Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Man weiß beim Bloggen nie, wem es wirklich auffällt, wenn man nicht mehr schreibt. Ich für mich kann nur sagen, dieses Jahr war und ist beruflich und privat durchaus ein gutes, aber Lesen und Bloggen machten mich unzufrieden. Ich habe schon einige Male versucht, das in Worte zu fassen, doch so recht gelingen wollte es nicht. Aber dieses Gefühl – da draußen sind so unglaublich viele Blogs, und viele davon sind echt toll, und viele gefallen mir auch überhaupt nicht… muss ich da wirklich noch selber schreiben? Und vor allem – worüber?
Vielleicht bin ich anders geworden. Aber so weiterbloggen, wie ich die letzten zehn Jahre gebloggt habe, das geht nicht mehr, das passt nicht mehr.
Ist es dann nicht vielleicht am besten, aufzuhören? Oder sucht man sich eine neue Art zu schreiben, eine neue Stimme? Hat man die vielleicht sogar automatisch?
Ich habe im letzten halben Jahr viel darüber nachgedacht. Mich immer mal wieder am bloggen versucht. Aber ich war einfach nie zufrieden. Es geht mir gar nicht darum, dass ich sowas ganz Besonderes sein will, aber ich liebe das Lesen und ich schreibe gerne. Das alles trifft immer noch zu. „Seitengeraschel“ stilllegen? Eigentlich möchte ich das nicht.

„Vielleicht wird die Buchmesse in Frankfurt die Inspiration bringen, die es braucht“, denke ich heute morgen und mache den Koffer zu.
Und die Inspiration kommt. Sie sitzt heute Nachmittag drei Stunden mit mir am Frankfurter Hauptbahnhof und wir reden, als würden wir uns nicht heute das erste Mal sehen. Online kenne ich Cleo jetzt schon seit bestimmt zehn Jahren. Und mit ihr über Bücher zu reden, das macht so viel Spaß, dass ich tatsächlich, als wir uns verabschieden, denke: „Jetzt fahre ich ins Hotel und… werde schreiben. Und lesen. Und wieder Büchermensch mit Leib und Seele sein.“

Seitengeraschel soll wieder rascheln. Aber vielleicht noch ein bisschen persönlicher als früher. Vielleicht ein bisschen weniger Mainstream. Vielleicht auch manchmal ein bisschen kritischer. Aber immer seitengeraschelig.

Zufrieden sitze ich in meinem Hotelzimmer und denke: So soll es sein. So wird es gemacht.
Also wird der Koffer ausgepackt und alles schön hingestellt, das mitgebrachte „ich bin in der Großstadt!“-Fast Food wird verzehrt und dann wird gelesen. Morgen geht es dann gleich ganz früh auf die Messe und dort werde ich den ganzen Tag Wunderschönes erleben, ich bin mir sicher. Kaufen kann man ja zum Glück nicht. 😉

Ich hatte ja nicht nur die Lust am schreiben verloren, auch das Lesen ging mir schwer von der Hand. Ich las mal viel über wenige Wochen, dann las ich gar nicht mehr. Auch wochenlang.
Vielleicht wird jetzt alles anders. Vielleicht ist das der Weg zurück zum Bloggen. Schön wäre es ja. Wir werden es wohl alle erleben… die da draußen, die ihr das hier immer noch lest.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
So ein abgedroschener Spruch, dass man ihn nicht mehr hören kann. Aber auch wahr. Denn gerade bin ich froh. Ich habe vielleicht heute zu meinem Rascheln zurückgewonnen. Und sollte das stimmen, Cleo, verdanke ich es dir.

Advertisements

6 Kommentare zu “Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

  1. Ich hoffe, dass du wieder zurückfindest zum Bloggen! Ich finde es gibt nichts schlimmeres, als wenn Blogs einschlafen und „verstauben“.

    Und denke immer daran: Es ist dein Blog, und du sollst so bloggen, wie es dir gefällt.
    Ich wäre ja auch gerne auf der FBM, aber die Uni meldet sich leider zu Wort.
    Vielleicht einmal in den nächsten Jahren.

    Liebe Grüße,
    Valerie

  2. Ich hoffe, du hast einen Koffer voll Leselust, Schreibwahn und Motivation mitgebracht! Es wäre so herrlich, wieder mehr von dir zu lesen!
    Und erkenne ich da den Nürnberger Hbf? Lebt man da vllt in der selben Stadt und läuft aneinander vorbei, ohne etwas zu ahnen? 😀
    Liebe Grüße!

    • Danke für die liebe Nachricht! Es ist der Frankfurter Bahnhof auf dem Bild, Momentaufnahme von der Ankunft – ich bin Niedersächsin. 😉 Aber wenn es mich mal nach Nürnberg verschlägt, lasse ich mir gern Tipps für Bücher- und Kaffeeorte geben. 😉

      • Ja, stimmt, das ist ja ein Kopfbahnhof! Ich habe mich von der „Nürnberger“-Schrift triggern lassen.
        Nürnberg bietet auf jeden Fall einige schöne Lesecafés – aber ich fürchte, nichts wird so spannend sein wie die Buchmesse! Ich habe sie leider verpasst, deswegen freue ich mich umso mehr auf deinen Bericht!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s