Caroline Eriksson – Die Vermissten 

Es ist ein Bootsausflug, der Greta für immer in Erinnerung bleiben wird, ein Tag, der ihr Leben unwiederbringlich verändern wird. Und dabei beginnt er ganz harmlos, nämlich mit einer Bootstour auf einem See.
Gut, dieser ist sehr gruselig, und es gelingt Greta überhaupt nicht, sich zu entspannen, während sie mit Alex und der vierjährigen Smilla auf dem Wasser unterwegs ist. Gut, der See hat einen unheimlichen Namen, er wird im Volksmund nämlich auch Nachtmahr genannt, aber trotzdem wünscht Greta sich sehr, sie könnte sich einfach mehr entspannen.
Alex und Smilla verschwinden lachend und erzählend auf der Insel, und Greta bleibt im Boot zurück. Die Zeit scheint zu verfliegen und plötzlich merkt Greta, dass sie schon eine ganze Weile dort sitzt, und dass Alex und Smilla immer noch nicht wieder da sind…
Sie macht sich auf die Suche nach den beiden, aber Alex und Smilla sind wie vom Erdboden verschluckt.
Alex und Smilla bleiben verschwunden, und Greta weiß nicht, was sie tun soll. Sie kehrt ins Ferienhaus zurück, versucht, Alex zu erreichen, aber es ist nicht möglich. Sein Handy ist ausgeschaltet.
Das alles wäre ja schon schlimm genug, aber irgendwie hält sich in Gretas Hinterkopf eine ganz hartnäckige Stimme, die ihr sagt, dass sie ganz genau weiß, was mit Alex und Smilla geschehen ist, und immer wieder entschuldigt sie sich in Gedanken bei dem kleinen Mädchen.

Alles um Greta herum wird immer merkwürdiger. Diese Jugendgang, die die Gegend unsicher macht und sie bedroht. Das blasse Mädchen, das auch Greta heißt, und das Greta warnen möchte – aber wovor? Dann sind da merkwürdige Kindheitserinnerungen Gretas, die wieder an die Oberfläche kommen und die verwirrend und beängstigend sind. Und ihre Mutter macht am Telefon komische Anmerkungen, die Greta nur noch nervöser machen.
Das alles ist mehr, als ein Mensch aushalten kann. Und wenn Greta ganz ehrlich ist, dann sind ihre Erinnerungen an Alex auch nicht die schönsten… Was ist auf dieser Insel eigentlich wirklich passiert?

Ich habe mir dieses Buch im Nachklapp zu einem Gespräch mit Cleo gekauft, in dem wir darüber geredet haben, dass wir gern mal wieder einen ganz klassischen Thriller lesen würden. Dann wurde ich auf „Die Vermissten“ aufmerksam… und kaufte mir damit so in etwa den untypischsten Thriller, den ich seit langer Zeit gelesen habe.
Ich will wirklich nicht zu viel verraten, aber ich war beim Lesen einerseits recht sicher, dass ich wusste, wie die Auflösung sein würde, andererseits passten dann immer noch zu viele Puzzleteile nicht zusammen. Es ging einfach nicht auf, wie ich mir das alles dachte, und dann kam die Auflösung, die total gepasst hat und vollkommen unerwartet war.

Greta ist eine Protagonistin und Ich-Erzählerin, die einem wirklich von Anfang an Rätsel aufgibt. Immer mal wieder tat sie mir leid, manchmal konnte ich mich auch ein bisschen mit ihr identifizieren, dann wiederum fand ich sie abstoßend.
Caroline Eriksson ist selbst Psychologin, und das merkt man beim Lesen auch. Die Gedankenwelt ihrer Figuren ist sehr viel ausgefeilter als die Handlung. Also, die Handlung ist auch wirklich gut und richtig spannend, wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, dass es ungewöhnlich ist und bleibt. Dennoch ist der Schluss schon ziemlich konstruiert.
Normalerweise mag ich das ja überhaupt nicht, aber hier hat es wirklich richtig gepasst.

„Die Vermissten“ ist ein toller Thriller. Mir hat das Lesen Spaß gemacht und die Art, wie der Roman erzählt wird, ist total ungewöhnlich. Ins Deutsche übersetzt wurde „Die Vermissten“ von Wibke Kuhn, und da man der Übersetzung nicht anmerkt, dass es eine ist, ist sie wirklich toll. Und ich kann mir vorstellen, dass es nicht so einfach ist, diesen Thriller zu übersetzen.

Eine Leseempfehlung. Toller Thriller!

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