Wolfgang Amadeus Mozart – My Dearest Father

Ein weiterer Klassiker aus meiner Penguin Black Classics Box ist „My Dearest Father“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Ich fand das ganz interessant, diesen Band dabei zu haben, denn immerhin ist Mozart kein Schriftsteller und ich fragte mich, wie toll diese Briefe wohl sein müssten, um es in diese Box zu schaffen.
Der Klappentext versprach sehr gute Unterhaltung, und aus meiner Jugend, als ich mich mit klassischer Musik noch beschäftigte, meinte ich mich zu erinnern, dass Wolfgang Amadeus Mozart nicht nur als Komponist ein Genie war, sondern auch ein kluger und witziger Mann. Briefe von ihm an seinen Vater? Ja, das klang vielversprechend.

Also begann ich zu lesen, fest entschlossen, dass auch dieses Buch eines werden würde, das ich zweimal lese, um wirklich nichts zu verpassen.
Ich sage es schon mal so: Ich habe das Buch kein zweites Mal gelesen und werde es vermutlich auch nicht noch mal in die Hand nehmen, ich war dann doch enttäuscht.

Das Buch hat Folgendes zu bieten: einige Briefe von Wolfgang Amadeus Mozart an seinen Vater Leopold, und einige Briefe des Vaters an den Sohn.
In diesen Briefen geht es eigentlich immer um dasselbe: Der Vater ermahnt seinen Sohn zur Sparsamkeit und fragt sich, warum der immer so viel Geld für alles Mögliche ausgibt. Außerdem ist er genervt davon, dass der Sohn so wenig geschäftstüchtig ist, sich nicht genügend darum kümmert, dass er mit seinem Talent auch Geld verdient, sich vetrösten lässt und seine wertvolle Zeit somit verplempert. Ich sage mal ganz vorsichtig: Diese Problematik ist jetzt nicht einzigartig für ein junges Musikgenie und seinen Vater, ähnliche Probleme hätten wir auch in vielen anderen Vater-Sohn-Beziehungen sehen können.
Hinzu kommt, dass Wolfgang Amadeus Mozart sich so verhält, wie man es von einem Sohn in dieser Situation erwarten würde. Er rechtfertigt sich, erklärt, warum er dieses und jenes tut, rechnet seinem Vater vor, wie es zu dieser und jener Geldausgabe kommen konnte.
Klar, manchmal kommt es auch dazu, dass es auch um Musik geht, und das fand ich wirklich interessant. Ich hätte mich sehr gefreut, mehr davon zu lesen, mehr darüber zu erfahren, wie der junge Mozart dachte, wie Musik in ihm entstand, was ihn inspirierte und wie er komponierte. Aber vielleicht habe ich auch nur ein zu verklärtes Bild von Komponisten, weil ich zu wenig von ihrer Arbeit und ihrem Schaffen verstehe.
Jedenfalls, ich fand die Lektüre dieser Briefe seltsam langweilig, wenig inspirierend, und deswegen war ich froh, als ich das Buch beendet hatte (und ich spreche hier von 50 Seiten).

Ich habe mich kurzfristig gefragt, ob es besser gewesen wäre, hätte ich diese Briefe auf Deutsch gelesen und nicht in der Übersetzung. Dann aber bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es daran überhaupt nicht liegen kann. Erstens muss man ja wirklich sagen, dass Übersetzungen heutzutage meistens wirklich unglaublich gut sind, andererseits hatte ich nicht das Gefühl, dass es an der Sprache liegen würde, dass das Lesevergnügen sich nicht einstellte.
Entweder liegt es daran, dass ich zu wenig über Mozart weiß und dass ich deswegen irgendwie nicht verstanden habe, was das Besondere an diesen Briefen ist, oder vielleicht ist die Textauswahl auch wirklich nicht so besonders toll, jedenfalls ist „My Dearest Father“ ein Buch, das ich zur Seite gelegt habe, um mich besseren zuzuwenden. Zum Glück ist in der Box ja noch eine große Auswahl.

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