht los (Buch 49)

Dass „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk keine leichte Kost werden würde, war mir ja von Anfang an klar. Das Thema – Frauenmörder Fritz Honka – ist ja nun schon bedrückend, und von einer Lesung Strunks auf der Leipziger Buchmesse … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei – Und du dachtest, es wäre Liebe (Buch 35)

Dieses Buch war auf der Buchmesse in diesem Jahr echt eine Zufallsentdeckung. Eigentlich spricht mich der Titel „Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde“ von Victoria Schwartz gar nicht an, auch das Cover finde ich nicht unbedingt toll, und neugierig machte … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei -Mein Vater ist ein Serienmörder (Buch 28)

„Der Zodiac Killer“ von Gary L. Stewart hat mich jetzt wirklich beschäftigt und ich fange jetzt einfach mal an, draufloszuschreiben, was mir dazu so durch den Kopf geht. Jetzt ist es gerade doof, dass es auf dem Kindle ist, und das … Weiterlesen

345 Tage buchkauffrei -Einmal Abrechnung mit der eigenen Kindheit, bitte! (Hörbuch 12)

Cleo von „Ich lese halt gern“ versorgte mich zu Weihnachten mit Hörbüchern und ich hörte gleich mal drauflos. Das erste Buch, das es in meine Hörliste schaffte, war „Lebenslänglich Klassenfahrt – Mehr vom Lehrerkind“ von Bastian Bielendorfer, eine gekürzte Lesung, gelesen … Weiterlesen

Deborah Scaling Kiley: Albatross

noch36Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Nach dem Abitur verscherbelte meine Schulfreundin Steffi ihre Unterrichtslektüren an mich, so nach dem Motto: „Du willst doch Lehrerin werden, kannst du was davon gebrauchen?“ Ich nahm ein paar der Bücher, darunter auch „Albatross“. Vierzehn Jahre später habe ich es nun endlich mal gelesen.

Zum Inhalt: Deborah ist fürs Wasser geboren. An Land hält die junge Frau es nicht lange aus und immer wieder zieht es sie auf die unterschiedlichsten Schiffe. Sie nimmt an Bootsrennen teil, geht überall an Bord, ist ein Profi, gehört zu so mancher Mannschaft und es macht ihr nichts aus, dass die meisten ihre Liebe zum Wasser nicht verstehen können. Das ist einfach, wie sie ist.
Als sie dann aber auf der „Trashman“ anheuert, ist alles anders als sonst. Zunächst sind sie und der eher faule, launische John die einzige Crew und Debbie ist schnell genervt von Johns Verhalten, bei dem sie sich sicher ist, dass sie so keine Crew finden werden, um ihre Reise wirklich beginnen zu können. Tatsächlich ist es dann auch eher sie selbst, die Mark und Brad, den Bruder einer ihrer Freundinnen, für die „Trashman“ gewinnen kann. John hingegen bringt seine Freundin Meg mit an Bord, die von Schiffen keine Ahnung hat und es eigentlich auch überhaupt nicht einsieht, irgendwelche Aufgaben zu übernehmen.
Die Stimmung an Bord ist angespannt und gereizt. Debbie überlegt, die „Trashman“ zu verlassen und tut es in letzter Sekunde doch nicht. Und dann überschlagen sich die Ereignisse: Meg stürzt und verletzt sich schwer und kurz danach gerät das Schiff in Seenot und sinkt. Die fünf Besatzungsmitglieder können sich auf das Rettungsboot retten, aber natürlich fürchten sie um ihr Leben. In der Hoffnung, dass die Küstenwache bald da sein müsste, vergehen die ersten Stunden, doch bald wird klar, dass trotz ihres Funkspruchs offenbar niemand auf der Suche nach ihnen ist…

Wie mir das Buch gefallen hat: Mit diesem Buch verarbeitet Deborah Scaling Kiley das, was sie an Bord der Trashman und nach deren Schiffbruch erlebt hat. Zusammen mit ihr durchlebt man als Leser die Ereignisse, die sie fast das Leben gekostet hätten. Das Ende des Buches, also die Szenen, in denen man von Scaling Kileys Rettung erfährt, wirken sehr hollywoodesk, aber die Ereignisse waren sicher so, und dass sie der Autorin nach all den Torturen auf hoher See so erschienen, als ob hier wirklich eine höhere Macht Rettung schickte, ist mehr als verständlich.
Das Buch zu lesen, war vom Stil her nicht immer einfach, weil es sehr berichtend formuliert ist und sich eben in dieser Beziehung ganz anders liest als ein Roman aus der Sicht einer Ich-Erzählerin. In einem Roman würde ich mich jetzt beklagen, dass sie Charaktere zum Teil sehr flach dargestellt waren. Beim Lesen war ich erstaunt, wie wenig Positives Scaling Kiley John, Mark und Meg abgewinnen konnte. Sie werden alle sehr einseitig dargestellt, und vor allem Mark und John kommen bei der Geschichte sehr schlecht weg, was mir beim Lesen ehrlich gesagt leid tat, denn wir hören hier ja nur eine Seite der Geschichte – und derzufolge hat Deborah Scaling Kiley nicht nur überlebt, sondern sich eigentlich auch immer richtig verhalten. Das will ich nicht in Frage stellen, aber an manchen Stellen fragt man sich natürlich auch, ob die Erinnerung wirklich so glaubwürdig ist, wenn man etwas so Traumatisches erlebt hat. Gerade die letzten Tage im Rettungsboot müssen unerträglich gewesen sein und ich denke, dass – auch nach den Beschreibungen der Autorin selbst – weder sie noch Brad ganz Herren ihrer Sinne gewesen sein können.
Das Buch ist interessant, stellenweise sehr spannend und mitreißend. Dann wieder fand ich es, auch gerade als Aufarbeitung der Geschichte, manchmal etwas zu wenig emotional. Es ist schwer zu sagen, was man von einem Menschen erwarten kann, der tagelang um sein Leben kämpfen musste; vielleicht ist es schlichtweg nicht möglich, dass man sich so weit öffnet, aber ich muss einfach sagen, ich habe schon bessere autobiographische Bücher gelesen.

Marlene Dietrich: Das ABC meines Lebens

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich ganz unverhofft geschenkt bekommen und ich war schon erstmal etwas erstaunt. Ein Buch von Marlene Dietrich? Was konnte das denn geben?

Inhalt und meine Meinung: Bei dieser Ausgabe handelt es sich um die Neuauflage eines Buches, das eigentlich schon zu Lebzeiten der Dietrich, nämlich 1963, erschienen ist. Auf knapp 260 Seiten gibt Marlene Dietrich hier einen Einblick in das, was ihr wichtig ist, sie benennt Menschen, die ihr am Herzen liegen oder die sie bewundert, verrät Rezepte und äußert sich zu Themen wie Mode, Kunst und vielem mehr.
Wenn ich an Marlene Dietrich denke, habe ich sofort Bilder der glamourösen Filmdiva vor Augen, am besten mit einer Zigarette im Mundwinkel und mit Hosen bekleidet. Einige Abschnitte des Buches sprechen auch davon. Dass die Dietrich sich wünscht, sie könne „Glamour“ beschreiben, zum Beispiel. Dass sie modische Ratschläge gibt und ihren Leserinnen erkleidet, wann welche Art von Kleidung oder Schuhen angebracht ist, welche Basics jede Frau im Kleiderschrank haben sollte und dass man an Kleidung nie sparen sollte – lieber nur ein gutes Kleid im Schrank als fünf günstige, denn „billig sieht nie teuer aus“. In solchen Abschnitten fühlt man sich in dem Bild, das man von Marlene Dietrich hat, bestärkt. Auch dann, wenn sie Künstler als Einträge in ihr „ABC“ aufnimmt, ist sie eindeutig als Star zu erkennen – unglaublich, wen sie alles kannte, mit wem sie befreundet war. Auch wenn ich einige Namen googlen musste, wozu im Nachwort des Herausgebers auch geraten wird, haben mir diese Einträge auch großen Spaß gemacht, und es ist eigentlich schön, dass durch solche Bücher wie dieses einige einst bekannte Größen, die heute fast vergessen sind, kurz zu neuem Ruhm gelangen.
Ich persönlich hatte aber dann doch am meisten Spaß an allem, was Marlene Dietrich über die Liebe, die Ehe und überhaupt Männer und Frauen zu sagen hat. Den ein oder anderen Hinweis kann man sicherlich mitnehmen und Ratschläge wie den, dass man immer pünktlich sein sollte, wenn man zum Essen ausgeführt wird, weil ein hungriger Mann, der auf eine Frau warten musste, ihr Outfit sowieso nicht zu schätzen weiß, weil er verärgert ist, fand ich einleuchtend und ganz lustig. Aus dem Weltstar Marlene Dietrich spricht aber auch von Zeit zu Zeit eine Frau ihrer Zeit – dass man Männer nicht dazu zwingen sollte, abzuwaschen, weil das unmännlich sei, das ist wohl eher ein Ratschlag, den heute nur Männer wirklich zu schätzen wissen, auch wenn die Dietrich es ganz humorvoll so begründet, dass ein Mann am Spültisch eben nicht attraktiv sei – dort habe man ihn schließlich auch nicht kennengelernt, es sei denn, er wäre Klempner…
Und dann sind da noch jede Menge Kochrezepte, die fast ohne Mengenangaben auskommen, da Marlene Dietrich selbst über sich sagt, dass sie nach Gefühl und nicht mit der Waage koche und dass eine ausfrau schon wüsste, wie das ginge; trotzdem hat man tatsächlich das Gefühl, man könnte diese Gerichte nachkochen, zumal sie allesamt bodenständig und einfach nachzukochen wirken. Ich habe sogar die Rezepte gelesen, weil mir sonst Anmerkungen wie die, dass der Mann schon am Tisch sitzen sollte, wenn man dieses oder jenes Gericht serviert, weil es nur ganz frisch gut schmeckt und dass man es deswegen vielleicht als Zwischengang servieren sollte, denn dann sei ja gewährleistet, dass er schon da sei, entgangen wären.
„Das ABC meines Lebens“ vermittelt ein interessantes Bild von Marlene Dietrich, die die Texte selbst geschrieben hat. Ob sie wirklich so eine bodenständige Frau war, die so familienorientiert lebte, wie sie es hier als Ideal beschreibt, vermag ich nicht zu sagen, es scheint aber an manchen Stellen vielleicht eher Wunschdenken als Realität zu sein. Trotzdem ein interessantes Buch, mit dem man einen Einblick in die Welt Marlene Dietrichs und in die Entstehungszeit dieses Buches erhält. Wer darin herumblättert, wird schnell an einem ihrer Artikel hängen bleiben – und ganz sicher kann hier jeder etwas über die Filmdiva erfahren, das er noch nicht wusste.