Ursula Poznanski: Saeculum

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich sofort vorbestellt, als ich gesehen habe, dass Ursula Poznanski etwas Neues auf den Markt bringt. Leider hatte Amazon große Lieferschwierigkeiten und so kam es jetzt erst (und ich habe gerade gesehen, dass es schon wieder mit „derzeit nicht auf Lager“ gekennzeichnet ist!).

Zum Inhalt: Eigentlich ist Bastian absolut kein Typ für diese mittelalterlichen Rollenspiele, bei denen man in altertümlicher Gewandung tagelang im Wald lebt und auf alles verzichtet, das nicht in das vorgegebene Jahrhundert passt. All das ist ihm eigentlich ziemlich fremd. Doch Sandra, die er vor einigen Wochen kennengelernt hat, hat es ihm dafür umso mehr angetan und ihr scheint so viel daran zu liegen, dass er mit ihr zur nächsten absolut geheimen Convention in einem abgelegenen Waldstück fährt. Vielleicht wird die Zeit dort ja auch sehr romantisch werden… und so stimmt Bastian schließlich zu und fährt zusammen mit der kleinen Rollenspielgemeinschaft namens „Saeculum“ an Pfingsten weg.
Zunächst ist alles noch recht harmlos, auch wenn es Bastian schwerfällt, seine Rolle als Tomen Sehnenschneider zu spielen; es kommt ihm komisch vor, plötzlich so anders zu sprechen, ein ganz anderer Mensch zu sein. Aber das ist irgendwie zu verkraften – was Bastian viel mehr stört, ist die Tatsache, dass Sandra sich ihm gegenüber so merkwürdig benimmt. Und die verrückte Doro geht ihm auch ziemlich auf die Nerven – die hält sich nämlich auch in Wirklichkeit für eine Hexe und sie glaubt einer alten Sage, die besagt, dass auf der Gegend ein Fluch liegen soll – uralte Prophezeiungen würden sich hier erfüllen, wenn man den vermeintlichen Frieden dieses Waldstücks stört.
Zuerst glaubt Doro niemand, aber dann geschehen wirklich einige unerklärliche Dinge: Obwohl das Waldstück verlassen scheint, verschwinden Gegenstände.  Da auch das Satellitenhandy verschwunden ist, ist der Kontakt zur Außenwelt nun vollkommen abgeschnitten. Unheimliche Geräusche sind zu hören, mehrere Rollenspieler fühlen sich beobachtet und bekommen Angst. Eines Morgens ist eines der Gräber, die eigentlich zur Kulisse des Spiels gehören, geöffnet worden. Die Spieler erhalten unheimliche und rätselhafte Botschaften, die nicht von den Spielleitern stammen. Und dann verschwindet der erste Mitspieler plötzlich vollkommen spurlos. Was ist hier eigentlich los? Erlaubt sich jemand einen Scherz mit den Spielern? Wird einer von ihnen vielleicht verfolgt? Oder lastet tatsächlich ein uralter Fluch auf der Gegend, der dem Team nun zum Vehängnis werden wird?

Wie mir das Buch gefallen hat: Die Idee, die hinter dem Roman steckt, finde ich großartig. Toll finde ich es auch, dass die Autorin hier eigentlich wieder ein ähnliches Thema aufgreift wie in „Erebos“ – die Vermischung von Spiel und Wirklichkeit, die Bedrohung, die von einem Spiel ausgehend Einzug in das wahre Leben hält. Großartig gemacht und absolut spannend. Ich war neugierig, weil ich mir dachte, dass es auch in „Saeculum“ eine ganz unerwartete, stimmige Auflösung geben würde. Gerade das war an „Erebos“ auch echt gut gewesen.
Dennoch halte ich „Saeculum“ absolut nicht für einen Abklatsch des ersten Romans. Dieser ist etwas ganz Eigenes, mit einer ganz eigenen Geschichte und ganz eigenen Figuren. Der Aufbau hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil ich in einer Szene kurz vor Bastians Abreise zu der Convention absolut nicht verstehen konnte, was die in dem Roman zu suchen hatte – sie kam mir überflüssig vor, bis ich bei der Auflösung angekommen war – man brauchte diese Szene, um sich ein richtiges Bild machen zu können.
Die Atmosphäre macht in diesem Roman viel aus. Der Wald hat es schon in sich, aber ab der Stelle, als die Freunde einen Bestandteil der alten Sage im Wald entdecken, konnte ich das Buch dann wirklich nicht mehr aus der Hand legen – ich musste unbedingt wissen, wie es ausgehen würde. Es war richtig unheimlich und Ursula Poznanski spielt mehrfach sehr geschickt mit Urängsten, die wohl jeder von uns hat: man sitzt in kompletter Finsternis, und dann… ich will nicht zu viel verraten, aber ich habe eine Lampe mehr eingeschaltet. 😉
Die Figuren fand ich sehr stimmig, spannend wurde es vor allem dann, als die Situation immer extremer wurde und alle am Rande eines Nervenzusammenbruchs standen. Oft muss man sich fragen, wie man selbst sich verhalten hätte, und das war schon sehr spannend. Ich war jedenfalls schwer beeindruckt davon, wie glaubwürdig gerade diese Szenen auf mich wirkten.
Nach der Auflösung war mir das Ende ein kleines bisschen zu lang, auch wenn es interessant war, wie es mit dem ein oder anderen Charakter weitergeht. Aber das ist dann auch schon das Einzige, was ich überhaupt an minimaler Kritik sagen kann. Also: absolut lesenswert, richtig spannend und total gut!

Jonathan Stroud: Bartimäus – Der Ring des Salomo

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Irgendwann beim Stöbern auf amazon.de habe ich entdeckt, dass es was Neues von Bartimäus“ geben würde – und da musste ich einfach vorbestellen. Ich habe die Trilogie so gern gelesen, und hätte nicht erwartet, dass Stroud noch mal was über diese Figur schreiben würde. Doch ich lasse mich ja gern eines Besseren belehren. 😉

Zum Inhalt: Wir schreiben das Jahr 950 v.Chr. und die Königin von Saba hat ein Problem: König Salomo aus dem fernen Jerusalem möchte sie unbedingt zur Frau haben und er lässt sich von all ihren Zurückweisungen überhaupt nicht beeindrucken. Nun versucht er es sogar mit Erpressung, denn der König ist daran gewöhnt, dass er seinen Willen immer durchsetzen kann – schließlich ist er im Besitz eines magischen Ringes, mit dessen Hilfe er alles tun kann, was er nur will, einschließlich der Zerstörung der Königreiche, die sich in irgendeiner Form mit ihm anlegen wollen. Also stellt er Balkis, der Königin von Saba, ein Ultimatum: entweder fügt sie sich seinem Willen, oder er legt ihr Land in Schutt und Asche.
Nun ist die Königin weder an dem einen noch an dem anderen irgendwie interessiert und deswegen beschließt sie, ihre Leibwächterin Asmira zu Salomo zu schicken. Das Mädchen soll den König töten, noch bevor es zum Angriff auf Saba kommt – und das bedeutet, dass Asmira sich beeilen muss, wenn sie ihr Land und mit ihm ihre Königin, der sie treu ergeben ist, retten will.
Doch der Weg nach Jerusalem steckt bereits voller Gefahren, und Asmira ist zum ersten Mal auf einer solch gefährlichen Mission unterwegs. Da könnte sie schon ein bisschen Beistand gebrauchen. Nicht, dass sie das zugeben würde. – Und nicht, dass der Dschinn, den sie unterwegs eher zufällig kennenlernt, ihr gern und aus freien Stücken helfen würde…
Denn Bartimäus findet, er habe lange genug auf Erden geweilt und er würde sich jetzt eigentlich gern wieder ein bisschen erholen. Natürlich kann er verstehen, dass man ihn, geistreich, stark, witzig und unerreichbar wie er nun mal in aller Bescheidenheit ist, immer wieder zu Arbeiten heranzieht, aber… Nun ja, um ehrlich zu sein, ist er nicht deswegen immer noch als Sklave für seinen derzeitigen Herrn im Einsatz, sondern deswegen, weil er sich wie immer nicht beherrschen kann, jähzornig und respektlos ist und eigentlich immer irgendwo ein Schlupfloch findet bei dem, was er eigentlich machen soll. Dass er dann Asmira begegnet, die von Zauberei wenig versteht, aber mehr, als ihm lieb sein kann, macht die Sache auch nicht gerade leichter – und schon hat Bartimäus einen nicht ungefährlichen, ja, eigentlich geradezu unmöglichen Auftrag zu erfüllen…

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich liebe „Bartimäus“. Auch mit diesem Band, der als Prequel zur Trilogie unabhängig von ihr gelesen werden kann, ist Jonathan Stroud wieder ein Buch gelungen, das einfach nur Spaß macht.
Die Geschichte ist, wie man es von Stroud erwartet, gut konstruiert, hat einige überraschende Wendungen im Gepäck und ist sowohl spannend als auch sehr lustig! Wie man es schon aus den anderen Bartimäus-Bänden kennt, werden einige der Kapitel aus der Ich-Perspektive des Dschinn erzählt und diese sind einfach am besten – sie sind sehr unterhaltsam 😉 und Bartimäus’ Kommentare in den Fußnoten sind so bitterböse und lustig wie eh und je. Die anderen Kapitel werden personal aus Asmiras Sicht erzählt und jeweils eines gibt es aus Salomos und Balkis‘ Perspektive. Die Mischung macht es einfach.
Ich persönlich hätte ganz und gar nichts dagegen, wenn Mr. Stroud sich noch mehr Geschichten rund um Bartimäus einfallen lassen würde und lege so lange jedem dieses Buch ans Herz, es ist wirklich sehr kurzweilig und macht viel Spaß!

Trudi Canavan: Sonea – die Hüterin

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch habe ich von einem Freund geschenkt bekommen. Da ich „die Gilde der schwarzen Magier“ gern gelesen habe, habe ich mich auch auf dieses Buch sehr gefreut.

Zum Inhalt: Zwanzig Jahre sind vergangen, seitdem Sonea und Akkarin die Ichani besiegt haben – zwanzig Jahre also, in denen Sonea ohne Akkarin zu leben lernen musste, und es gelingt ihr mal besser, mal schlechter, mit ihrem Kummer fertig zu werden. Trost bietet ihr da eigentlich ihr Sohn Lorkin, doch der wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher, als endlich auf eigenen Beinen zu stehen und seinen Platz in der Gilde zu finden. Denn genau das fällt dem jungen Magier nicht leicht. Immer scheint er eine Art Sonderstellung wegen seiner Eltern zu haben, aber er sucht nach einem eigenen Ziel, dem er folgen kann.
Gespräche mit Botschafter Dannyl, der seine Forschungen zur Geschichte der Magie noch nicht aufgegeben hat und beschließt, als Botschafter nach Sachaka zu gehen, um seine Forschungen dort weiterführen zu können, bringen für Lorkin eine unerwartete Möglichkeit. Er beschließt, sich dem alten Freund seiner Mutter anzuschließen und als sein Gehilfe zu reisen. In Sachaka, davon ist Lorkin fest überzeugt, wird er seine Aufgabe finden. Natürlich ist seine Mutter nicht gerade begeistert davon, dass es ihn ausgerechnet in dieses Land verschlägt, aber Lorkin ist nicht davon abzubringen…
Und in Kyralia selbst warten auch große Aufgaben auf Sonea. In der Stadt treibt nämlich eine wilde Magierin ihr Unwesen, und sie scheint es auf die Diebe abgesehen zu haben. Aber was hat eine Magierin davon, die Diebe zu ermorden? Sonea weiß es nicht, doch die Sache muss verfolgt werden, denn nach wie vor ist es verboten, als wilder Magier zu leben, und obwohl Sonea selbst wegen ihrer schwarzmagischen Fähigkeiten unter der Kontrolle der Gilde steht, beschließt sie, Nachforschungen anzustellen – nicht zuletzt auch deswegen, weil ihr alter Freund Cery und seine Familie ebenfalls in Lebensgefahr schweben, sollte die Unbekannte nicht dingfest gemacht werden.
Außerdem hat ein anderes Übel Einzug in das Land gehalten: Feuel, auch „Fäule“ genannt, ist eine Droge, die hochgradig süchtig macht und der auch immer mehr Magier zu verfallen drohen. Feuel sorgt dafür, dass man nicht mehr klar denken kann und dass einem alles egal ist. Eine gefährliche Droge – doch irgendjemand scheint sehr interessiert daran, dass diese sich in Imardin verbreitet…
Das Leben in Kyralia, in Imardin und in der Gilde mag sich verändert haben, eines aber ist in den letzten zwanzig Jahren unverändert geblieben: Soneas Starrköpfigkeit und Hingabe, mit der sie sich für das einsetzt, was ihr wichtig erscheint.

Wie mir das Buch gefallen hat: Ich habe die Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ sehr gern gelesen und deswegen habe ich mich schon sehr darauf gefreut, dass es nun eine Fortsetzung um Sonea und all die anderen Figuren geben würde, die man so liebgewonnen hat. Ich kann es kurz vorweg nehmen, dass ich nicht enttäuscht worden bin.
Die Geschichte wird, wie die anderen Romane um Sonea auch, von einem personalen Erzähler erzählt, allerdings wechseln von Zeit zu Zeit die Perspektiven, sodass man mal Sonea, mal Dannyl, mal Lorkin oder Cery begleitet. Diese Perspektiven ermöglichen einem als Leser einen guten Überblick über das, was passiert, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, dass Rothen mehr im Vordergrund stünde, denn ihn mag ich einfach besonders gern. Insgesamt ist die Erzählweise jedoch deswegen natürlich sehr gut, weil jede einen anderen Handlungsstrang erzählt, auch wenn diese zum Teil später natürlich zusammenfließen.
Der Roman gliedert sich in 29 Kapitel und einen Epilog, von dem ich mir mehr Informationen erhofft hätte, was den zweiten Band der Trilogie angeht. Er endet allerdings sehr stimmig und überzeugend.
Die Handlung ist interessant und spannend. Es ist schön, die Figuren aus der ersten Trilogie wiederzusehen und zu erfahren, was aus ihnen geworden ist. Aber auch neue Charaktere, wie zum Beispiel Lorkin, sind interessant angelegt und das, was ihnen passiert, birgt sehr viel Anlass zu Spekulationen auf den zweiten Band. Gerade Lorkins Geschichte habe ich mit Spannung verfolgt – man muss schon sagen, die Autorin hat ihm wirklich einige Charakterzüge seiner Mutter vererbt, und das macht ihn so sympathisch.
Leider bleibt das Ende des Romans sehr offen. Weder Lorkins, noch Soneas Geschichte ist wirklich abgeschlossen, und das ist in Anbetracht der Tatsache, dass man nun so lange auf den zweiten Band warten muss, wirklich gemein.
Ein würdiger Auftakt der Nachfolger-Trilogie zur „Gilde der schwarzen Magier“, der schlüssig und spannend erzählt wird.

Christopher Paolini: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter

Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Dieses Buch ist ja eines, das man im Moment einfach gelesen haben muss… und so hatte ich es mir bereits im Herbst von Thore geliehen. Irgendwie kam ich wieder davon ab, es zu lesen, habe statt dessen erstmal den Kinofilm gesehen. Aber jetzt war es endlich so weit!

Zum Inhalt: Eragon wächst bei seinem Onkel Garrow und seinem Cousin Roran auf, da seine Mutter kurz nach seiner Geburt aus mysteriösen Gründen verschwand. Auf Garrows Hof führt Eragon ein glückliches Leben, bis er eines Tages, während er auf der Jagd ist, einen geheimnisvollen blauen Stein findet. Eragon nimmt den Stein mit, und will ihn zunächst verkaufen, um Geld für die Wintervorräte zu bekommen.
Doch die Leute schrecken vor dem Stein zurück – und später ist Eragon froh, ihn nicht verkauft zu haben: der Stein entpuppt sich als Drachenei, aus dem ein wunderschöner blauer Drache schlüpft.
Zusammen mit Saphira erlebt Eragon nun einige harmlosere Abenteuer, bis plötzlich die Schergen des Königs auf ihn aufmerksam werden: Eragons Onkel wird ermordet und der Junge beschließt, den Tod seines Onkels zu rächen. Bevor er jedoch mit seiner Reise beginnt, stößt er auf Brom, den Geschichtenerzähler. Der alte Mann wird zu Eragons Begleiter und seinem Lehrer, ohne den Eragon den Weg, der vor ihm liegt, nicht gehen könnte.
Und was alles auf Eragon zukommt, das hat der Junge, der nun erfährt, dass er das Geschlecht der Drachenreiter wieder zum Leben erwecken soll, nicht im Traum geahnt…

Wie mir das Buch gefallen hat: Der Roman ist gut, spannend, und trotz der Länge nur an wenigen Stellen langatmig (gab es aber zugegebenermaßen auch). Eine sehr vielschichtige Handlung, die einen immer mehr in den Bann zieht. Und da ich auch nicht unbedingt so gern Fantasy lese, kann ich nur sagen: auch für Leser geeignet, die sonst mit diesem Genre eher nichts am Hut haben.